Windows-Chef: Microsoft hält an Vision für 'agentisches OS' fest

Microsoft will Windows in den kommenden Jahren stärker auch für die "Nutzung" durch KI-Agenten öffnen, die Aufgaben im Auftrag der menschlichen Anwender automatisiert erledigen. Men­schen und Agenten sollen Windows so gleichermaßen verwenden können.
Microsoft Corporation, Pavan Davuluri, Person

    Windows-Chef plant immer noch das 'Agentic OS'

    Als Microsofts damals frisch eingesetzter Executive Vice President for Windows and Devices Pavan Davuluri im November 2025 in einem Social-Media-Post von Windows als "Agentic OS", also einem "agentischen Betriebssystem", sprach, hagelte es umgehend massive Kritik. Viele User waren noch immer nicht bereit, den Einzug von KI in Windows zu tolerieren, was sich bis heute auch nur begrenzt geändert hat.

    Seitdem spricht Davuluri zwar anders über den Einsatz von KI unter Windows, von der Idee, dass "KI-Agenten" für den menschlichen Nutzer bestimmte Aufgaben übernehmen, hat er sich allerdings keineswegs verabschiedet. Stattdessen versucht man bei Microsoft laut einem jüngst von GeekWire mit Davuluri geführten Gespräch gleichzeitig die Bedürfnisse der Nutzer zu befriedigen, während auf der anderen Seite "KI-Workloads" dazukommen sollen.

    Menschen und Agenten sollen PCs nutzen

    "Die Nutzer von Windows werden auch in Zukunft Nutzer bleiben ... aber es werden auch diese agentenbasierten Workloads hinzukommen", so Davuluri im Gespräch mit Mary-Jo Foley bei GeekWire. Windows müsse sich weiterentwickeln, um agentische Workloads mit neuen Fähigkeiten auf Plattformebene zu unterstützen, die derzeit von seinem Team entwickelt werden.


    Die Low-Level-Funktionen betreffen unter anderem den Umgang mit Sicherheit, Identitätsmanagement, Governance, Überwachbarkeit und Leistung, wenn es um die native Erstellung und den Betrieb von Agenten geht, hieß es weiter. Dazu werden wahrscheinlich Dinge wie das Dateisystem, das Sicherheitsmodell, PowerShell und andere grundlegende Komponenten angepasst.

    Microsoft arbeitet erst unter, dann auf der Oberfläche

    Schon jetzt ist Windows in der Lage, Agenten eine lokale ID oder eine cloudbasierte Identität über Entra zuzuweisen. Außerdem sollen die sogenannten Microsoft Execution Container dafür sorgen, dass KI-Agenten abgesichert werden, indem man nicht vertrauenswürdigen Code in Sandboxes oder Virtual Machines ausführt.

    Nach Angaben von Davuluri konzentriert sich Microsoft zunächst auf diese Veränderungen unter der Haube, bevor man für die "Human+Agent Future" an der Oberfläche aktiv wird. Die dafür benötigte Hardware hält unterdessen nur langsam Einzug.

    PCs mit RTX Spark rücken Agenten in den Mittelpunkt

    Nachdem Qualcomm und mittlerweile auch AMD und Intel ihre Chips zunehmend mit speziellen Recheneinheiten für lokal zu erledigende KI-Aufgaben ausgerüstet haben, will man mit der Einführung der ersten Geräte auf Basis des Nvidia-RTX-Spark in Form des Surface Laptop Ultra und anderer Notebooks in diesem Herbst die nächste Stufe zünden und damit Produkte bieten, auf denen die von Davuluri in Aussicht gestellten "Agenten" verstärkt zum Einsatz kommen können.

    Fokus auf das große Ganze, weniger auf Details

    Was den Umgang mit den menschlichen Nutzern von Windows angeht, setzt Davuluri nach eigenen Angaben auf eine Reihe von grundlegenden Prinzipien. So soll Windows als vollständiges "Ende-zu-Ende"-Ökosystem behandelt werden, bei dem man sich verstärkt auf komplette Nutzungserlebnisse und Workflows konzentriert als auf individuelle Funktionen.

    Außerdem will man das Betriebssystem offen und transparent weiterentwickeln, wobei klar über Pläne und Prioritäten kommuniziert wird. Dabei soll es allerdings weniger Diskussionen über einzelne Funktionen in bestimmten Builds geben, sondern eher darum, welche Ergebnisse Microsoft für bestimmte Nutzergruppen erreichen will.

    "Es gibt nicht die eine Art von Ring für über eine Milliarde Nutzer auf der Plattform", sagte Davuluri. Zu den Windows-Nutzern gehören Menschen, die das Produkt auf vielfältige Weise nutzen. Daher "müssen wir uns darüber im Klaren sein, welche Maßnahmen wir ergreifen, um die gesamte Plattform voranzubringen - und welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, die spezifisch und einzigartig für jede unserer Nutzergruppen sind, je nachdem, wie diese das Gerät in erster Linie oder typischerweise nutzen."

    Zusammenfassung
    • Windows-Chef Davuluri hält trotz Kritik an Plänen für das Agentic OS fest
    • Menschliche Anwender und KI-Agenten sollen Windows künftig parallel nutzen
    • Microsoft passt dafür grundlegende Low-Level-Funktionen im System an
    • Neue Notebooks mit Nvidia RTX Spark sollen lokale KI-Agenten unterstützen
    • Der Fokus liegt auf dem gesamten Ökosystem statt auf Einzelfunktionen

    Siehe auch:
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