Überwachung: Google baut starke Kryptographie aus

Der Suchmaschinenkonzern Google arbeitet an einer deutlich stärkeren Verschlüsselung der Verbindung zwischen seinen weltweit verteilten Datenzentren. Das berichtet die Washington Post.
Google, Server, Datenzentrum
Google
Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr begonnen, an dem Projekt zu arbeiten. Mit dem Beginn der Veröffentlichungen von Edward Snowden über die Überwachungsprogramme der westlichen Geheimdienste, aus denen unter anderem bekannt wurde, dass die Backbones des Internets direkt ausgespäht werden, straffte man den Zeitplan allerdings deutlich.

Die Verwendung einer starken Verschlüsselung in der Kommunikation zwischen den Datenzentren verhindert zwar nicht, dass sich Behörden mit entsprechenden Verfügungen die gewünschten Daten herausgeben lassen, doch soll so immerhin eine flächendeckende Überwachung der Nutzer ins Blaue hinein deutlich erschwert werden.

"Es ist ein Wettrüsten", sagte Eric Grosse, der bei Google für die Sicherheits-Architektur zuständig ist. "Und die staatlichen Behörden gehören zu den fähigsten Parteien in dieser Sache." Und hier geht es nicht nur um die NSA und ihren britischen Partner GCHQ. Es ist davon auszugehen, dass auch die Geheimdienste aus China, Russland und Israel auf einem vergleichbaren Niveau arbeiten.

Google war in der Vergangenheit bereits der Vorreiter bei der Integration von Verschlüsselungs-Technologien in seine Web-Anwendungen - sowohl was den direkten Kontakt zum Nutzer angeht, als auch zwischen den Datenzentren. Gerade bei letzterem sollen nun deutlich stärkere Technologien als bisher eingesetzt werden, um zu verhindern, dass Geheimdienste zu leicht auf E-Mails, Suchanfragen oder den Verlauf der Web-Nutzung von Anwendern zugreifen können.

Welche Technologien Google jetzt ausrollen will, teilte das Unternehmen nicht mit. Es soll sich laut Grosse aber um eine "sehr starke" Ende-zu-Ende-Verschlüsselung handeln. Google habe sich stets bemüht, die Kommunikation bestmöglich vor Spionage-Angriffen zu schützen und sich im Zweifel auch gegen juristische Verfügungen gewehrt. "Das ist eine Sache der persönlichen Ehre", sagte Grosse.
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