Windows 11: Riesiger SSD-Boost dank Registry-Hack - aber mit Risiko

Microsoft integriert in Windows Server 2025 eine native NVMe-Unterstützung für optimierte SSD-Leistung. Dieser neue Treiber lässt sich per Registry auch unter Windows 11 erzwingen. Der Eingriff verspricht zwar mehr Durchsatz, birgt jedoch Risiken.
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Leistungsschub für Windows 11

Knapp 15 Jahre nach der Einführung des NVMe-Standards hatte Microsoft vergangene Woche endlich dessen Unterstützung unter Windows Server 2025 angekündigt. Dieser Schritt soll die Leistung moderner SSDs laut Microsofts eigenen Tests um bis zu 80 Prozent steigern. Bislang setzte Windows auf eine Kompatibilitätsschicht, die moderne NVMe-Befehle in das veraltete SCSI-Protokoll übersetzte. Diese Emulation war jedoch zunehmend eine Bremse.

Obwohl Microsoft diese Architekturverbesserung offiziell nur für Windows Server 2025 angekündigt hat, können auch Nutzer von Windows 11 profitieren. Denn Windows 11 und Windows Server 2025 teilen eine weitgehend identische Codebasis und Kernel-Struktur. Wie die Kollegen von Deskmodder berichten, ist die native NVMe-Unterstützung daher auch im aktuellen Client-Betriebssystem enthalten, jedoch standardmäßig deaktiviert. Durch das manuelle Setzen spezifischer Parameter in der Windows-Registry lässt sich der neue Modus unter Windows 11 jedoch erzwingen.


Um den neuen Treiber zu aktivieren, müssen die folgenden Einträge in der Registry vorgenommen werden:

reg add
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides /v 735209102 /t REG_DWORD /d 1 /f

reg add
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides /v 1853569164 /t REG_DWORD /d 1 /f

reg add
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides /v 156965516 /t REG_DWORD /d 1 /f


Nach einem Neustart werden die Laufwerke im Geräte-Manager dann nicht mehr als gewöhnliche NVMe-Controller über die SCSI-Schnittstelle angesprochen, sondern nutzen direkt den neuen Treiber 'nvmedisk.sys', was zu einer deutlichen Leistungssteigerung führt und gleichzeitig die CPU entlastet.

Aktivierung nicht ohne Risiko

Der verlockende Leistungsgewinn ist allerdings mit Risiken verbunden. Da es sich um eine experimentelle Freischaltung handelt, die von Microsoft für Endanwender offiziell noch nicht vorgesehen ist, treten im Alltag diverse Komplikationen auf. Ein besonders kritisches Problem ist die Änderung der Datenträger-Identifikation. Da Windows die SSD über den neuen Stack mit einer anderen Hardware-ID anspricht, kann es vorkommen, dass System-Tools und vor allem Backup-Software die Laufwerke nicht mehr als die ursprünglichen Medien erkennen.

Das hat zur Folge, dass bestehende Backup-Pläne nicht mehr funktionieren. Inkrementelle Sicherungen schlagen fehl, da die Software davon ausgeht, dass eine völlig neue Festplatte verbaut wurde. Auch Diagnoseprogramme, die Smart-Werte auslesen, oder Tools zur Lüftersteuerung, die auf Temperatursensoren der SSD zugreifen, versagen unter Umständen den Dienst. Nutzer berichten zudem von Problemen mit der BitLocker-Verschlüsselung, die empfindlich auf Änderungen an der Hardware-Erkennung reagiert. Der Eingriff sollte daher nicht auf produktiv genutzten Hauptrechnern erfolgen, sondern ist derzeit wohl ausschließlich für Testumgebungen oder separate Benchmarking-Partitionen zu empfehlen.

Wann Microsoft den nativen Support von NVMe unter Windows 11 für Endnutzer offiziell freigibt, ist bisher unklar. Es ist nur zu hoffen, dass es keine weiteren 15 Jahre dauert.

Habt ihr den neuen Treiber bereits auf einem Testsystem ausprobiert und Unterschiede bemerkt? Schreibt uns eure Erfahrungen und Benchmark-Ergebnisse gerne unten in die Kommentare. Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Zusammenfassung
  • Microsoft bringt native NVMe-Unterstützung für Windows Server 2025
  • Bis zu 80 Prozent höhere SSD-Leistung durch neuen Treiber möglich
  • Neuer NVMe-Treiber per Registryeintrag auch in Windows 11 aktivierbar
  • Nach Aktivierung werden SSDs direkt über Treiber nvmedisk.sys angesprochen
  • Die experimentelle Freischaltung kann zu Problemen mit Backup-Software führen
  • BitLocker-Verschlüsselung reagiert empfindlich auf Hardware-Erkennungsänderung
  • Der Eingriff wird aktuell nur für Testumgebungen oder Benchmarking empfohlen

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