Tech-Konzerne häufen für KI Schatten-Schulden in Billionen-Höhe an
Die großen US-Technologiekonzerne haben Schatten-Schulden in Billionen-Höhe aufgebaut. Insbesondere die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur ließen gigantische Verpflichtungen entstehen, die nicht direkt in den Bilanzen auftauchen.
Demnach summierten sich die bilanziell nicht erfassten Verpflichtungen im jüngsten Quartal auf rund 1,65 Billionen Dollar, während die in den Bilanzen ausgewiesenen Schulden bei etwa 1,35 Billionen Dollar lagen. Ein Teil der Berechnungen beruht allerdings auf Schätzungen.
Besonders hoch sind die versteckten Verpflichtungen laut der Analyse bei Meta. Sie werden auf rund 420 Milliarden Dollar beziffert und liegen damit fast dreimal so hoch wie die offiziell ausgewiesenen Schulden des Konzerns. Oracle verzeichnete mit rund 273 Milliarden Dollar ebenfalls einen starken Anstieg. Binnen vier Jahren haben sich diese Verpflichtungen dort mehr als verdreißigfacht.
Hintergrund ist der enorme Investitionsbedarf für Rechenzentren und Hochleistungsrechner, die für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz benötigt werden. Anstatt sämtliche Infrastruktur selbst zu finanzieren, schließen die Unternehmen häufig langfristige Leasing- und Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren oder Hardware-Herstellern ab. Nach den geltenden Bilanzierungsregeln erscheinen solche zukünftigen Verpflichtungen oft nicht direkt in der Bilanz, sondern lediglich in den Erläuterungen der Quartalsberichte.
Die Technologiekonzerne verweisen dagegen auf hohe künftige Einnahmen. Microsoft, Alphabet und Amazon verfügten Ende März zusammen über Auftragsbestände im Cloud-Geschäft und anderen Bereichen von rund 1,45 Billionen Dollar. Amazon-Web-Services-Chef Matt Garman bezeichnete die Investitionen als keineswegs spekulativ. Alle fünf Unternehmen wollten die Ergebnisse der Nikkei-Analyse auf Anfrage nicht kommentieren.
Experten warnen dennoch, dass ein Teil der heute noch außerhalb der Bilanz stehenden Verpflichtungen später bilanziell wirksam werden dürfte. Sollten die erwarteten KI-Nachfrage und die Auslastung neuer Rechenzentren hinter den Prognosen zurückbleiben, könnten erhebliche Wertberichtigungen und Verluste die Folge sein - nicht nur für die genannten Unternehmen, sondern auch für ihre Vertragspartner und die ganze IT-Branche.
Siehe auch:
Verpflichtungen in die Zukunft hinein
Laut einer Analyse des japanischen Wirtschaftsblattes Nikkei geht es um einen Betrag von inzwischen rund 1,65 Billionen Dollar. Die sogenannten Off-Balance-Verbindlichkeiten übersteigen damit sogar die offiziell ausgewiesenen Finanzschulden der fünf untersuchten Unternehmen, hieß es. Für die Untersuchung wertete Nikkei Geschäftsberichte und weitere Finanzunterlagen von Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Oracle aus.Demnach summierten sich die bilanziell nicht erfassten Verpflichtungen im jüngsten Quartal auf rund 1,65 Billionen Dollar, während die in den Bilanzen ausgewiesenen Schulden bei etwa 1,35 Billionen Dollar lagen. Ein Teil der Berechnungen beruht allerdings auf Schätzungen.
Besonders hoch sind die versteckten Verpflichtungen laut der Analyse bei Meta. Sie werden auf rund 420 Milliarden Dollar beziffert und liegen damit fast dreimal so hoch wie die offiziell ausgewiesenen Schulden des Konzerns. Oracle verzeichnete mit rund 273 Milliarden Dollar ebenfalls einen starken Anstieg. Binnen vier Jahren haben sich diese Verpflichtungen dort mehr als verdreißigfacht.
Hintergrund ist der enorme Investitionsbedarf für Rechenzentren und Hochleistungsrechner, die für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz benötigt werden. Anstatt sämtliche Infrastruktur selbst zu finanzieren, schließen die Unternehmen häufig langfristige Leasing- und Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren oder Hardware-Herstellern ab. Nach den geltenden Bilanzierungsregeln erscheinen solche zukünftigen Verpflichtungen oft nicht direkt in der Bilanz, sondern lediglich in den Erläuterungen der Quartalsberichte.
KI ist zum Erfolg verdammt
Für Anleger erschwert das die Einschätzung der tatsächlichen finanziellen Belastung. Auch Marktbeobachter äußern inzwischen Bedenken. So haben unter anderem Morgan Stanley und die Ratingagentur Moody's auf den starken Anstieg langfristiger Leasingverpflichtungen hingewiesen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bezeichnete diese Form der Finanzierung in einem Bericht als "Shadow Borrowing" und warnte vor Risiken, falls KI-Investitionen hinter den Erwartungen zurückbleiben.Die Technologiekonzerne verweisen dagegen auf hohe künftige Einnahmen. Microsoft, Alphabet und Amazon verfügten Ende März zusammen über Auftragsbestände im Cloud-Geschäft und anderen Bereichen von rund 1,45 Billionen Dollar. Amazon-Web-Services-Chef Matt Garman bezeichnete die Investitionen als keineswegs spekulativ. Alle fünf Unternehmen wollten die Ergebnisse der Nikkei-Analyse auf Anfrage nicht kommentieren.
Experten warnen dennoch, dass ein Teil der heute noch außerhalb der Bilanz stehenden Verpflichtungen später bilanziell wirksam werden dürfte. Sollten die erwarteten KI-Nachfrage und die Auslastung neuer Rechenzentren hinter den Prognosen zurückbleiben, könnten erhebliche Wertberichtigungen und Verluste die Folge sein - nicht nur für die genannten Unternehmen, sondern auch für ihre Vertragspartner und die ganze IT-Branche.
Zusammenfassung
- Fünf US-Tech-Konzerne haben hohe Schatten-Schulden für KI aufgebaut
- Insgesamt liegen verdeckte Schulden bei rund 1,65 Billionen Dollar
- Meta weist mit etwa 420 Milliarden Dollar die höchsten Summen auf
- Der Grund dafür sind langfristige Leasingverträge für Rechenzentren
- Ratingagenturen und Banken warnen vor Risiken dieser Finanzierung
- Dagegen verweisen die Konzerne auf sehr hohe künftige Cloud-Einnahmen
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