Windows-SSD-Bug: Zweiter großer Hersteller äußert sich zu Ausfällen

Nach den Berichten zu SSD-Ausfällen unter Windows 11 meldet sich nach Phison jetzt auch Hersteller Silicon Motion zu Wort und liefert eine Einschätzung der Situation. Von Microsoft gibt es hingegen weiterhin keine offizielle Stellungnahme.
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Silicon Motion gibt Einschätzung zu SSD-Ausfällen

Seit dem Windows-11-Update KB5063878 vom zwölften August gibt es Berichte über SSD-Ausfälle bei großen Schreibvorgängen von mehr als 50 Gigabyte. Das Problem wurde erstmals von einem japanischen Nutzer beim Update von Cyberpunk 2077 entdeckt, als die SSD plötzlich aus dem Betriebssystem verschwand und auch nach einem Neustart nicht mehr zugänglich war.

Mit Phison hat sich bereits ein wichtiger Hersteller zu Wort gemeldet und bestätigt, dass einige ihrer Controller von den Updates KB5063878 und KB5062660 betroffen sein könnten. Man untersuche das Problem und arbeite dazu auch mit Microsoft zusammen. Besonders betroffen scheinen SSDs mit dem Phison PS5012-E12 Controller zu sein, darunter Modelle wie die Corsair Force MP600, Kioxia Exceria Plus G4 und Sandisk Extreme Pro M.2 NVMe 3D. Das Problem betrifft jedoch auch andere Hersteller.


Silicon Motion reagiert nun als zweiter großer SSD-Controller-Hersteller und gibt laut TechPowerUp vorerst Entwarnung:

Bezüglich des Windows-11-Update-Problems: Bisher hat kein SMI-Controller ein solches Problem.
Silicon Motion
Das bedeutet jedoch nicht, dass es eine vollständige Garantie gibt, sondern lediglich, dass bisher keine SSD-Hersteller, die Silicon-Motion-Controller verwenden, entsprechende Probleme gemeldet haben. Das könnte sich jedoch noch ändern.

Technische Hintergründe des Problems

Experten vermuten, dass das letzte Windows-11-Update eine Änderung am Speicher-Stack vorgenommen hat, die zu Problemen bei der Pufferung führt. Das Betriebssystem hält zu viele Daten im gepufferten Bereich, während der Kernel die Flush-Reihenfolge falsch handhabt. Das Problem tritt vor allem auf, wenn Laufwerke zu mehr als 60 Prozent gefüllt sind, da dann der effektive SLC-Cache kleiner wird und freie Blöcke knapp werden.

Der SLC-Cache ist ein wichtiger Bestandteil moderner SSDs, der als schneller Zwischenspeicher fungiert. Bei TLC- und QLC-NAND-Speichern werden Teile der Speicherzellen temporär im Single-Level-Cell-Modus betrieben, um die Schreibgeschwindigkeit zu erhöhen. Wenn dieser Cache überlastet wird oder nicht ordnungsgemäß geleert werden kann, kann es zu Ausfällen kommen.

Marktposition der Controller-Hersteller

Silicon Motion und Phison sind die beiden dominierenden Akteure im SSD-Controller-Markt. Phison hat einen Marktanteil von 40 bis 50 Prozent bei Consumer-SSD-Controllern, was erklären könnte, warum viele der gemeldeten Probleme Phison-basierte Laufwerke betreffen. Silicon Motion folgt als zweitgrößter Anbieter mit etwa 25 bis 30 Prozent Marktanteil.

Beide Unternehmen sind hauptsächlich im Consumer-Bereich erfolgreich. Während Phison mit Controllern wie dem E26 und E18 in High-End-SSDs präsent ist, konzentriert sich Silicon Motion verstärkt auf Mainstream-Lösungen mit der SM2000-Serie. Weitere wichtige Controller-Hersteller sind Marvell, Realtek und Samsung, die jedoch primär für eigene SSD-Produkte entwickeln.

Empfehlungen für Nutzer

Das Problem scheint nicht auf bestimmte Marken beschränkt zu sein, auch wenn Phison-Controller häufiger betroffen sind. Nutzer mit entsprechenden SSDs sollten vorerst große Schreibvorgänge von mehreren zehn Gigabyte vermeiden und stattdessen Daten in kleineren Paketen übertragen. Zusätzlich empfiehlt es sich, regelmäßige Backups wichtiger Daten anzulegen und die SSD nicht über 60 Prozent zu befüllen.

Microsoft bestätigte mittlerweile gegenüber einigen Medien, dass das Problem untersucht wird. Ein konkreter Lösungstermin oder eine offizielle Stellungnahme stehen jedoch noch aus. Bis zur Veröffentlichung eines Patches sollten Nutzer also vorsichtig sein und ihre SSDs im Auge behalten.

Habt ihr bereits Probleme mit euren SSDs nach dem Windows-Update bemerkt? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Windows-11-Update KB5063878 vom 12. August verursacht SSD-Ausfälle
  • Phison-Controller in High-End-SSDs sind besonders häufig betroffen
  • Mit Silicon Motion meldet sich ein weiterer Hersteller zu Wort
  • Bisher wurden keine Probleme von SSDs mit Silicon-Motion-Controllern gemeldet
  • Experten vermuten Fehler im Speicher-Stack bei der Pufferbearbeitung
  • Problem tritt häufiger auf, wenn Laufwerke zu mehr als 60 Prozent gefüllt sind
  • Nutzer sollten große Schreibvorgänge vermeiden und Backups anlegen
  • Microsoft untersucht das Problem, hat aber noch Stellungnahme abgegeben

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