Spitzelaffäre: Zentrale der Telekom durchsucht
Die Telekom hatte vor einigen Tagen Selbstanzeige erstattet, nachdem interne Untersuchungen ergaben, dass in den Jahren 2005 bis 2006 Mitglieder des Aufsichtsrats und Journalisten sowie möglicherweise auch einige Top-Manager ausspioniert wurden. Ziel war es, eine undichte Stelle in der Konzernführung zu finden.
Dabei geht es um den Zeitraum, in dem Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel das Unternehmen lenkten. Eine Berliner Wirtschaftsdetektei soll in deren Auftrag Verbindungsdaten ausgewertet haben, um mögliche Kontakte aus der Konzernspitze zu Journalisten aufzudecken.
Allerdings tauchten nun weitere Vorwürfe auf. Die 'Financial Times Deutschland' will Informationen erhalten haben, nach denen bereits im Jahr 2000 unter anderem ihr früherer Chefreporter und ein Redakteur des Wirtschaftsmagazins 'Capital' ausspioniert wurden. Dies fiele unter die Amtszeit Ron Sommers. Der Verlag Gruner + Jahr, zudem beide Publikationen gehören, will sich rechtliche Schritte vorbehalten.
Strafrechtlich relevant ist die Spitzelaffäre hinsichtlich des Post- und Fernmeldegeheimnises sowie des Datenschutzgesetzes. Der aktuelle Vorstand hatte angekündigt, die Aufklärung in vollem Umfang zu unterstützen. Gegen den aktuellen Konzernchef René Obermann werden keine Vorwürfe erhoben.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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