Microsoft testet Kimi K3:
Steckt in Copilot bald eine KI aus China?

Microsoft prüft einem Medienbericht zufolge den Einsatz des chinesischen KI-Modells Kimi K3 für seinen KI-Assistenten Copilot. Das könnte die bisherigen Kosten und Abhängigkeiten reduzieren, dem Konzern aber auch Ärger mit der US-Regierung einbringen.
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Integration in Azure läuft

Wie The Information berichtet, arbeitet Microsoft derzeit daran, Kimi K3 in seine Cloud-Plattform Azure zu integrieren. Parallel dazu sollen Entwickler untersuchen, ob sich das Modell für Copilot-Funktionen eignet, die bislang auf den KI-Systemen von OpenAI oder Anthropic basieren. Eine Entscheidung über den produktiven Einsatz sei jedoch noch nicht gefallen.

Dem Bericht zufolge könnten sich die Kosten für die sogenannte KI-Inferenz, also die Rechenleistung, die für Nutzeranfragen und die Generierung einer Antworten benötigt wird, durch den Einsatz der China-I um bis zu 600 Millionen Dollar reduzieren. Microsoft selbst hat diese Schätzung bislang weder bestätigt noch Angaben dazu gemacht, welche Copilot-Funktionen gegebenenfalls auf Kimi K3 umgestellt werden könnten.


Nach Informationen von The Information hat Microsoft bereits in der Vergangenheit Modelle des chinesischen Unternehmens DeepSeek sowie frühere Versionen von Kimi getestet. Das deutet darauf hin, dass der Konzern seine Strategie breiter aufstellen und je nach Anwendungsfall unterschiedliche KI-Modelle einsetzen möchte, anstatt sich auf einen einzelnen Anbieter zu verlassen.

Ob Kimi K3 den Anforderungen von Copilot genügt, muss sich allerdings erst zeigen. Vor einem möglichen Einsatz prüfen die Entwickler unter anderem die Qualität der Antworten, die Zuverlässigkeit, die Sicherheit sowie die Reaktionsgeschwindigkeit des Modells.

Frisch vorgestellt

Das Entwicklungsunternehmen Moonshot AI hatte Kimi K3 erst in der letzten Woche offiziell vorgestellt. Der Anbieter beschreibt das Modell als KI mit 2,8 Billionen Parametern, multimodalen Fähigkeiten und einem Kontextfenster von bis zu einer Million Token. Es soll insbesondere für Programmierung, Wissensarbeit und komplexe Schlussfolgerungen ausgelegt sein.

Ein möglicher Vorteil für Microsoft liegt zudem in der offenen Modellstruktur von Kimi K3. Diese erlaubt es, das Modell auf Azure selbst zu betreiben und gezielt zu optimieren. Einfachere Copilot-Aufgaben könnten so von günstigeren Modellen übernommen werden, während leistungsstärkere und teurere Systeme nur für besonders anspruchsvolle Anfragen genutzt würden.

Die Überlegungen passen zu Microsofts jüngster Strategie rund um die Plattform Foundry. Dort wirbt das Unternehmen dafür, KI-Modelle je nach Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Geschwindigkeit und Kosten auszuwählen. Auf der öffentlichen Preisseite von Foundry sind bereits mehrere ältere Kimi-Modelle aufgeführt, Kimi K3 fehlt bislang jedoch noch. Das ist ein Hinweis darauf, dass dessen Integration in Azure noch nicht abgeschlossen ist.

Zusammenfassung
  • Microsoft testet das chinesische KI-Modell Kimi K3 für den Copilot
  • Der Einsatz des Modells könnte bis zu 600 Millionen Dollar einsparen
  • Moonshot AI hat Kimi K3 mit 2,8 Billionen Parametern neu vorgestellt
  • Die Integration des neuen Modells in Azure wird derzeit vorbereitet
  • Ziel ist es, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu reduzieren

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