Windows 11: Microsoft sperrt Registry-Hack für schnellere NVMe-SSDs

Microsoft hat einen Registry-Hack unwirksam gemacht, mit dem sich ein neuer, nativer NVMe-Treiber für Solid-State-Drives aktivieren ließ. Der stark leistungssteigernde neue Treiber kann nun nur noch mit Tools von Drittanbietern zum Laufen gebracht werden.
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NVMe-Treiber nicht mehr per Reg-Hack aktivierbar

Wer unter Windows 11 die maximale Performance aus seiner NVMe-SSD holen wollte, konnte bis zuletzt mittels eines relativ simplen Eingriffs in die Registrierungsdatenbank dafür sorgen, dass ein entsprechender nativer Treiber aktiviert wurde, der teilweise erheblich höhere Leistung lieferte.

Microsoft hat laut Nutzern des MyDigitalLife-Forums nun aber offenbar entschieden, die Aktivierung des eigentlich ab Werk enthaltenen, aber deaktivierten Treibers mit dem Namen nvmedisk.sys über die Modifikation von vier bestimmten Reg-Einträgen in den jüngsten Insider-Builds nicht mehr zuzulassen. Warum diese Gegenmaßnahme umgesetzt wurde, ist offen.

Bald offizielle Unterstützung für den neuen Treiber?

Denkbar wäre, dass Microsoft mit einer für den weiteren Jahresverlauf geplanten Aktualisierung von Windows 11 ganz offiziell die Verwendung des seit Ende 2025 erstmals mitgelieferten nativen NVMe-Treibers ermöglichen will. Vielleicht versucht man durch die Deaktivierung des Registry-Hacks also mögliche Probleme in diesem Kontext zu vermeiden.

Wer dennoch unbedingt weiter den neuen, nativen NVMe-Treiber nutzen und auf keinen Fall auf die Performance-Gewinne verzichten will, kann laut DeskModder auf eigenes Risiko mit dem Open-Source-Programm ViveTool die Feature-IDs 60786016 und 48433719 aktivieren. Mit einer mit erhöhten Rechten ausgeführten Eingabeaufforderung und einem anschließenden Neustart sollte der Treiber dann trotz Microsofts Eingreifen gegen die Reg-Hacks weiter genutzt werden können.

Update 25.03.2026 10:00 Uhr: Wie X/Twitter-User PhantomOfEarth anmerkt, hat Microsoft offenbar lediglich den ursprünglich verwendeten Registry-Eintrag deaktiviert. Stattdessen muss nun statt der 735209102 die 3244671118 aktiviert werden, damit der native NVMe-Treiber verwendet wird. Dies lässt sich mit der altbekannten Methode auch ohne ein Drittanbieter-Tool bewerkstelligen. /Update

SSD-Management-Tools noch nicht kompatibel

Grundsätzlich ist natürlich auch weiterhin mit etwas Vorsicht zu agieren. So kann nach dem Wechsel auf den nativen Treiber unter Umständen eine Recovery-Aufforderung von BitLocker ausgelöst werden, und die SSD-Management-Tools von Herstellern wie Samsung und Western Digital sind noch immer nicht mit dem neuen Treiber kompatibel.

Microsoft hatte die nvmedisk.sys mit Windows Server 2025 Ende letzten Jahres erstmals eingeführt und verspricht, dass in Server-Systemen damit bis zu 80 Prozent höhere IOPS-Werte und eine um bis zu 45 Prozent geringere CPU-Auslastung bei hohen Zugriffszahlen erzielt werden können. In der Client-Version von Windows 11 ist der Treiber zwar inzwischen ebenfalls enthalten, aber werkseitig nicht aktiviert.

Die native NVMe-Unterstützung durch den neuen Treiber schickt ihre Kommandos theoretisch direkt an die jeweilige SSD, wodurch sich die in bestimmten Bereichen erheblichen Performance-Zuwächse erzielen lassen. Standardmäßig werden die Zugriffe bisher noch über einen SCSI-Translation-Layer geleitet, wodurch viel Leistung an Overhead und andere Faktoren verloren geht.

Zusammenfassung
  • Microsoft hat den Registry-Hack für schnellere NVMe-SSDs gesperrt
  • Der native NVMe-Treiber nvmedisk.sys ist werkseitig deaktiviert
  • Insider-Builds lassen die Aktivierung per Registry nicht mehr zu
  • Das Open-Source-Tool ViveTool ermöglicht weiterhin die Aktivierung
  • BitLocker kann nach dem Treiberwechsel eine Recovery-Abfrage auslösen
  • Microsofts nativer Treiber verspricht bis zu 80 Prozent höhere IOPS
  • Ohne den neuen Treiber laufen Zugriffe über einen SCSI-Translation-Layer

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