Schleswig-Holstein: Meilenstein in der Umstellung weg von Microsoft

Lizenzkosten, Datensicherheit und Unabhängigkeit treiben Schles­wig-Holstein zur Abkehr von Microsoft. Fast 80 Prozent der Verwaltung nutzen bereits LibreOffice, auch wenn die Opposition weiterhin technische Mängel im Arbeitsalltag beklagt.
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Migrationsstand bei 80 Prozent

Schleswig-Holstein setzt seine Strategie zur digitalen Souveränität mit Open-Source-Software fort. Nach Angaben der Landesregierung nutzen inzwischen rund 80 Prozent der Beschäftigten in der Landesverwaltung die Bürosuite LibreOffice. An den betroffenen Arbeitsplätzen wurden Microsoft Office und Outlook deinstalliert.

Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) nennt als Vorteil eine jährliche Einsparung von über 15 Millionen Euro bei Lizenzkosten. Für die Migration und technische Weiterentwicklung der Open-Source-Lösungen entstehen 2026 einmalige Kosten von rund neun Millionen Euro. Ziel ist die Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Softwareherstellern.


Open-Xchange

Die Einführung von LibreOffice ist Teil der Strategie "Open Innovation und Open Source". Bereits zuvor wurden rund 44.000 E-Mail-Postfächer auf Open-Xchange umgestellt. Wie das Ministerium jetzt mitteilt, ist man in den letzten Wochen deutlich vorangekommen.

Im Sachstandsbericht heißt es zudem, der IT-Dienstleister Dataport setze zunehmend auf quelloffene Anwendungen wie Matrix-Messenger und Videokonferenzsysteme auf landeseigenen Servern. Der Bereich der Steuerverwaltung bleibt vorerst bei proprietärer Software, da die bundesweite Kooperation KONSENS auf bestimmte Schnittstellen angewiesen ist.

Bei rund 20 Prozent der Arbeitsplätze bestehen weiterhin technische Abhängigkeiten von Microsoft-Formaten. Migrationspfade seien vorgesehen.

Wir setzen mit der Einführung von LibreOffice als Standard unsere Open Innovation und Open Source Strategie weiter konsequent um und stärken die digitale Souveränität des Landes. So reduzieren wir unsere technische und damit wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Herstellern.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter
Mit dem Wechsel zu LibreOffice setzt das Land auf das Open Document Format (ODF) anstelle von DOCX oder XLSX. Dadurch sollen Dokumente langfristig unabhängig von bestimmten Programmen lesbar bleiben.

Die Umstellung stößt nicht überall auf Zustimmung. Der SPD-Landtagsabgeordnete Kianusch Stender kritisiert, dass viele Beschäftigte weiterhin nicht reibungslos mit der neuen Software arbeiten können. Der grüne Landtagsabgeordnete Jan Kürschner spricht von anfänglichen Reibungsverlusten, sieht aber Chancen für die Modernisierung von Verwaltungsprozessen (via Kieler Nachrichten).

Langfristig bietet Open Source Ansätze für mehr Unabhängigkeit und Flexibilität in der öffentlichen IT. In letzter Zeit gibt es in Europa vermehrte Bestrebungen, die eigene digitale Abhängigkeit von US-Firmen zu reduzieren. Sowohl in Dänemark als auch in Frankreich setzt man in Zukunft auf europäische Software-Alternativen. In Schleswig-Holstein arbeitet man nun schon etliche Jahre daran, Microsoft hinauszuwerfen und seine Verwaltung auf Open-Source-Programme umzustellen.

Wie beurteilt ihr den radikalen Schnitt des Landes, komplett auf Open Source zu setzen? Seht ihr LibreOffice als echte Alternative für den Behördenalltag oder überwiegen die Hürden? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren.

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Zusammenfassung
  • Schleswig-Holstein setzt auf Open-Source-Software für digitale Souveränität
  • Rund 80 Prozent der Landesverwaltung nutzen bereits LibreOffice statt Microsoft
  • Jährliche Einsparung von 15 Millionen Euro bei Lizenzkosten ab 2026 erwartet
  • E-Mail-Postfächer auf Open-Xchange umgestellt sowie Matrix-Messenger eingeführt
  • Steuerverwaltung bleibt aufgrund bundesweiter Abhängigkeiten bei Microsoft
  • Landesregierung wechselt zu Open Document Format für nachhaltige Nutzbarkeit
  • Opposition kritisiert Startschwierigkeiten bei der Umstellung im Arbeitsalltag

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