Wikipedia will mehr Beteiligung von Wissenschaftlern
Bisher gibt es eine ganze Reihe von Anekdoten, aus denen man sich durchaus ein gewisses Bild machen kann, warum sich einige Forscher mit eigenen Beiträgen zur Wikipedia beitragen und andere nicht. Allerdings soll jetzt erstmals mit wissenschaftlichen Methoden ein konkreteres Bild erarbeitet werden, berichtete der britische 'Guardian'.
Das Ziel liegt natürlich darin, die Qualität der Artikel weiter zu verbessern. Dies gilt nicht nur, in dem man einfach nur Experten für mehr und tiefergehende Fachbereiche findet. Es sollen auch differenziertere Ansichten zu sehr speziellen Themen einfließen, die bisher vielleicht nur die Sichtweise einer wissenschaftlichen Strömung berücksichtigen.
Einige Hürden, die Akademiker bisher davon abhalten, aktiv zum Ausbau der Wikipedia beizutragen, sind offensichtlich: Häufig fehlt es an Zeit und auch die genaue technische Funktionsweise der Wiki-Software ist vielen noch unbekannt. Es spielen aber auch andere Aspekte eine Rolle. So bringen Beiträge in der Wikipedia keine Reputation in der Forschungs-Community - anders als etwa die Teilnahme an Tagungen oder Veröffentlichungen in Fachmagazinen.
Einige Wissenschaftler haben aber durchaus auch Probleme damit, unter Wikipedia-Nutzern auf Augenhöhe mit Nicht-Akademikern agieren zu müssen und - wenn auch nur im speziellen Fachgebiet - keine Respektsperson zu sein. So kann es durchaus vorkommen, dass eine etwas verquer anmutende Anmerkung einer fachlichen Koryphäe aus Unverständnis von einem anderen Nutzer schlichtweg herauseditiert wird.
Das aktuelle Projekt soll all diese Aspekte und ihre Wirkung untersuchen. Vielleicht gelingt es den Beteiligten dadurch sogar Ansätze für ein System zu entwickeln, das Wissenschaftlern auch einen Gegenwert in Form von Reputation bieten kann.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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