Aus wegen 10 Cent: Sonys geheime PlayStation Controller-Konsole

Sony verbaute die Technik einer kompletten PlayStation direkt in einem DualShock-Controller. Das autarke Gerät lief mit einfachen Batterien und emulierte Retro-Spiele. Das ehrgeizige Vorhaben scheiterte am Ende an winzigen zehn Cent.
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The Retro Collective / Brian Watson

Konsole im DualShock-Gehäuse

Sony plante in der Vergangenheit die Veröffentlichung eines ungewöhnlichen Geräts. Unter dem Codenamen PlayStation PUGA entwickelte der Konzern einen DualShock-Controller, der die komplette Hardware einer Spielkonsole in sich barg. Das System war als Plug-and-Play-Lösung konzipiert und sollte direkt an den Fernseher angeschlossen werden. Ein externes Hauptgerät war für den Betrieb des Systems nicht mehr erforderlich. Alles befand sich in einem handelsüblichen Gamepad der ersten PlayStation-Generation.

Zielgruppe für das Projekt war primär der brasilianische Markt. Wegen strenger Importbeschränkungen für Elektronikartikel suchte der Hersteller nach Wegen, lokale Produktionsvorgaben zu erfüllen. Die kompakte Bauweise hätte es ermöglicht, das System kostengünstig direkt vor Ort zu fertigen und so die gesetzlichen Hürden zu umgehen. Eine derartige Strategie half bereits anderen Herstellern, in Südamerika hohe Marktanteile aufzubauen.

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Lizenzstreit stoppt den Release

Wie The Retro Collective in einem Video berichtet, stammen die Details von dem ehemaligen Sony-Entwickler Brian Watson. Er präsentierte kürzlich einen Prototyp, der noch in den Debug-Modus bootet. Laut Watson scheiterte das Vorhaben nicht an der Technik, sondern an internen und externen Lizenzstreitigkeiten rund um die Spiele.

Da das System zu einem sehr niedrigen Preis auf den Markt kommen sollte, blieben pro verkaufter Einheit lediglich rund zehn Cent für Lizenzgebühren übrig. Dritthersteller wie Rockstar forderten jedoch weitaus höhere Beteiligungen. Zudem konnten sich selbst die internen Abteilungen von Sony nicht auf ein gemeinsames Finanzierungsmodell für die hauseigenen Titel einigen. Das Projekt wurde daraufhin komplett eingestellt.

Hardware und Wiederverwertung

Technisch basierte das Gerät auf einem System-on-a-Chip, der alle wichtigen Systemkomponenten vereint. Zum Einsatz kam ein TI-OMAP 3530 mit einem ARM-Hauptprozessor. Der Chip war mit 650 Megahertz getaktet. Die Spiele der ersten PlayStation liefen über eine eigens entwickelte Software-Emulation. Sie wurden auf einer vier Gigabyte großen Speicherkarte abgelegt, auf der etwa zehn Titel vorinstalliert Platz fanden. Das reichte für eine kleine Bibliothek an Retro-Klassikern.

Die Stromversorgung erfolgte über vier handelsübliche AA-Batterien, die eine Laufzeit von bis zu 20 Stunden ermöglichten. Ein technischer Kompromiss war die analoge Bildausgabe über ein einfaches Composite-Kabel, da digitale Anschlüsse fehlten. Obwohl die Hardware nie in den regulären Verkauf gelangte, war die Entwicklungsarbeit nicht umsonst.


Die für den speziellen Controller programmierte Emulationssoftware kam Jahre später in einem anderen Produkt zum Einsatz. Sony nutzte die gewonnenen Erkenntnisse für das Smartphone Sony Xperia Play, das ebenfalls PlayStation-Spiele abspielen konnte. So lebte zumindest die Software der PUGA-Konsole weiter.

Was haltet ihr von der Idee einer kompletten Konsole im Controller-Format? Nutzt ihr gerne Plug-and-Play-Geräte für Retro-Spiele? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
Zusammenfassung
  • Sony entwickelte einen autarken DualShock-Controller als Konsole
  • Das Projekt PlayStation PUGA zielte auf den brasilianischen Markt ab
  • Hardwarekomponenten basierten auf einem TI-OMAP 3530 System-on-Chip
  • Lizenzstreitigkeiten über zehn Cent pro Einheit stoppten das Projekt
  • Entwickelte Emulationssoftware floss später in das Xperia Play ein

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