Preisexplosion: Netzwerkgeräte wie Router könnten bald teuer werden
Netzwerkhardware galt lange als preisstabil, doch die globale Speicherkrise wird das wohl demnächst ändern. Weil die Preise für in den Geräten verbauten RAM um das Siebenfache gestiegen sind, dürften Router und Gateways bald deutlich teurer werden.
So spüren laut Counterpoint Research vor allem Hersteller von Netzwerkkomponenten die Folgen der Krise. Die Einkaufspreise für Arbeitsspeicher seien in diesem Segment innerhalb des letzten Jahres um ein Vielfaches gestiegen. Besonders hart trifft es demnach Hersteller von Router, Gateways und Set-Top-Boxen.
Der Anteil der Speicherkosten an den gesamten Materialkosten für einen durchschnittlichen Router der Mittelklasse habe sich dadurch drastisch verschoben, so die Analysten. Habe dieser Wert vor genau einem Jahr noch bei vernachlässigbaren drei Prozent gelegen, mache der Speicher heute über 20 Prozent der Fertigungskosten aus. Dieser Preisschock treffe die Hersteller zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn viele Geräte müssten für KI-gestützte Funktionen im Heimnetzwerk eigentlich mit mehr RAM ausgestattet werden. Stattdessen kämpfen die Produzenten nun aebr wohl darum, die Bestückung überhaupt aufrechtzuerhalten.
Der Die Speicherkrise trifft Netzwerkhardware besonders stark
Ein strukturelles Problem liegt dabei in der Verhandlungsmacht und der Fertigungspriorität. Große Smartphone-Hersteller verfügen über langfristige Lieferverträge und sichern sich enorme Volumina direkt ab Werk. Hersteller von Low-End- bis Mid-Range-Routern hingegen sind oft auf den Spotmarkt angewiesen, auf dem aktuelle Tagespreise gezahlt werden, und verfügen über eine vergleichsweise ungesicherte Lieferkette. Erschwerend kommt hinzu, dass große Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron ihre Produktionskapazitäten massiv auf HBM (High Bandwidth Memory) und DDR5 für KI-Anwendungen umgestellt haben.
Die Auswirkungen dieses Trends auf den Markt sind laut Counterpoint Research vielfältig und erreichen den Endverbraucher auf verschiedene Weise:
Die Prognose bleibt daher vorerst wenig optimistisch. Analysten sehen ein Ende der steigenden Preise frühestens für die zweite Jahreshälfte 2026, wobei Engpässe in der Verfügbarkeit voraussichtlich bis Juni andauern könnten. Wer ein Upgrade seiner Netzwerkinfrastruktur plant, sollte daher vermutlich nicht auf sinkende Preise spekulieren. Es ist davon auszugehen, dass günstige Lagermodelle bald abverkauft sind und durch teurere Chargen ersetzt werden.
Bei welchen kürzlichen Hardware-Neuanschaffungen habt ihr die Preissteigerungen durch die Speicherkrise bereits gespürt? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Router-Preise dürften steigen
Die globale Speicherkrise greift weiter um sich. Während der unersättliche Hunger der KI-Server-Sparte die Preise von modernem DRAM- und NAND-Speicher in die Höhe treibt, müssen Kunden immer mehr für Produkte wie den Raspberry Pi oder Grafikkarten zahlen. Wie eine neue Analyse jetzt aufzeigt, könnte es demnächst auch in einer Hardwarekategorie zu empfindlichen Preisanstiegen kommen, die bisher eher unter dem Radar geflogen ist.So spüren laut Counterpoint Research vor allem Hersteller von Netzwerkkomponenten die Folgen der Krise. Die Einkaufspreise für Arbeitsspeicher seien in diesem Segment innerhalb des letzten Jahres um ein Vielfaches gestiegen. Besonders hart trifft es demnach Hersteller von Router, Gateways und Set-Top-Boxen.
Der Anteil der Speicherkosten an den gesamten Materialkosten für einen durchschnittlichen Router der Mittelklasse habe sich dadurch drastisch verschoben, so die Analysten. Habe dieser Wert vor genau einem Jahr noch bei vernachlässigbaren drei Prozent gelegen, mache der Speicher heute über 20 Prozent der Fertigungskosten aus. Dieser Preisschock treffe die Hersteller zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn viele Geräte müssten für KI-gestützte Funktionen im Heimnetzwerk eigentlich mit mehr RAM ausgestattet werden. Stattdessen kämpfen die Produzenten nun aebr wohl darum, die Bestückung überhaupt aufrechtzuerhalten.
