Wikileaks: Hintergründe, Enthüllungen & Konflikte
Vier Jahre voller Enthüllungen
Wikileaks trat erstmals im Dezember 2006 an die Öffentlichkeit. Bei der ersten Veröffentlichung handelte es sich um ein Dokument, das die Ermordung mehrerer Regierungsmitarbeiter in Somalia in Auftrag gab. Unterzeichnet war es von Hassan Dahir Aweys, der seit längerer Zeit dafür kämpft, in Somalia einen islamischen Staat zu errichten.
In einer breiteren Öffentlichkeit wurde die Organisation aber erst im Sommer 2007 zum ersten Mal wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Dokument auf der Plattform bereitgestellt, das Korruptionsfälle in der Familie des früheren kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi belegte. Dabei ging es um mehrere Milliarden Dollar.
Von diesem Zeitpunkt an folgten regelmäßig Veröffentlichungen, die für Aufsehen sorgten. Schon im November 2007 folgte mit den "Camp Delta Standard Operating Procedures" die Handbücher für die Aufseher des US-Militärs im Gefangenenlager Guantánamo. In diesen wurde beispielsweise beschrieben, dass neue Häftlinge nach ihrer Ankunft zwei Wochen in Isolationshaft gehalten werden sollen, um sie bei Gesprächen gefügiger zu machen.
2008 folgten die ersten größeren juristischen Probleme. So gelang es beispielsweise der Julius Bär Bank, die Domain Wikileaks.org mit einer gerichtlichen Verfügung gegen den Provider Dynadot vorübergehend auf eine leere Seite umleiten zu lassen. Auch Scientology versuchte, über seine Anwälte die Löschung von Dokumenten durchzusetzen. Wikileaks reagierte auf ein entsprechendes Schreiben lediglich mit der Ankündigung, eine Woche später einige tausend weitere Seiten mit Materialien der Sekte zu veröffentlichen.
In Deutschland wurde man schließlich auf die Plattform aufmerksam, als die im Geheimen ausgehandelten Toll Collect-Verträge zwischen der Bundesregierung und den Unternehmen, die das System zur Erhebung der Autobahn-Maut entwickelten, plötzlich im Netz standen. Hinzu kamen die Feldjäger-Berichte der Bundeswehr über die Bombardierung von zwei Tanklastern in Afghanistan und in diesem Jahr die Planungsdokumente zur Loveparade, auf der es im Gedränge zu mehreren Todesfällen kam.
Hinzu kamen zahlreiche andere Dokumente, die mal mehr, mal weniger Aufmerksamkeit erregten. Was geschieht, bis Wikileaks ein neues geheimes Dokument veröffentlichen kann, beleuchten wir auf Seite drei.
Wikileaks trat erstmals im Dezember 2006 an die Öffentlichkeit. Bei der ersten Veröffentlichung handelte es sich um ein Dokument, das die Ermordung mehrerer Regierungsmitarbeiter in Somalia in Auftrag gab. Unterzeichnet war es von Hassan Dahir Aweys, der seit längerer Zeit dafür kämpft, in Somalia einen islamischen Staat zu errichten.
In einer breiteren Öffentlichkeit wurde die Organisation aber erst im Sommer 2007 zum ersten Mal wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Dokument auf der Plattform bereitgestellt, das Korruptionsfälle in der Familie des früheren kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi belegte. Dabei ging es um mehrere Milliarden Dollar.
Von diesem Zeitpunkt an folgten regelmäßig Veröffentlichungen, die für Aufsehen sorgten. Schon im November 2007 folgte mit den "Camp Delta Standard Operating Procedures" die Handbücher für die Aufseher des US-Militärs im Gefangenenlager Guantánamo. In diesen wurde beispielsweise beschrieben, dass neue Häftlinge nach ihrer Ankunft zwei Wochen in Isolationshaft gehalten werden sollen, um sie bei Gesprächen gefügiger zu machen.
2008 folgten die ersten größeren juristischen Probleme. So gelang es beispielsweise der Julius Bär Bank, die Domain Wikileaks.org mit einer gerichtlichen Verfügung gegen den Provider Dynadot vorübergehend auf eine leere Seite umleiten zu lassen. Auch Scientology versuchte, über seine Anwälte die Löschung von Dokumenten durchzusetzen. Wikileaks reagierte auf ein entsprechendes Schreiben lediglich mit der Ankündigung, eine Woche später einige tausend weitere Seiten mit Materialien der Sekte zu veröffentlichen.
In Deutschland wurde man schließlich auf die Plattform aufmerksam, als die im Geheimen ausgehandelten Toll Collect-Verträge zwischen der Bundesregierung und den Unternehmen, die das System zur Erhebung der Autobahn-Maut entwickelten, plötzlich im Netz standen. Hinzu kamen die Feldjäger-Berichte der Bundeswehr über die Bombardierung von zwei Tanklastern in Afghanistan und in diesem Jahr die Planungsdokumente zur Loveparade, auf der es im Gedränge zu mehreren Todesfällen kam.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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