Intel-Chef schockiert über die schnellen Fortschritte Huaweis

Der Chef des US-Chipherstellers Intel, Lip-Bu Tan, hat sich überrascht über die Fortschritte des chinesischen Technologiekonzerns Huawei gezeigt. Dieser gehe wohl schneller, als man im Westen gemeinhin annimmt.
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CPU-Experten sammeln sich in China

Auf dem zweiten KI-Gipfel seines Unternehmens Anfang Februar berichtete Tan, er sei "schockiert" gewesen, als er erfahren habe, dass Huawei im Stillen ein Team von mehr als 100 erstklassigen CPU-Architekten aufgebaut habe, und das trotz massiver Einschränkungen beim Zugang zu modernsten Chipfertigungsanlagen und Designsoftware. Das berichtete die Times of India.

Tan stieß eigenen Angaben zufolge auf Huaweis Talentpipeline, als er selbst versuchte, erfahrene Chipentwickler anzuwerben. Einige der angesprochenen Ingenieure hätten ihm offen erklärt, warum sie sich für Huawei entschieden hätten: Zwar fehle der Zugang zu führenden EDA-Tools westlicher Anbieter, doch man habe eigene Wege gefunden, um diese Lücken zu schließen. Besonders beeindruckt habe ihn das Selbstbewusstsein der Entwickler im Hinblick auf die Hardwareseite.


So hätten Huawei-Ingenieure auf seine Nachfrage zu modernsten Lithografieanlagen des niederländischen Ausrüsters ASML, deren Export nach China stark eingeschränkt ist, erklärt, man arbeite im Hintergrund an Alternativen. Für Tan ist das ein Zeichen, dass chinesische Unternehmen technologisch schneller aufholen als in den USA vielfach angenommen.

Zwar liegen die Vereinigten Staaten und ihre Partner in Taiwan bei hochmodernen Fertigungsprozessen wie der Zwei-Nanometer-Technologie weiterhin vorn. Doch chinesische Firmen holten durch enorme Ingenieursanstrengungen und Optimierungen auf System- und Softwareebene viel aus älteren Sieben-Nanometer-Verfahren heraus. Hinzu komme ein regulatorischer Vorteil: Genehmigungen, etwa für Energieinfrastruktur von KI-Rechenzentren, würden in China deutlich schneller erteilt als in den USA.

USA müssen arbeiten

Als weiteren Weckruf bezeichnete Tan das Auftreten des chinesischen KI-Akteurs DeepSeek. In der Open-Source-KI-Entwicklung, so hätten ihm gut vernetzte Branchenkenner berichtet, drohten die USA inzwischen hinter China zurückzufallen, eine Entwicklung, die dringend zusätzliche Investitionen erfordere.

Vor den US-Sanktionen im Jahr 2020 hatte Huawei jährlich Chips im Wert von rund zehn Milliarden Dollar unter anderem bei Samsung Electronics und SK Hynix eingekauft. Seither setzt der Konzern verstärkt auf Eigenständigkeit, beschäftigt weltweit mehr als 200.000 Mitarbeiter und bereitet für Ende Februar eine Produkteinführung auf der Mobilfunkmesse MWC in Madrid vor, bei der ein neuer Kirin-Chipsatz erwartet wird. Tans Fazit: Die USA dürften sich keinen technologischen Stillstand leisten - sonst könnten sie schneller ins Hintertreffen geraten als gedacht.

Zusammenfassung
  • Intels Chef Lip-Bu Tan ist über Huaweis schnelle Fortschritte schockiert
  • Huawei hat im Stillen über 100 erstklassige CPU-Architekten aufgebaut
  • Tan entdeckte Huaweis Talentpool beim Anwerben von Chipentwicklern
  • Huawei-Ingenieure arbeiten an Alternativen zu westlichen Technologien
  • Chinesische Firmen holen durch Optimierungen auf Systemebene stark auf
  • DeepSeek gilt als weiterer Weckruf für die US-Technologiebranche
  • Vor den US-Sanktionen kaufte Huawei jährlich Chips für zehn Milliarden

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