Frankreich macht Ernst: Linux und weitere freie Software für Behörden
Frankreich macht Ernst bei der digitalen Souveränität und verabschiedet sich von amerikanischer Software. Ein neuer Fahrplan sieht zudem den schrittweisen Wechsel von Windows zu Linux vor. Andere Länder in Europa gehen einen ähnlichen Weg.
Insgesamt betrifft der gesamte Open-Source-Umbau potenziell rund 2,5 Millionen Angestellte im öffentlichen Dienst. Neben dem Betriebssystem stehen Kommunikationswerkzeuge auf dem Prüfstand. Die nationale Krankenversicherung stellt etwa ihre 80.000 Beschäftigten auf den Messenger Tchap, die eigens entwickelte Videokonferenzsoftware Visio und den Datendienst FranceTransfert um. Offene Standards wie Open-Interop sollen den Austausch einzelner Komponenten erleichtern. Komplette Infrastrukturen müssen so nicht neu aufgebaut werden.
Die vorgelegten Pläne der einzelnen Ministerien müssen spezifische Vorgaben erfüllen. Der Katalog verlangt klare Konzepte für den Austausch zentraler IT-Bausteine. Dazu gehören Arbeitsplatzsysteme, Kollaborationswerkzeuge, Antivirensoftware und Netzwerktechnik. Ebenso müssen Strategien für Systeme der Künstlichen Intelligenz, Datenbanken und Virtualisierung ausgearbeitet werden. Das Vorgehen stellt sicher, dass alle Behörden an einem Strang ziehen.
So hat Schleswig-Holstein bereits einen großen Teil seiner Arbeitsplätze auf freie Software migriert. Dass eine Migration auf neue Software wie Linux jedoch nicht immer gelingt, zeigt das "LiMux"-Projekt der bayerischen Landeshauptstadt München. Letztlich kehrte man unter hohen Kosten nach einiger Zeit zurück zu Windows.
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Siehe auch:
Fahrplan für freie Software
Die französische Regierung treibt nach einer ersten Ankündigung die Abnabelung von außereuropäischen IT-Konzernen konsequent voran. Nachdem bereits die Stadtverwaltung von Lyon Mitte 2025 entschlossen hatte, Microsoft Office mit OnlyOffice zu ersetzen, wurde nun ein detaillierter Plan der Regierung verabschiedet, um die digitale Souveränität des gesamten Landes nachhaltig zu stärken. Die Verwaltung plant unter anderem, auf den Rechnern von Beamten des Digitalisierungsministeriums DINUM künftig Linux anstelle von Windows einzusetzen.Insgesamt betrifft der gesamte Open-Source-Umbau potenziell rund 2,5 Millionen Angestellte im öffentlichen Dienst. Neben dem Betriebssystem stehen Kommunikationswerkzeuge auf dem Prüfstand. Die nationale Krankenversicherung stellt etwa ihre 80.000 Beschäftigten auf den Messenger Tchap, die eigens entwickelte Videokonferenzsoftware Visio und den Datendienst FranceTransfert um. Offene Standards wie Open-Interop sollen den Austausch einzelner Komponenten erleichtern. Komplette Infrastrukturen müssen so nicht neu aufgebaut werden.
Schnelle Umsetzung geplant
Wie die französische Regierung jetzt mitteilt, muss jedes Ministerium bis Herbst 2026 zwingend einen Plan für den eigenen Umstieg vorlegen. Das soll einen strukturierten Übergang gewährleisten und teure Insellösungen vermeiden. Im Juni 2026 sind zudem erste Branchentreffen geplant, um Allianzen mit europäischen Softwarefirmen zu bilden.Die vorgelegten Pläne der einzelnen Ministerien müssen spezifische Vorgaben erfüllen. Der Katalog verlangt klare Konzepte für den Austausch zentraler IT-Bausteine. Dazu gehören Arbeitsplatzsysteme, Kollaborationswerkzeuge, Antivirensoftware und Netzwerktechnik. Ebenso müssen Strategien für Systeme der Künstlichen Intelligenz, Datenbanken und Virtualisierung ausgearbeitet werden. Das Vorgehen stellt sicher, dass alle Behörden an einem Strang ziehen.
Europäischer Trend
Die Abkehr von amerikanischen Anbietern bringt handfeste Vorteile wie eine höhere Datensicherheit und langfristige Kosteneinsparungen mit sich. Ein Nachteil ist jedoch der hohe initiale Schulungsaufwand für die Mitarbeiter, da gewohnte Arbeitsabläufe neu erlernt werden müssen. Frankreich steht mit seinem Vorhaben jedoch nicht allein da. Auch in Deutschland und Dänemark stellen Behörden zunehmend auf quelloffene Alternativen wie LibreOffice um.So hat Schleswig-Holstein bereits einen großen Teil seiner Arbeitsplätze auf freie Software migriert. Dass eine Migration auf neue Software wie Linux jedoch nicht immer gelingt, zeigt das "LiMux"-Projekt der bayerischen Landeshauptstadt München. Letztlich kehrte man unter hohen Kosten nach einiger Zeit zurück zu Windows.
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Zusammenfassung
- Frankreich stellt konkreten Plan für Umbau seiner IT für mehr Unabhängigkeit vor
- DINUM steuert den Umbau, will all seine PCs von Windows auf Linux umstellen
- Andere Ministerien liefern bis Herbst 2026 Pläne für eigene Umstellungen
- Bis zu 2,5 Millionen Arbeitsplätze in Behörden sind betroffen
- Krankenversicherung wechselt zu Tchap, Visio und FranceTransfert
- Offene Standards sollen Austausch erleichtern und Insellösungen bremsen
- Vorteile sind mehr Souveränität, Datenschutz und geringere Folgekosten
- Hoher initialer Schulungsaufwand bei Personal gilt als Nachteil
Siehe auch:
- Schluss mit Microsoft: Europäische Firmen bauen eigene Office-Suite
- EU-Kommission testet europäischen Ersatz für Microsoft Teams
- Unabhängigkeit: Europas Forschungsdaten sollen von US-Clouds runter
- IStGH wirft MS Office raus und setzt auf deutsches Open-Source-Projekt
- Open Source: Schleswig-Holstein hat MS Outlook erfolgreich verbannt
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