Bund steckt 300.000 € in einige YouTube-Klicks
Die Bundesregierung hat erkannt, dass sie junge Menschen eher über YouTube als das Fernsehen erreicht. So wurde viel Geld in einen Kanal gesteckt, der keinen interessiert.
Eines der Projekte, die hier der Öffentlichkeit präsentiert werden, heißt "Das Kabinett stellt sich vor". Der Nutzer kann sich hier davon überzeugen, dass die Minister auch nur ganz normale Menschen sind, die einem außergewöhnlichen Beruf nachgehen. Die Produktion eines der 16 Clips, die jeweils wenige Minuten lang sind, kostet in der Produktion immerhin 1.600 Euro, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Angaben der PR-Abteilung der Regierung.
Betrachtet man die gesamte Aufmerksamkeit des Channels, sieht es etwas besser aus. Das Bundespresseamt spricht von über 10.000 Abonnenten und bisher rund 1,9 Millionen Video-Abrufen auf dem Channel. Doch auch dies ist für YouTube-Verhältnisse eher ein Wert, den man mit einem Nischenkanal erreichen kann - was die Bundesregierung vermutlich nicht sein sollte. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass allein im vergangenen Jahr 305.000 Euro in den Aufbau des Kanals flossen und eine Arbeitsgruppe von fünf Mitarbeitern mit der Sache beschäftigt ist.
Auch wenn die Minister dem Projekt sehr interessiert gegenübergestanden haben sollen, wird Regierungssprecher Steffen Seibert wohl einiges zu erklären haben, wenn er das nächste Mal seinen Etat im Verhältnis zu den Ergebnissen rechtfertigen muss. Da der Kanal aktuell noch relativ neu ist, genügte in der letzten Woche die Zusicherung: "Das wird in der Bevölkerung sehr gut angenommen."
Ein kleiner Nischen-Kanal
Die Abrufzahlen bleiben allerdings überschaubar. Auf das größte Interesse stößt immer noch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit rund 2.400 Abrufen. Einige andere bringen es gar nur auf die Hälfte dessen und Gesundheitsminister Hermann Gröhe müht sich noch immer, die Tausender-Marke zu knacken. Manch Jugendlicher, dessen Handeln weniger Bedeutung hat, kommt mit seinen Eigenproduktionen vor der Webcam regelmäßig auf das Zehn- bis Hundertfache an Aufrufen.Betrachtet man die gesamte Aufmerksamkeit des Channels, sieht es etwas besser aus. Das Bundespresseamt spricht von über 10.000 Abonnenten und bisher rund 1,9 Millionen Video-Abrufen auf dem Channel. Doch auch dies ist für YouTube-Verhältnisse eher ein Wert, den man mit einem Nischenkanal erreichen kann - was die Bundesregierung vermutlich nicht sein sollte. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass allein im vergangenen Jahr 305.000 Euro in den Aufbau des Kanals flossen und eine Arbeitsgruppe von fünf Mitarbeitern mit der Sache beschäftigt ist.
Auch wenn die Minister dem Projekt sehr interessiert gegenübergestanden haben sollen, wird Regierungssprecher Steffen Seibert wohl einiges zu erklären haben, wenn er das nächste Mal seinen Etat im Verhältnis zu den Ergebnissen rechtfertigen muss. Da der Kanal aktuell noch relativ neu ist, genügte in der letzten Woche die Zusicherung: "Das wird in der Bevölkerung sehr gut angenommen."
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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