Pirate Bay-Schließung ließ neue Tracker boomen

Filesharing Die vorübergehende Zwangsabschaltung des BitTorrent-Trackers "The Pirate Bay" im August hatte nicht den von der Medienindustrie erhofften Effekt eines Rückgangs der Filesharing-Nutzung - das Gegenteil ist der Fall. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Sicherheitsunternehmens McAfee hervor. Als der Tracker nicht mehr erreichbar war, stieg die Zahl alternativer Angebote massiv an. Letztlich wurden rund 300 Prozent mehr gezählt, teilte das Unternehmen mit.

"Pirate Bay leitet die Nutzer lediglich dahin weiter, wo der Download von Medien und anderen Dateien möglich ist", erklärte Greg Day, Security Analyst bei McAfee, gegenüber dem britischen Magazin 'PC Pro'. Als das Angebot nicht mehr erreichbar war, wichen die Anwender auf Alternativen aus.

Dies führte dazu, dass eine Reihe anderer Anbieter einsprangen, um das frei gewordene Potenzial an Nutzern aufzufangen. "Wir ermittelten einen 300-prozentigen Anstieg an Seiten, die Filme und Software verfügbar machen", so Day. Dabei wurden meist die Datenbestände von Pirate Bay unter einer neuen Oberfläche auf einem neuen Server bereitgestellt.

Die neuen Betreiber gingen dabei in der Regel offenbar auch davon aus, dass die Server von Pirate Bay überwacht wurden. Kopien der Datenbanken wurden meist über Verbindungen abgerufen, in denen Anonymisierungs-Dienste zwischengeschaltet waren.

"Das Beispiel Pirate Bay zeigt, wie schwer es ist, die Verbreitung von Daten zu stoppen, die einmal im Netz sind", so McAfees Bericht. "Eine Webseite kann abgeschaltet werden - aber irgendwer, der vorher Zugang zu den Daten hatte, kann die Inhalte weiter verbreiten."
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