Südkorea: Online-Logistikzentrum brennt seit fast drei Tagen

In Südkorea brennt seit Tagen ein gigantisches Versandzentrum des dortigen Amazon-Konkurrenten Coupang. Erst nach 61 Stunden konnte die Feuerwehr den Brand in dem mit zahlreichen Robotern arbeitenden Lager teilweise unter Kontrolle bringen.
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Feuer in Logistikzentrum löst Großeinsatz aus

In der nahe Seoul gelegenen Stadt Incheon brach bereits am 18. Juli 2026 in einem großen Lagerhaus des Online-Händlers Coupang ein Feuer aus, welches erst jetzt teilweise unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zuvor hatten mehr als 800 Einsatzkräfte tagelang versucht, die Flammen einzudämmen, während sich das Feuer immer weiter ausbreitete.

Das Feuer brach nach Angaben südkoreanischer Medien bereits am frühen Sonnabendmorgen im sechsten und dritthöchsten Stockwerk des Gebäudes aus. Zwischenzeitlich breitete sich der Brand auch auf das siebte Stockwerk des aus insgesamt acht Etagen bestehenden Komplexes aus. Das Gebäude hat eine Lagerfläche von fast 300.000 Quadratmetern.


Problematisch ist bei dem Brand vor allem die Flotte aus hunderten Lagerrobotern mit Lithium-Ionen-Akkus, die zum Großteil im fünften Stockwerk direkt unterhalb des zuerst betroffenen Bereichs ihre Arbeit verrichten. Die Kapazität der Akkus der Roboter soll in etwa der Kapazität von 20 E-Auto-Akkus entsprechen.

Hochverdichtete Lagerung von Versandwaren in der Kritik

Hinzu kommt, dass in dem Logistikzentrum auch riesige Mengen leicht entflammbarer Waren gelagert sind. Kritiker sehen darüber hinaus die bei dem Großlager verwendete Bauweise als große Gefahr an, da der E-Commerce-Anbieter mit Hochregalen und einer starken Automatisierung das Volumen des Gebäudes auch in der Höhe voll ausschöpft, um gigantische Warenmengen in einem einzelnen Lager unterzubringen.

Unter anderem können Wasser und andere Löschmittel durch die hohe Verdichtung der zu lagernden Güter in dem Logistikzentrum nicht von oben herab zu tiefer gelegenen Bereichen vordringen. Durch die Verwendung von nachträglich eingezogenen Zwischengeschossen wird zudem die Wirksamkeit der Sprinkleranlagen stark beeinträchtigt, heißt es.

Die Feuerwehr setzte bisher 812 Mitarbeiter und 231 Löschfahrzeuge und unterstützende Fahrzeuge ein. Aufgrund der Schwere des Brandes wurde innerhalb kurzer Zeit nach dem Ausbruch eine nationale Mobilisierung gestartet, durch die Feuerwehrleute, Fahrzeuge und Gerätschaft aus acht Städten und Provinzen Südkoreas zur Bekämpfung angefordert wurden.

Durch das Feuer mussten auch hunderte Menschen ihre Wohnungen in der Nähe des Logistikzentrums verlassen und in Notunterkünfte umziehen. Auf Geheiß der Behörden wurden außerdem 14 Kindertagesstätten und eine Grundschule in der Umgebung vorübergehend geschlossen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in einem großen Coupang-Lager brennt. Bereits 2021 gab es ein Großfeuer in einem anderen Lager in der südkoreanischen Provinz Gyeonggi. Damals brauchten die Brandbekämpfer sechs Tage, um das Feuer zu löschen, und ein Feuerwehrmann kam ums Leben.

Zusammenfassung
  • In einem südkoreanischen Coupang-Lagerhaus ist ein Großbrand ausgebrochen
  • Über 800 Einsatzkräfte versuchen seit Tagen, das Feuer einzudämmen
  • Hunderte Lagerroboter mit Lithium-Ionen-Akkus erschweren das Löschen
  • Die hochverdichtete Lagerung von Waren im Logistikzentrum wird kritisiert
  • Anwohner mussten evakuiert werden und Schulen wurden temporär geschlossen
  • Schon im Jahr 2021 zerstörte ein Großfeuer ein Lager des Online-Händlers

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