Neue Windows-Hardware: Microsoft entkoppelt TPM 2.0 von Pluton

Microsoft entzieht seinem Sicherheitschip Pluton ab 2026 die Rolle als TPM 2.0 für künftige Windows-Systeme. Die wichtige Funktion übernehmen dann primär die jeweiligen Chiphersteller über ihre Firmware. Die Gründe für den Schritt bleiben unklar.
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WinFuture/KI-generiert
  • Microsoft passt die Hardware-Richtlinien für kommende Windows-Rechner an
  • Ab 2026 dient der Pluton-Chip bei AMD und Qualcomm nicht mehr als TPM
  • Die TPM-Funktion wird künftig über Firmware-TPM der Hersteller realisiert
  • Bestehende Systeme bis einschließlich 2025 sind von dieser Neuerung ausgenommen
  • Pluton bleibt weiterhin zur hardwareisolierten Absicherung aktiv im System
  • Genaue Gründe für die Trennung der TPM-Funktion nennt Microsoft derzeit nicht

Neue Vorgaben für Windows

Die Änderung betrifft nur die TPM-Funktion. Wie der X-Nutzer Longhorn unter Berufung auf offizielle Dokumentationen berichtet, bleibt der Pluton-Sicherheitsprozessor auf aktuellen und künftigen Windows-Geräten erhalten. Er stellt weiterhin eine hardwareisolierte Sicherheitsumgebung bereit und soll sensible Daten und kryptografische Schlüssel vor Angriffen schützen.

Ab den ab 2026 eingeführten Chipsätzen fungiert Microsoft Pluton auf AMD- und Qualcomm-Plattformen nicht mehr als TPM. Auf diesen Plattformen sowie auf Intel-Plattformen wird die TPM-2.0-Funktionalität stattdessen über das Herstellertreibprogramm TPM (fTPM) oder ein eigenständiges TPM bereitgestellt.
Microsoft Support


Microsoft ändert damit ohne weitere Erklärung seine Hardware-Richtlinien für künftige Windows-Rechner. Bei Chipsätzen, die ab 2026 eingeführt werden, übernimmt der hauseigene Sicherheitschip Pluton auf Plattformen von AMD und Qualcomm nicht mehr die Rolle des Trusted Platform Module (TPM 2.0).

Auf diesen Plattformen und bei Intel stellt dann das Firmware-TPM (fTPM) des jeweiligen Chipherstellers die TPM-Funktion bereit, etwa Intels Platform Trust Technology. Alternativ kann ein separates TPM verbaut werden.

Bestehende Geräte sind von der Änderung nicht betroffen. Rechner mit AMD- und Qualcomm-Chips der Generation 2025 oder älter, die ab Werk mit Pluton als TPM ausgeliefert wurden, werden laut Microsoft weiterhin vollständig gewartet und unterstützt. Die Änderung gilt nur für neue Chip-Plattformen ab 2026. Das TPM ist Voraussetzung für Windows und Grundlage für Sicherheitsfunktionen wie die Laufwerksverschlüsselung BitLocker und die biometrische Anmeldung über Windows Hello.

Pluton bleibt weiterhin aktiv

Microsoft hatte Pluton 2020 angekündigt, um Windows-Systeme auf Hardware-Ebene besser abzusichern. Erste Prozessoren mit dem Coprozessor kamen 2022 auf den Markt. Weil der Chip direkt im System-on-Chip sitzt, sollte er vor allem sogenannte Bus-Sniffing-Angriffe verhindern. Dabei werden Daten auf dem Weg zwischen CPU und einem externen TPM-Chip abgefangen.

Unterstützt werden derzeit unter anderem AMDs Prozessoren der Serien Ryzen 6000, 7000, 8000, 9000 und Ryzen AI. Bei Intel sind es Berichten zufolge die Reihen Core Ultra 200V, Ultra 3 und Serie 3, bei Qualcomm der Snapdragon 8cx Gen 3 und der Snapdragon X (via Deskmodder).

Gründe bleiben vorerst unklar

Warum Microsoft die TPM-Funktion von den übrigen Aufgaben des Pluton-Chips trennt, hat das Unternehmen bislang nicht erklärt. Offen ist, ob technische Kompatibilitätsprobleme, veränderte Lieferketten, eine neue Sicherheitsstrategie oder die Umsetzung bei einzelnen Hardwarepartnern den Ausschlag gegeben haben.

Was haltet ihr von Microsofts Entscheidung, die TPM-Funktionen wieder aus dem eigenen Sicherheitschip auszulagern? Teilt eure Gedanken zu diesem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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