Tschüss Palantir: Neue deutsch-französische IT für das Militär

Deutschland und Frankreich planen eine Plattform für militärische KI, um den US-Konzern Palantir abzulösen. Fachleute erwarten enorme Kosten für den Umbau. Welchen Preis zahlen die europäischen Staaten für ihre ersehnte digitale Unabhängigkeit?
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Unabhängigkeit von US-Software

Deutschland und Frankreich haben am 17. Juli 2026 beim Ministerrat in Nörvenich eine technologische Neuausrichtung vereinbart. Ziel ist es, die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern. Geplant ist der Aufbau einer gemeinsamen Plattform für militärische Künstliche Intelligenz.

Dabei soll der US-Konzern Palantir aus europäischen Sicherheitsstrukturen verdrängt und ein eigenes digitales System etabliert werden. Das deutsche KI-Sicherheitsinstitut und die französische Einrichtung Inesia sollen eng kooperieren. Frankreich bringt zudem seine militärische Plattform Arcadia als Alternative zum Palantir-System Maven ein.


Wie die Bundesregierung mitteilt, prüfen beide Staaten den Aufbau einer souveränen digitalen Infrastruktur. Die Abkehr von US-Diensten hat dabei bereits begonnen: Das Bundesamt für Verfassungsschutz und der französische Inlandsgeheimdienst DGSI setzen inzwischen Software des europäischen Anbieters ChapsVision ein.

Parallel wird die europäische Rechenzentrumsinfrastruktur ausgebaut. Derzeit entstehen 35 KI-Supercomputer, darunter MareNostrum5 AI in Barcelona. Sie sollen die nötige Rechenleistung für militärische Simulationen liefern. Die Hardware stammt zunehmend aus europäischer Entwicklung, um Sicherheitsrisiken zu reduzieren.

Investitionen in Verteidigung

Auch Investoren reagieren auf den steigenden Bedarf. Der Risikokapitalgeber Lakestar hat einen Fonds über 300 Millionen Euro aufgelegt, der Start-ups im Verteidigungssektor fördern soll. Ziel ist es, Innovationen in Europa zu halten.

Der Aufbau einer eigenständigen IT-Infrastruktur gilt als kostenintensiv und langfristig. Der globale Softwaremarkt wird weiterhin von US- und asiatischen Anbietern dominiert. Fachleute aus der Sicherheitsbranche gehen davon aus, dass ein dreistelliger Milliardenbetrag erforderlich sein könnte, um bis 2035 weitgehende Unabhängigkeit zu erreichen.

Gemeinsame Rüstungsprojekte

Neben Softwarevorhaben vereinbarten beide Länder gemeinsame Standards in der Rüstungsindustrie. Beim Kampfflugzeugprojekt FCAS (Future Combat Air System) soll eine einheitliche Architektur die Kommunikation zwischen Jets und Drohnen verschiedener Hersteller ermöglichen. Erste Prototypen werden gegen Ende des Jahrzehnts erwartet.

Auch das Panzerprojekt MGCS (Main Ground Combat System) wird weiterentwickelt. Zudem wollen beide Staaten europäische Trägerraketen wie Ariane 6 stärker für militärische Satelliten nutzen. Ziel ist der Aufbau eigener Kommunikationsnetze im All.

Eine eigene Militär-KI kostet Zeit und Geld, sichert aber die Unabhängigkeit. Haltet ihr den Rauswurf von US-Software für den richtigen Weg? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Deutschland und Frankreich planen eine eigene militärische KI-Plattform
  • Der US-Konzern Palantir soll aus Sicherheitsstrukturen weichen
  • Geheimdienste nutzen bereits Software des Anbieters ChapsVision
  • 35 neue europäische KI-Supercomputer liefern die Rechenleistung
  • Ein 300-Millionen-Euro-Fonds von Lakestar fördert Defense-Start-ups
  • Gemeinsame Rüstungsprojekte wie FCAS und MGCS werden fortgeführt

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