US-Navy erzeugte bei Test ein künstliches Plasmafeld im Weltraum

Die US-Marine hat über dem Pazifik eine Forschungsrakete gezündet, um eine künstliche Plasmawolke im Weltraum zu erzeugen. Das riskante Manöver fernab der Zivilisation soll Theorien der Plasmaphysik unter realen Bedingungen testen.
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Plasma-Experiment im Pazifik

Wie jetzt bekannt wurde, startete das US-Militär bereits im Februar vom abgelegenen Pazifik-Atoll Wake Island die Forschungsrakete Oriole IV. Ziel der sogenannten SMART-Mission war es, in exakt 539 Kilometern Höhe eine gezielte Barium-Explosion auszulösen. Dadurch entstand ein künstliches Plasmafeld in der Ionosphäre, einer Schicht der oberen Atmosphäre. Wissenschaftler wollen so untersuchen, wie sich elektrostatische Wellen in elektromagnetische umwandeln, um die Kommunikation und Sensortechnik im Weltall in Zukunft weiter zu verbessern.

Ursprünglich war der Start an der US-Ostküste geplant. Die US-Raumfahrtbehörde NASA verweigerte jedoch die Freigabe für ihr Gelände in Virginia. Sicherheitsanalysen ergaben, dass die Trümmerteile der Explosion über einem zu großen Gebiet niedergehen würden. Das Militär verlegte das Projekt auf das isolierte Wake Island, das fast 1000 Kilometer von der nächsten bewohnten Insel entfernt liegt.


Logistische Hürden auf dem Atoll

Wie es in einer Mitteilung von Naval Sea Systems Command heißt, stellte die fehlende Infrastruktur das Team vor große Probleme. Die 42 angereisten Personen mussten sämtliche Ausrüstung selbst einfliegen. Als Kontrollzentrum diente eine verlassene Garage mit undichtem Dach und Schimmelpilzbefall. Die Internetverbindung wurde ausschließlich über das Satellitennetzwerk Starlink sichergestellt. Ingenieure mussten vor Ort stark improvisieren, um die Technik einsatzbereit zu halten.

Die eingesetzte Rakete bestand aus vier ausgemusterten Antriebsstufen. Ein einzelner, moderner Motor für diese Flughöhe hätte das Budget laut Projektleitung um zweistellige Millionenbeträge belastet. Durch die Wiederverwendung älterer Technik sparte das Militär schätzungsweise zehn Millionen Dollar (etwa neun Millionen Euro). Ein großer Nachteil der Konstruktion war jedoch die hohe Komplexität beim Zusammenbau der verschiedenen Bauteile unter den widrigen Bedingungen vor Ort.

Forschung für die Sicherheit

Neben dem Sprengsatz transportierte die Rakete wissenschaftliche Instrumente in den Orbit. Sie sammelten detaillierte Daten über die elektromagnetischen Effekte der künstlichen Plasmawolke. Die Forscher des Naval Research Laboratory erklärten, dass die aktuellen Ergebnisse bisherige Labortheorien bestätigen sollen. Langfristig dient das gewonnene Wissen der Entwicklung neuer Abwehrsysteme und der langfristigen Sicherung von Satellitennetzwerken gegen Störsignale.

Trotz der extremen Anforderungen verbuchte das Projektteam den Flug als vollen Erfolg. Alle wissenschaftlichen Ziele wurden nach ersten Analysen erreicht. Die auf Wake Island aufgebaute Startrampe verbleibt nun im Besitz der Spezialeinheit. Das Militär plant bereits, die dortige Anlage künftig für weitere Tests von Hyperschallflugkörpern und Raketenabwehrsystemen zu nutzen. Der abgelegene Standort bietet für solche Versuche ideale Sicherheitsbedingungen.

Haltet ihr solche Experimente im Weltraum für sicher oder seht ihr Risiken für zivile Satelliten? Teilt eure Meinung in den Kommentaren, wir sind gespannt auf eure Perspektiven!

Zusammenfassung
  • US-Militär zündet Barium-Sprengsatz für künstliches Plasma im All
  • Der Start der Forschungsrakete wurde auf das Wake-Atoll verlegt
  • Die NASA verweigerte zuvor den Start an der US-Ostküste wegen Trümmern
  • Das Team musste auf dem abgelegenen Atoll stark improvisieren
  • Durch die Nutzung alter Raketenstufen wurden Millionen gespart
  • Das gewonnene Wissen soll die Kommunikation im Weltraum verbessern

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