Vorsicht beim SSD zerstören:
Ein Bohrer bringt keine Datensicherheit
Ein auf Reddit veröffentlichter Beitrag zeigt eindrücklich, dass man bei der physischen Zerstörung ausgemusterter Datenträger vorsichtig sein sollte. Denn sensible Informationen lassen sich auf SSDs nicht so unzugänglich machen, wie es bei Festplatten der Fall ist.
Statt die SSD fachgerecht zu zerstören, bohrte der fragliche Beschäftigte auch hier lediglich ein einzelnes Loch mitten durch das Gehäuse. Das Problem: Der Bohrer durchdrang zwar die äußere Hülle, verfehlte jedoch die kleine Platine im Inneren, auf der die Speicherchips liegen, vollständig. Die Daten blieben damit höchstwahrscheinlich unversehrt und lassen sich mit etwas passender Technik wieder auslesen.
Durchbohrt, aber nicht kaputt - eine SSD (Foto: Stretcheddd/Reddit)
Wer eine SSD physisch zerstören möchte, sollte daher mindestens an mehreren Stellen bohren. Noch besser ist es, das Gehäuse vorab zu öffnen, um gezielt die Speicherchips zu treffen. Die meisten 2,5-Zoll-Modelle sind lediglich verschraubt und lassen sich mit wenigen Handgriffen zugänglich machen. Zwar erlischt dadurch die Garantie - doch wer ohnehin zur Bohrmaschine greift, dürfte sich darüber kaum Sorgen machen.
Unabhängig von der gewählten Methode empfehlen Experten, Datenträger vor der physischen Zerstörung sicher zu löschen. Spezielle Löschprogramme überschreiben gespeicherte Daten mehrfach und reduzieren so das Risiko einer Wiederherstellung erheblich. Hätte der IT-Mitarbeiter im geschilderten Fall die SSD zunächst fachgerecht gelöscht, wäre die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer gewesen, dass ein späterer Finder oder Dieb noch sensible Informationen auslesen kann. Siehe auch:
- Reddit-Beitrag zeigt: Ein einfaches Bohrloch macht SSDs nicht unbrauchbar
- Bei SSDs verfehlt ein einzelnes Bohrloch oft die wichtigen Speicherchips
- Bessere Methoden: Mehrfach bohren oder Gehäuse öffnen und gezielt Chips treffen
- Alternativen sind mechanische Gewalt mit Hammer oder Einsatz extremer Hitze
- Empfehlung der Experten: Vor physischer Zerstörung Daten mehrfach überschreiben
- Datenträger sollten immer fachgerecht entsorgt werden, um Datenlecks zu vermeiden
- Bei herkömmlichen Festplatten ist ein Bohrloch effektiver als bei SSDs
Gehäuse kaputt, Chips verfehlt
In der Geschichte auf Reddit schildert ein Nutzer, wie ein IT-Mitarbeiter eines Unternehmens versuchte, eine ausgediente SSD mit einer Bohrmaschine unbrauchbar zu machen. Bei Festplatten funktioniert dies recht gut, da man so die empfindlichen Magnetscheiben im Inneren zuverlässig unbrauchbar macht.Statt die SSD fachgerecht zu zerstören, bohrte der fragliche Beschäftigte auch hier lediglich ein einzelnes Loch mitten durch das Gehäuse. Das Problem: Der Bohrer durchdrang zwar die äußere Hülle, verfehlte jedoch die kleine Platine im Inneren, auf der die Speicherchips liegen, vollständig. Die Daten blieben damit höchstwahrscheinlich unversehrt und lassen sich mit etwas passender Technik wieder auslesen.
Durchbohrt, aber nicht kaputt - eine SSD (Foto: Stretcheddd/Reddit)
Wer eine SSD physisch zerstören möchte, sollte daher mindestens an mehreren Stellen bohren. Noch besser ist es, das Gehäuse vorab zu öffnen, um gezielt die Speicherchips zu treffen. Die meisten 2,5-Zoll-Modelle sind lediglich verschraubt und lassen sich mit wenigen Handgriffen zugänglich machen. Zwar erlischt dadurch die Garantie - doch wer ohnehin zur Bohrmaschine greift, dürfte sich darüber kaum Sorgen machen.
Verbrennen hilft
Neben dem Bohren gibt es weitere Methoden, um Datenträger unbrauchbar zu machen. Mechanische Gewalt, etwa mit einem Hammer, kann ebenso effektiv sein. Auch extreme Hitze kann Speicherchips zerstören. Entscheidend ist jedoch, dass die eigentlichen Datenträgerkomponenten getroffen werden.Unabhängig von der gewählten Methode empfehlen Experten, Datenträger vor der physischen Zerstörung sicher zu löschen. Spezielle Löschprogramme überschreiben gespeicherte Daten mehrfach und reduzieren so das Risiko einer Wiederherstellung erheblich. Hätte der IT-Mitarbeiter im geschilderten Fall die SSD zunächst fachgerecht gelöscht, wäre die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer gewesen, dass ein späterer Finder oder Dieb noch sensible Informationen auslesen kann. Siehe auch:
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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