Microsoft-Klage: Motorola stoppt Androiden-Verkauf

Die Google-Tochter Motorola Mobility hat den Verkauf diverser Smartphones und Tablets mit dem mobilen Betriebssystem Android über seine deutsche Website gestoppt. Hintergrund ist der seit geraumer Zeit andauernde Rechtsstreit mit Microsoft.
Motorola, Razr, Razr HD
Motorola
Motorola musste zuletzt eine Reihe von Niederlagen vor deutschen Gerichten hinnehmen, nachdem Microsoft dem Unternehmen Patentverletzungen vorgeworfen hatte. Motorola konnte allerdings teilweise in der Auseinandersetzung auch punkten und so belegen, dass Microsofts Rechtsansprüche teilweise unberechtigt sind.

Trotz der jüngsten Entscheidung eines Landgerichts, laut der ein in dem Streit von Microsoft angeführtes Patent nicht durch Motorolas Produkte verletzt wird, bleibt ein zuvor verhängtes Verkaufsverbot in Kraft. Motorola hat deshalb die Mehrheit seiner Android-basierten Geräte aus dem eigenen Online-Shop für Deutschland entfernt.

Aktuell verbleiben nur noch das Motorola RAZR i, das RAZR HD und das Motorola Gleam+ im Angebot, wobei das mit dem neuen Intel Atom Z2460 ausgerüstete RAZR i hierzulande ohnehin noch nicht lieferbar ist. Geräte wie die Tablets der Motorola Xoom-Serie werden derzeit überhaupt nicht mehr gelistet.

Ein Sprecher von Motorola erklärte gegenüber 'AreaMobile', dass die Software der älteren Motorola-Smartphones und -Tablets zurzeit überarbeitet wird. Das Unternehmen will auf diesem Weg offenbar die von Microsoft patentierten Technologien umgehen, um so das Verkaufsverbot hinfällig zu machen.

Schon Anfang Juli hatte Motorola die Smartphone-Modelle RAZR und RAZR Maxx in Deutschland vorläufig vom Markt genommen. Auch in diesem Fall sollen wohl Modifikationen an Android vorgenommen werden, die beim RAZR HD und RAZR i bereits erfolgt sind. Wann die anderen Smartphones und Tablets von Motorola wieder gelistet werden sollen, ist derzeit noch unklar.

Der freie Handel ist von der Auseinandersetzung zwischen Microsoft und Motorola in Deutschland bisher kaum betroffen. Die bereits an Händler ausgelieferten Geräte werden weiter verkauft, so dass Produkte wie das RAZR Maxx oder die Xoom-Tablets aufgrund vorhandener Lagerbestände auch jetzt weiter verfügbar sind.
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