Musikindustrie klagt ihr Leid im Pirate-Bay-Verfahren

Filesharing Die Musikindustrie hat seit 2001 fast 40 Prozent ihrer Umsätze einbüßen müssen und nennt als Ursache dafür vor allem die illegale Verbreitung von Musik über das Internet. Dies erklärte ein Vertreter der Musikverbände im Verfahren gegen den schwedischen BitTorrent-Tracker The Pirate Bay. The Pirate Bay sei mittlerweile die "Quelle Nummer 1 für illegale Musik" geworden, sagte John Kennedy, Chef der International Federation of the Phonographic Industry, vor einem Gericht in Stockholm. Dort hat vor einigen Tagen der Strafprozess gegen die vier Betreiber von The Pirate Bay begonnen.

Kennedy war als Zeuge der großen Plattenfirmen wie Sony BMG und EMI vor Gericht erschienen, die zusammen mit den Filmkonzernen Universal und Warner Bros. Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 10,2 Millionen Euro einklagen wollen. Er bezeichnete die Schadenersatzforderung als konservativ, da die tatsächlichen Verluste wesentlich höher liegen sollen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur 'Associated Press' sagte Kennedy nach seiner Aussage vor Gericht, dass sich die Betreiber von The Pirate Bay lediglich hinter dem Schleier der Filesharing-Technologie verstecken wollten. Sie würden trotz allem zur illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten beitragen.

Die vier Angeklagten behaupten unterdessen weiterhin, dass ihr Online-Angebot nicht gegen die in Schweden geltenden Gesetze verstößt, da dort keine urheberrechtlich geschützten Inhalten vorgehalten werden. Stattdessen werden die Nutzer lediglich zu Torrent-Dateien weitergeleitet, über die erst der eigentliche Download möglich wird.

Sollten sie verurteilt werden, droht den Pirate Bay-Betreibern eine Strafe von bis zu zwei Jahren Haft. Kennedy forderte ihre Verurteilung, gestand aber ein, dass auch ein für die Musikfirmen positives Urteil die illegale Verbreitung von geschütztem Material nicht unterbinden werde. Er sei aber zuversichtlich, dass man die "Piraterie" durch das gerichtliche Vorgehen auf ein "kontrollierbares" Niveau bringen könne.
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