Unternehmen wegen Wikipedia-Änderung verurteilt

Das französische Unternehmen Hi-Média ist zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt worden, weil es den Link zu einem Konkurrenten aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia entfernte. Das Handelsgericht in Paris verurteilte die Firma zur Zahlung einer Summe in Höhe von 25.000 Euro. Geklagt hatte das Unternehmen Rentabiliweb. Beide Firmen tauchten bisher beispielhaft als Anbieter von Micropayment-Diensten in der französischen Version der Wikipedia auf. Im Juli 2008 fiel Rentabiliweb-Mitarbeitern allerdings auf, dass der Link zu ihre Angebot aus dem entsprechenden Artikel entfernt worden war, berichtete das Magazin 'PC Inpact'.

In der Versionsgeschichte ließ sich nachvollziehen, dass die Löschung von einem Nutzer vorgenommen wurde, der laut der hinterlassenen IP-Adresse aus dem Netzwerk des Konkurrenten Hi-Média heraus tätig war. Rentabiliweb sah darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und zog vor Gericht.

Die Anwälte von Hi-Média versuchten das Verfahren zu kippen, indem sie argumentierten, dass die Klägerin nicht befugt gewesen sei, zu ermitteln, wem die fragliche IP-Adresse zuzuordnen sei. Darauf ließ sich das Gericht allerdings nicht ein. Allerdings wies es auch die ursprüngliche Schadensersatzforderung von Rentabiliweb zurück.

Die Firma forderte in der Klageschrift 150.000 Euro. Das Gericht erklärte aber, dass nicht klargestellt werden konnte, wie ein Schaden in einer solchen Höhe hätte entstehen können. Die Summe wurde deshalb in dem Verfahren deutlich nach unten korrigiert.

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