Anti-Masturbations-App leakt Daten Hunderttausender ihrer Nutzer

Eine beliebte App zur Bekämpfung von Pornosucht hat sensible Daten von über 600.000 Nutzern offenbart. Trotz direkter Warnungen an die Entwickler blieb die Sicherheitslücke monatelang bestehen. Auch Informationen von Minderjährigen waren betroffen.
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Intime Details von 600.000 Nutzern offenbart

Die App Quittr will Menschen beim Verzicht auf Pornografie helfen, allerdings hat das für viele möglicherweise unangenehme Folgen. Denn eine gravierende Sicherheitslücke hat höchst private Daten der Anwender frei im Internet zugänglich gemacht. Betroffen sind rund 600.000 Datensätze. Diese geben tiefe Einblicke in das intime Verhalten der Nutzer auf der ganzen Welt. Das Pikante: Die Schwachstelle blieb laut aktuellen Erkenntnissen über einen sehr langen Zeitraum bestehen.

Neben den E-Mail-Adressen waren auch Nutzernamen, detaillierte Fortschritte und dokumentierte Rückfälle für Dritte problemlos einsehbar. Besonders kritisch ist der Umstand, dass auch Daten von Minderjährigen ungeschützt auf den Servern lagen. Solche intimen Informationen bergen natürlich ein hohes Risiko. Sie könnten für Erpressungen, Identitätsdiebstahl oder gezieltes Mobbing missbraucht werden.

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Warnungen lange ignoriert

Das Portal 404 Media deckte den Vorfall auf und machte ihn öffentlich. Dem Bericht zufolge wussten die Entwickler der Anwendung bereits seit Monaten von dem Problem. Ein anonymer Sicherheitsforscher hatte das Team hinter Quittr im Vorfeld mehrfach auf die offen zugängliche Datenbank hingewiesen. Eine schnelle Reaktion blieb jedoch aus.

Erst nach wiederholten und direkten Anfragen durch das Nachrichtenportal reagierten die verantwortlichen Betreiber. Sie schlossen die Lücke schließlich umgehend. Laut 404 Media zeigt der Vorfall exemplarisch, wie fahrlässig manche Anbieter mit hochsensiblen Gesundheitsdaten umgehen. Die technische Umsetzung kann man getrost als fahrlässig bezeichnen, die betroffene Datenbank enthielt nämlich unverschlüsselte Einträge im reinen Textformat.

Hintergrund zu Tracking-Apps

Anwendungen wie Quittr sind Teil einer wachsenden digitalen Bewegung, die oft unter dem Namen NoFap bekannt ist. Viele Menschen versuchen, durch den bewussten Verzicht auf pornografische Inhalte ihre Lebensqualität zu steigern. Entsprechende Tracker motivieren die Nutzer dabei durch globale Ranglisten, digitale Abzeichen und das genaue Zählen von abstinenten Tagen.

Die Nutzer tragen dabei fast täglich ihre intimsten Probleme und Schwächen in die Anwendungen ein. Oft geschieht das in dem festen Glauben, dass die sensiblen Informationen auf den Servern der Anbieter gut geschützt sind. Das aktuelle Datenleck führt der Gemeinschaft nun schmerzhaft vor Augen, dass das blinde Vertrauen trügerisch sein kann.

Es ist bisher unklar, ob Kriminelle die offenen Daten bereits systematisch kopiert oder für böswillige Zwecke verwendet haben. Weder die Betreiber der Plattform noch zuständige Datenschutzbehörden haben bisher umfassende Ermittlungen angekündigt. Betroffene Nutzer müssen vorerst wachsam bleiben und verstärkt auf verdächtige E-Mails achten.

Nutzt ihr selbst Tracking-Apps für persönliche Gewohnheiten und wie schützt ihr eure Daten? Teilt eure Gedanken dazu in den Kommentaren!

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