Analyse deckt Schwächen der Lieferkette auf
Ein wesentlicher Grund für diese Diskrepanz liegt in der Art des verwendeten Speichers und der Marktposition der Einkäufer. Laut der aktuellen Analyse sind die Preise für sogenannten "Consumer Memory" fast um das Siebenfache gestiegen. Dabei handelt es sich oft um ältere DDR4-Module mit geringerer Dichte, die in Routern verbaut werden. Im Vergleich dazu haben sich die Preise für mobilen Speicher, wie er in Smartphones zum Einsatz kommt, "nur" verdreifacht.
Der Die Speicherkrise trifft Netzwerkhardware besonders stark
Ein strukturelles Problem liegt dabei in der Verhandlungsmacht und der Fertigungspriorität. Große Smartphone-Hersteller verfügen über langfristige Lieferverträge und sichern sich enorme Volumina direkt ab Werk. Hersteller von Low-End- bis Mid-Range-Routern hingegen sind oft auf den Spotmarkt angewiesen, auf dem aktuelle Tagespreise gezahlt werden, und verfügen über eine vergleichsweise ungesicherte Lieferkette. Erschwerend kommt hinzu, dass große Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron ihre Produktionskapazitäten massiv auf HBM (High Bandwidth Memory) und DDR5 für KI-Anwendungen umgestellt haben.
Die Auswirkungen dieses Trends auf den Markt sind laut Counterpoint Research vielfältig und erreichen den Endverbraucher auf verschiedene Weise:
- Verzögerter Breitbandausbau: Telekommunikationsanbieter müssen ihre Kalkulationen für den Glasfaserausbau korrigieren, da die nötigen Consumer-Geräte teurer werden und schwerer zu beschaffen sind.
- Ende der kostenlosen Hardware: Das beliebte Geschäftsmodell, bei Vertragsabschluss einen kostenlosen Router oder eine Set-Top-Box bereitzustellen, gerät unter Druck. Anbieter könnten häufiger monatliche Mietgebühren verlangen oder erhöhen.
Reaktionen der Industrie
Selbst die großen Anbieter der Branche reagieren teils auf die veränderte Marktlage. So kündigte der CEO von Nokia im Rahmen der Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 an, dass das Unternehmen plant, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben. Ähnlich äußerte sich Qualcomm. Auch MediaTek gab an, die Preisgestaltung anzupassen, um die steigenden Kosten in der Lieferkette abzubilden. Der deutsche Hersteller Fritz dürfte von dieser Entwicklung ebenso betroffen sein, hat sich bisher aber nicht geäußert.Die Prognose bleibt daher vorerst wenig optimistisch. Analysten sehen ein Ende der steigenden Preise frühestens für die zweite Jahreshälfte 2026, wobei Engpässe in der Verfügbarkeit voraussichtlich bis Juni andauern könnten. Wer ein Upgrade seiner Netzwerkinfrastruktur plant, sollte daher vermutlich nicht auf sinkende Preise spekulieren. Es ist davon auszugehen, dass günstige Lagermodelle bald abverkauft sind und durch teurere Chargen ersetzt werden.
Bei welchen kürzlichen Hardware-Neuanschaffungen habt ihr die Preissteigerungen durch die Speicherkrise bereits gespürt? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Speicherkrise lässt Kosten für RAM in Routern um das Siebenfache steigen
- Speicheranteil an Routerkosten wuchs von drei auf über 20 Prozent
- Router-Hersteller haben schwächere Marktposition als Smartphone-Produzenten
- Telekommunikationsanbieter könnten Ende der kostenlosen Hardware einläuten
- Nokia und andere Hersteller planen, gestiegene Kosten an Kunden weiterzugeben
- Ende des Presianstiegs frühestens in zweiter Hälfte 2026 erwartet
Siehe auch:
- Speicherkrise: Valve gehen die Steam Decks aus - droht Preiserhöhung?
- Nach Grafikkarten & Speicher werden jetzt auch (Server-)CPUs knapp
- PC-Hersteller testen China-Speicher als Ausweg aus der Krise
- Samsung T7 & T9: Neue MicroSD-Speicherkarten als Lösung in der Krise?
- SSD-Produktion absichtlich gedrosselt? Speicherknappheit befürchtet
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