Kein Lösegeld gezahlt: Hacker löscht Rumäniens Grundbuchdatenbank

Ein Hackerangriff hat den rumänischen Immobilienmarkt komplett lahmgelegt. Nach einer gescheiterten Lösegeldforderung löschte ein Erpresser die komplette Grundbuchdatenbank des Landes. Offline-Backups verhindern nun den totalen Datenverlust.
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Erpressung führt zu Datenlöschung

Ein Cyberangriff hat die IT-Infrastruktur der rumänischen Agentur für Kataster- und Immobilienwerbung, kurz ANCPI, schwer getroffen. Ein Angreifer verschaffte sich Zugang zu den Systemen der Behörde und forderte Lösegeld. Als die Zah­lung ausblieb, löschte der Täter die gesamte Grundbuchdatenbank des Landes.

Der Vorfall hat weitreichende Folgen für den rumänischen Immobilienmarkt, der durch den Ausfall der Systeme faktisch zum Stillstand gekommen ist. Notare können derzeit keine neuen Grundstückstransaktionen beurkunden oder Hypotheken eintragen. Gleichzeitig haben Bürger keine Möglichkeit, Eigentumsnachweise oder detaillierte Grundbuchauszüge abzurufen.


Wie Risky Business meldet, nutzte der Kriminelle gültige Zugangsdaten, um in das Netzwerk einzudringen. Nachdem die Erpressung gescheitert war, löschte er laut eigenen Angaben nicht nur die aktiven Systeme, sondern manipulierte auch die Online-Backups. Zusätzlich bot er gestohlene interne Dokumente und Mitarbeiterdaten in Dark-Web-Foren zum Kauf an.

Täter offenbar identifiziert

Hinter dem Angriff steckt ein Akteur, der unter dem Pseudonym ByteToBreach agiert. IT-Sicherheitsforscher haben den Täter mittlerweile als einen Mann aus Algerien identifiziert. Der Kriminelle ist kein Unbekannter und soll zuvor bereits in Regierungsnetzwerke anderer europäischer Staaten eingedrungen sein, darunter in Schweden, Polen und der Ukraine.

Die rumänische Behörde stellte klar, dass sie über mehrere physisch getrennte Offline-Sicherheitskopien verfügt. Das bedeutet, dass die historischen Grundbuchdaten nicht dauerhaft verloren sind. Die Wiederherstellung nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch, da die gesamte Infrastruktur von Grund auf neu aufgebaut werden muss.

Die ANCPI arbeitet derzeit mit externen Spezialisten für IT-Sicherheit zusammen, um das Netzwerk zu bereinigen und abzusichern. Die Systeme bleiben vorerst isoliert, um weitere Risiken auszuschließen. Erst wenn alle Schwachstellen behoben sind, sollen die Dienste stufenweise wieder online gehen.

Wie bewertet ihr die Absicherung staatlicher Datenbanken? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen zu dem Vorfall gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Cyberangriff legt IT-Infrastruktur der rumänischen Behörde ANCPI lahm
  • Krimineller erpresste die Behörde und löschte die Grundbuchdatenbank
  • Der rumänische Immobilienmarkt steht wegen des Ausfalls derzeit still
  • Täter nutzte zuvor gültige Zugangsdaten für den Zugriff auf Systeme
  • Der unter ByteToBreach bekannte Angreifer stammt wohl aus Algerien
  • Dank Offline-Backups sind die Daten der ANCPI nicht dauerhaft verloren
  • Der Wiederaufbau der Systeme sowie die Absicherung nehmen Zeit in Anspruch

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