Datenleck bei Dating-App "Tea":
Frauen fürchten um ihre Sicherheit
Die App "Tea" sollte im Dating-Bereich eigentlich als Sicherheitstool für Frauen dienen. Jetzt entwickelt sich die Plattform nach einem Verlust umfangreicher Daten aber zum Albtraum für zahlreiche Nutzerinnen.
Im Juli gelangten schließlich vertrauliche Daten ins Netz, wie die BBC berichtet. Dabei wurden über 70.000 Bilder, darunter Ausweisdokumente und Selfies, veröffentlicht und in einschlägigen Onlineforen verbreitet. Auf der Plattform 4chan tauchten Karten auf, die die Wohnorte von mehr als 30.000 Nutzerinnen markierten.
Für Betroffene wie "Sally" (Name geändert) war das ein Schock. Sie hatte die App genutzt, nachdem sie von einem Ex-Partner gestalkt worden war. Nun fürchtet sie, dieser könne ihre neue Adresse herausfinden: "Ich habe große Anstrengungen unternommen, um meinen Aufenthaltsort geheim zu halten. Jetzt habe ich Angst, entdeckt zu werden", sagte sie. Sie will jetzt erst einmal zu Verwandten ziehen.
Die veröffentlichten Daten wurden rasch von misogynen Onlinegruppen aufgegriffen. Neben Beschimpfungen entstanden sogar eigens dafür eingerichtete Webseiten und ein "Spiel", bei dem Nutzerinnen anhand ihrer Fotos bewertet und verspottet wurden.
Doch der Schaden ist bereits immens. Expertinnen wie die Soziologin Jenny van Hooff sehen im Fall ein Sinnbild wachsender Geschlechterkonflikte im Online-Dating: "Viele Frauen empfinden Angst und Misstrauen. Gleichzeitig fühlen sich Männer durch Plattformen wie 'Tea' pauschal verurteilt."
Siehe auch:
Gut gemeint ist nicht gut gemacht
Die App, die 2023 gestartet wurde, hatte rasch an Popularität gewonnen. Frauen konnten dort Erfahrungen über Männer auf Dating-Plattformen austauschen, auf Fakes hinweisen oder Warnungen vor problematischem Verhalten teilen. Doch bereits zuvor gab es Kritik: Gerüchte und unbelegte Anschuldigungen führten zu Vorwürfen von Rufschädigung und Doxxing.Im Juli gelangten schließlich vertrauliche Daten ins Netz, wie die BBC berichtet. Dabei wurden über 70.000 Bilder, darunter Ausweisdokumente und Selfies, veröffentlicht und in einschlägigen Onlineforen verbreitet. Auf der Plattform 4chan tauchten Karten auf, die die Wohnorte von mehr als 30.000 Nutzerinnen markierten.
Für Betroffene wie "Sally" (Name geändert) war das ein Schock. Sie hatte die App genutzt, nachdem sie von einem Ex-Partner gestalkt worden war. Nun fürchtet sie, dieser könne ihre neue Adresse herausfinden: "Ich habe große Anstrengungen unternommen, um meinen Aufenthaltsort geheim zu halten. Jetzt habe ich Angst, entdeckt zu werden", sagte sie. Sie will jetzt erst einmal zu Verwandten ziehen.
Die veröffentlichten Daten wurden rasch von misogynen Onlinegruppen aufgegriffen. Neben Beschimpfungen entstanden sogar eigens dafür eingerichtete Webseiten und ein "Spiel", bei dem Nutzerinnen anhand ihrer Fotos bewertet und verspottet wurden.
Klage gegen Tea
Google entfernte die veröffentlichten Karten nach Hinweisen der BBC. Mehrere Frauen haben inzwischen Sammelklagen gegen das Unternehmen hinter "Tea" eingereicht. Ein Sprecher der App erklärte, man wolle betroffene Nutzerinnen informieren und ihnen Hilfe bei Identitätsdiebstahl sowie Kreditüberwachung anbieten. Außerdem habe man die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.Doch der Schaden ist bereits immens. Expertinnen wie die Soziologin Jenny van Hooff sehen im Fall ein Sinnbild wachsender Geschlechterkonflikte im Online-Dating: "Viele Frauen empfinden Angst und Misstrauen. Gleichzeitig fühlen sich Männer durch Plattformen wie 'Tea' pauschal verurteilt."
Zusammenfassung
- Dating-App Tea verlor Daten von Nutzerinnen, darunter 70000 Bilder
- Ursprünglich als Sicherheits-Tool für Frauen gedacht, mit wachsender Kritik
- Veröffentlichte Karten zeigten Wohnorte von mehr als 30.000 Nutzerinnen
- Betroffene Frauen fürchten um ihre Sicherheit und ziehen teilweise um
- Misogyne Gruppen nutzten die Daten für Belästigungen und Bewertungsspiele
- Gegen die App wurden inzwischen mehrere Sammelklagen eingereicht
- Der Fall zeigt wachsende Geschlechterkonflikte im Bereich Online-Dating
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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