NSA: Dutzend Fälle von 'Der Spion, der mich liebte'

Im Rahmen des NSA-Skandals ist nicht nur herausgekommen, dass der Nachrichtendienst praktisch die gesamte Netzwelt abhört, sondern dass der mächtige Spionageapparat für ganz profane private Zwecke zum Einsatz kommt.
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Seit den Enthüllungen rund um die National Security Agency (NSA), die der Whistleblower Edward Snowden im Sommer angestoßen hat, kommen täglich neue Details zu den Praktiken ans Tageslicht. Darunter sind auch solche, die eher weniger im Zusammenhang mit nationaler Sicherheit stehen, sondern auf die Eifersucht einzelner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zurückzuführen sind.

Denn wie The Verge berichtet, dachte sich so mancher NSA-Mitarbeiter, dass er den mächtigen NSA-Apparat einsetzen kann, um fremdgehenden Partnern nachzuschnüffeln. Bereits im August gab es erste Enthüllungen dazu, die Praktik hat auch ein eigenes (inoffizielles) Codewort bekommen: "LOVEINT" (eine Kombination aus "Liebe" und "Interest" und/oder "Intelligence").

Die NSA musste bereits einräumen, dass es derartigen Missbrauch gegeben habe, man beteuerte aber, dass es nur einige wenige Einzelfälle gewesen seien. Der US-Senator Chuck Grassley aus Iowa wollte es aber genauer wissen und forderte die NSA in einem Brief auf, Details dazu zu nennen.

Und er bekam auch eine Liste (PDF hier) mit den Details zum "absichtlichen Missbrauch der Überwachungsbehörde". Namen werden dabei zwar keine genannt, auch sind einige der Angaben eher vage, zumindest acht der zwölf angeführten Fälle (seit 2003) haben aber mit dem Ausschnüffeln von Frauen, Männern, Freundinnen und Freunden zu tun.

Ein NSA-Mitarbeiter machte beispielsweise Anfragen bezüglich der sechs E-Mail-Adressen seiner Ex-Freundin und das am ersten Tag seines Dienstes ("zu Übungszwecken", so der Ertappte). Die NSA macht keine genauen Angaben dazu, wie man den Verstößen auf die Schliche kam, erläutert aber das Strafmaß. Der oben erwähnte E-Mail-Schnüffler etwa wurde degradiert und musste zwei Monate auf das halbe Gehalt verzichten. Die meisten, die dabei erwischt worden sind, traten von sich aus zurück und entkamen dadurch etwaigen "disziplinären Maßnahmen" durch das Verteidigungsministerium.
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