Microsofts große Pläne: So soll das Vertrauen in Windows zurückkehren

Microsoft hat zwei neue interne Initiativen ins Leben gerufen, mit denen man das Vertrauen der User von Windows zurückerlangen will. In Windows sollen die Nutzer künftig erheblich mehr Kontrolle und Transparenz über Apps und KI erhalten, so das Versprechen.
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Lenkt Microsoft jetzt wirklich ein?

In einem Blog-Eintrag hat Microsoft gestern Abend zwei größere neue Änderungen angekündigt, die man in den kommenden Monaten und Jahren in Windows umsetzen will. In beiden Fällen setzt man auf eine "Consent-first" genannte Herangehensweise, bei der die Nutzer bestimmten Aktionen und Aktivitäten zunächst ausdrücklich zustimmen sollen.

Das Ziel sei, das Verhalten von Apps und KI-Agenten "transparent" zu gestalten, dafür zu sorgen, dass Entscheidungen des Nutzers auf Wunsch rückgängig gemacht werden können und Anwender stets wissen zu lassen, dass Programme und KI nur Dinge tun, denen man bewusst und nach ausreichender Information zugestimmt hat.


"Windows muss sowohl eine offene Plattform bleiben als auch standardmäßig sicher sein, um die Integrität Ihrer Benutzererfahrung unabhängig von den installierten Apps zu schützen", schreibt Logan Iyer, Ingenieur bei Microsoft.

"Unsere Entwickler und Ökosystempartner teilen diese Ansicht. Sie haben strengere und einheitlichere Sicherheitsgrundlagen im Betriebssystem gefordert, weshalb Windows weiterentwickelt wird, um mehr Verantwortung zu übernehmen", erklärte er weiter.

Neue Features als Teil der 'Secure Future'-Initiative

Die beiden "Initiativen" tragen die Namen "Windows Baseline Security Mode" und "User Transparency and Consent". Sie sind Teil der schon vor einiger Zeit als Reaktion auf mehrere schwere Sicherheitsvorfälle rund um Microsoft-Produkte gestarteten "Secure Future"-Initiative und von Bemühungen, die Resilienz von Windows gegenüber Sicherheitsproblemen zu steigern.

In Kombination sollen die neuen Maßnahmen ein robusteres Sicherheitsmodell schaffen, bei dem die Transparenz rund um die Funktion von Programmen und die Zustimmung des Nutzers in den Mittelpunkt gerückt werden. Microsoft will dafür sorgen, dass das Verhalten von Apps für die Anwender sichtbarer wird und die Nutzer besser darüber Bescheid wissen, was eine App tut und dies beeinflussen können.

Ausnahmen bleiben möglich

Mit dem Windows Baseline Security Mode werden Schutzmaßnahmen rund um die Laufzeitintegrität standardisiert aktiviert, wodurch nur ordnungsgemäß signierte Programme, Dienste und Treiber laufen können. Dies soll das System gegen Manipulationen und nicht autorisierte Veränderungen schützen.

Bei Bedarf können Administratoren und private User die Schutzfunktionen für bestimmte Anwendungen aussetzen. Externe Software-Anbieter bekommen zudem die Möglichkeit, zu prüfen, ob die Schutzmaßnahmen aktiv sind und ob bestimmte Ausnahmen vom Nutzer oder Admin gewährt wurden, heißt es von Microsoft.

Windows fragt nach

Das neue "User Transparency and Consent" soll dafür sorgen, dass Windows 11 immer dann den Nutzer um seine Zustimmung bittet, wenn Apps oder Dienste auf möglicherweise sensible Informationen aus Dateien oder die Kamera bzw. ein Mikrofon des jeweiligen Systems zugreifen. Auch bei der Installation von anderer, möglicherweise nicht erwünschter Software soll eine Abfrage der Nutzerzustimmung erfolgen, heißt es.

Noch sind nicht viele Details dazu bekannt, wie genau die jeweiligen Nutzerabfragen gestaltet werden sollen. Microsoft betonte aber, dass man die Abfragen "klar und leicht verständlich" gestalten will. Außerdem soll der Anwender immer die Möglichkeit haben, seine Entscheidungen später zu prüfen und gegebenenfalls zurückzunehmen. Die Entscheidungshoheit des Users soll auch bei KI-Agenten und ihren Aktivitäten erhalten bleiben.

"Diese Updates erhöhen die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz unter Windows und geben Ihnen gleichzeitig mehr Kontrolle und Vertrauen hinsichtlich des Zugriffs auf Ihr System und Ihre Daten", behauptet jedenfalls Microsoft-Mitarbeiter Iyer.

Nach Angaben von Microsoft soll die Umsetzung der Neuerungen in Windows 11 im Rahmen mehrerer Phasen erfolgen. Dabei wird eine Kooperation mit Entwicklern, Unternehmen und Partnern aus dem Ökosystem angestrebt. Mehr Details und einen konkreten Zeitplan will Microsoft nach Angaben von Iyer schrittweise in neuen Blog-Einträgen und über dedizierte Feedback-Kanäle bekannt geben.

Wahrscheinlich will Microsoft die Änderungen nach und nach ab Windows 11 Version 26H2 einführen, wobei ab etwa Mitte des Jahres 2026 mit der Erprobung verschiedener Teile der neuen Features für mehr Transparenz und Zustimmung der User erfolgen dürfte. Ob der Konzern auf diesem Weg wieder dafür sorgen kann, dass mehr Nutzer an Windows festhalten und sich nicht mehr von den diversen (KI-)Features und mangelnder Kommunikation in Verbindung mit ausufernden Marketing-Maßnahmen durch Microsoft übergangen fühlen, bleibt abzuwarten.

Was haltet ihr von den bisher vagen Ankündigungen rund um mehr Transparenz in Windows? Drohen uns hier nervtötende Abfragen im Stil der im Internet allgegenwärtigen Cookie-Banner? Meint Microsoft es dieses Mal wirklich ernst? Oder seid ihr bereits aufgrund der KI-Frustration und Microsofts nutzerfeindlichem Verhalten der letzten Monate und Jahre zu anderen Betriebssystemen abgewandert? Hier läuft jedenfalls seit einigen Wochen fast ausschließlich CachyOS Linux - nach 30 Jahren Windows-Karriere - und das wird auch so bleiben.

Zusammenfassung
  • Microsoft startet zwei Initiativen für mehr Vertrauen der Windows-Nutzer
  • Mehr Kontrolle und Transparenz durch 'Consent-first'-Herangehensweise
  • Windows Baseline Security Mode sichert Systemintegrität durch Signierung
  • User Transparency and Consent erfordert Zustimmung bei Datenzugriffen
  • Nutzer sollen Entscheidungen später überprüfen und zurücknehmen können
  • Umsetzung erfolgt in Phasen mit Entwickler- und Unternehmenskooperation
  • Erste Features könnten ab Mitte 2026 in Windows 11 Version 26H2 erscheinen
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