Microsoft sperrt Entwickler aus:
WireGuard-Macher kann nicht weiterarbeiten

Der Macher des Open-Source VPN-Tools WireGuard ist ebenfalls von einer unerwarteten Sperrung seines Entwickler-Kontos bei Microsoft betroffen. Es sei ihm daher derzeit nicht möglich, Treiber zu signieren oder Updates auszuliefern.
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WireGuard bildet Grundlage diverser VPN-Lösungen

Es gibt mindestens zwei weitere Fälle, in denen Microsoft ohne nachvollziehbaren Grund die Konten der Entwickler von bekannten Tools gesperrt hat. Nachdem kürzlich bekannt wurde, dass der Entwickler des Verschlüsselungs-Tools VeraCrypt eine Sperrung seines Developer-Kontos beklagte, sind nun auch der Entwickler hinter WireGuard und die Firma hinter dem Tool WindScribe betroffen.

Im Fall von WireGuard ist die Sperrung vor allem deshalb folgenreich, weil zahlreiche Drittanbieter den von dessen Entwickler Jason Donenfeld geschaffenen Treiber für die Umsetzung ihrer VPN-Lösungen verwenden. Dies gilt unter anderem für Mullvad, Proton und Tailscale. WireGuard-Macher Donenfeld erklärte jüngst, dass er wegen der Sperrung seines Entwickler-Kontos ein Update für seine Software nicht ausliefern konnte.


Microsoft habe ihn nicht über die Sperrung des Kontos informiert, so Donenfeld gegenüber TechCrunch. Sollte derzeit eine schwerwiegende Sicherheitslücke im WireGuard-Treiber entdeckt werden, könnten zahllose Nutzer in Gefahr geraten, warnte der Entwickler.

Nach eigenen Angaben war Donenfeld in den letzten Wochen damit beschäftigt, den Code von WireGuard für Windows zu modernisieren. Zuletzt habe er ein Stadium erreicht, in dem eine Kopie von Microsoft vor der Auslieferung an die Nutzer geprüft werden sollte. Beim Versuch, das Update zur Prüfung einzureichen, sei ihm jedoch der Zugang zum Entwickler-Bereich seines Microsoft-Kontos verweigert worden.

Programm zur Identitätsprüfung von Treiber-Entwicklern

Mittlerweile habe er alle Anforderungen von Microsoft erfüllt, wo man eine Identitätsprüfung anhand eines Führerscheins oder Pass-Dokuments verlangte. Der Zugriff sei aber noch immer gesperrt, heißt es. Hintergrund ist, dass Microsoft seit April 2024 eine Verifikation der Entwicklerkonten aller Partner fordert, die am Windows Hardware Program teilnehmen.

Mit dem Programm wird die Identität der Entwickler von Treibern für Windows aus Sicherheitsgründen geprüft. Mittlerweile ist das Programm aber offenbar beendet worden. WireGuard-Entwickler Donenfeld beklagt nun, dass er nie über die Notwendigkeit der Identitätsprüfung informiert worden sei.

Donenfeld hatte zunächst Widerspruch gegen die Sperrung seines Entwickler-Zugangs für Treiber-Anbieter eingelegt, doch war zunächst von einer Wartezeit von bis zu 60 Tagen die Rede, bevor eine Rückmeldung von Microsoft zu erwarten ist. Inzwischen soll Kontakt zu einem Support-Team von Microsoft hergestellt worden sein, das Abhilfe schaffen könnte. Unter Umständen bekommt der WireGuard-Macher somit früher wieder Zugriff.

Auch bei dem VPN-Anbieter WindScribe kämpft man derzeit wohl mit ähnlichen Problemen. Das Unternehmen bietet eine eigene VPN-Lösung und andere Sicherheits-Tools an und beklagte kürzlich, dass man aus dem Partner Center von Microsoft ausgesperrt worden sei. Seit mehr als einem Monat versuche man bereits, das Problem zu lösen, doch gebe es keinerlei Support von Seiten des Softwaregiganten, so die Entwickler.

Zusammenfassung
  • Microsofts Kontosperrung betrifft den WireGuard-Entwickler Donenfeld
  • Ohne signierte Treiber können keine Updates ausgeliefert werden
  • Auch die Entwickler von VeraCrypt und WindScribe sind betroffen
  • Drittanbieter wie Mullvad, Proton und Tailscale nutzen WireGuard
  • Microsoft fordert seit April 2024 eine Verifikation der Entwickler
  • Donenfeld wurde nie über die nötige Identitätsprüfung informiert
  • WindScribe wartet seit über einem Monat vergeblich auf Support

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