IPv4-Adressen reichen nicht einmal mehr ein Jahr
Aktuell stünden noch 232 Millionen freie Adressen zur Verfügung. Gemessen am aktuellen Bedarf werden diese in 340 Tagen aufgebraucht sein. Das berichtete der 'Sydney Morning Herold' unter Berufung auf die APNIC, das für die Vergabe der Adressen im asiatisch-pazifischen Raum zuständig ist.
Der Adress-Pool werde damit schneller leer sein, als bisher erwartet, erklärte Geoff Huston, Leitender Wissenschaftler des APNIC. Verantwortlich dafür sei unter anderem der unerwartet starke Erfolg von Smartphones und anderen mobilen Internet-Geräten. Die Entwicklung war vor einigen Jahren in diesem Ausmaß noch nicht absehbar.
Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder Appelle, den Umstieg auf IPv6 anzugehen, um das Problem zu lösen. Allerdings gingen Viele nicht davon aus, dass die Situation so schnell so dramatisch werden könnte. Huston zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Schwierigkeiten lösbar sind.
"Das ist wie bei vielen anderen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht - wie beispielsweise beim Klimawandel. Wenn jeder etwas tut, wird das gewünschte Ergebnis eintreten - wenn aber nur einer etwas tut, macht es keinen Unterschied", sagte er.
Sollte der Umstieg auf IPv6, das statt 4,3 Milliarden dann rund 340 Sextillionen - eine 39-stellige Zahl - Adressen bereitstellen kann, nicht zügig erfolgen, kann es zu Problemen beim Betrieb des Internets kommen. Aber selbst wenn es keine Schwierigkeiten geben sollte, was den direkten Betrieb neuer Internet-Angebote angeht, werden die Preise für neue Anbindungen wegen der hohen Nachfrage wohl deutlich steigen.
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Christian Kahle
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