Microsoft ade: Trump-Politik treibt Dänemark zu Open-Source-Software

Dänemark will seine digitale Souveränität stärken und plant, Microsoft-Pro­duk­te durch Open-Source-Alternativen zu ersetzen. Das Digi­tali­sie­rungs­mi­nis­te­rium beginnt bereits im kommenden Monat mit der Umstellung auf Linux und LibreOffice.
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WinFuture/KI-generiert
Dänemark macht Ernst mit seinem Streben nach digitaler Souveränität. Die dänische Ministerin für Digitalisierung, Caroline Stage Olsen, hat angekündigt, dass ihr Ministerium bereits im kommenden Monat mit der Umstellung von Microsoft-Produkten auf Open-Source-Alternativen beginnen wird. Zunächst sollen etwa die Hälfte der Mitarbeiter von Windows und Microsoft 365 auf Linux und LibreOffice wechseln. "Wenn alles wie erwartet läuft, werden im Herbst alle Mitarbeiter auf einer Open-Source-Lösung arbeiten", berichtete die dänische Nachrichtenseite Politiken.

Die Entscheidung folgt einem ähnlichen Schritt der beiden größten dänischen Städte Kopenhagen und Aarhus, die ebenfalls Pläne zur Abkehr von Microsoft-Software angekündigt haben. Auch in Deutschland gibt es vergleichbare Bestrebungen: Das Bundesland Schleswig-Holstein plant, bis 2027 etwa 30.000 Computer in Behörden auf Open-Source-Software umzustellen.

Laut Politiken erklärte Caroline Stage, dass "digitale Souveränität" nun eine Priorität in der neuen vierjährigen Digitalisierungsstrategie des Ministeriums sei. Die Umstellung verspricht Kosteneinsparungen und soll die Abhängigkeit des Ministeriums von US-Software reduzieren.

Hintergrund sind hier auch die Spannungen mit den USA, die seit den Drohungen der Trump-Regierung hinsichtlich Grönland die dänische Politik prägen. US-Präsident Donald Trump hat vor Wochen ankündigt, sein Land wolle Grönland übernehmen. Die Insel im Nordatlantik ist ein selbstverwalteter Teil Dänemarks, und die Empörung über Trumps Vorschlag ist enorm. Der Wunsch, die Abhängigkeit von US-Unternehmen zu verringern, ist daher dort offenbar noch größer als im übrigen Europa.


IStGH-Vorfall als Weckruf

Ein konkreter Anlass für diese Entwicklung könnte ein Vorfall im Zusammenhang mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) sein. Wie Politiken hinweist, verlor der Chefankläger des IStGH, Karim Khan, nach Sanktionen von US-Präsident Donald Trump den Zugang zu seinem Microsoft-Konto. Das hat in Europa für erhebliche Beunruhigung gesorgt und Fragen zur Abhängigkeit von US-Technologieunternehmen aufgeworfen.

Wirtschaftliche Überlegungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Kopenhagens Ausgaben für Microsoft-Software sind von 313 Millionen Kronen im Jahr 2018 auf 538 Millionen Kronen (etwa 72 Millionen Euro) im Jahr 2023 gestiegen - ein Anstieg um 72 Prozent in nur fünf Jahren.

Stage zeigt sich in Bezug auf drohende Probleme beim Wechsel auf Open-Source pragmatisch und hat einen einfachen Notfallplan: "Wenn die Umstellung zu kompliziert wird, können wir sofort zu Microsoft zurückkehren", erklärte sie gegenüber Politiken. Gleichzeitig betonte sie ihre Entschlossenheit mit den Worten: "Wir kommen unserem Ziel nicht näher, wenn wir nicht anfangen." Bisher sei die Resonanz ihres Teams aber positiv gewesen, so die Ministerin.

Was haltet ihr von Dänemarks Entscheidung? Könnte ein solcher Schritt auch in Deutschland flächendeckend funktionieren? Teilt eure Meinung zu Open-Source-Alternativen in den Kommentaren mit!

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Zusammenfassung
  • Dänisches Digitalisierungsministerium wechselt zu Linux und LibreOffice
  • Digitale Souveränität steht im Mittelpunkt der neuen Strategie
  • Kopenhagens Ausgaben für Microsoft-Produkte stiegen um 72 Prozent
  • Trumps Grönland-Interesse verstärkt Dänemarks Unabhängigkeitsstreben
  • IStGH-Chefankläger verlor nach Trump-Sanktionen sein Microsoft-Konto
  • Schleswig-Holstein plant ähnliche Umstellung bis 2027
  • Ministerin Stage sieht Rückkehr zu Microsoft als möglichen Notfallplan

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