Windows Shutdown-Bug: Microsoft nennt weitere betroffene Systeme

Wer glaubte, das Shutdown-Problem unter Windows sei gelöst, irrt. Microsoft bestätigt, dass der Fehler beim Herunterfahren weit mehr Systeme betrifft als gedacht. Mehr dazu ist im Windows Release Health Dashboard zu lesen.
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Neustart-Schleife statt Feierabend

Die Sicherheitsupdates vom 13. Januar 2026 sorgen weiter für Probleme in IT-Abteilungen. Bestimmte Windows-Systeme verweigern das Herunterfahren oder den Ruhezustand und starten stattdessen neu. Microsoft stellte bereits am 17. Januar ein Out-of-Band-Update bereit, räumte aber ein, dass die Ursache komplexer ist und mehr Konfigurationen betrifft als zunächst angenommen.

Nach der Installation der Januar-Updates, darunter KB5073455 für Windows 11 Version 23H2, scheitert der Shutdown-Prozess und der Rechner startet neu. Betroffen waren zunächst vor allem Geräte mit aktivierter Funktion "Secure Launch" (System Guard), die den Boot-Prozess vor Angriffen auf Firmware-Ebene schützen soll.


Microsoft nennt VSM als Ursache

Trotz des Sonderupdates hielten die Neustart-Schleifen an. Microsoft ergänzte im Windows Release Health Dashboard, dass auch PCs mit aktiviertem "Virtual Secure Mode" (VSM) betroffen sind, sofern sie Secure-Launch-fähig sind.

VSM nutzt Hardware-Virtualisierung, um einen isolierten Speicherbereich vom regulären Betriebssystem abzutrennen und sensible Daten wie Anmeldeinformationen zusätzlich zu schützen. Für diese Konfiguration greift das Out-of-Band-Update KB5077797 nicht. Systeme mit aktiviertem VSM fahren trotz Hotfix weiter nicht korrekt herunter. Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung.

Liste der betroffenen Systeme wächst

Inzwischen hat Microsoft die Liste der betroffenen Betriebssysteme erweitert. Neben Windows 11 sind auch verschiedene Versionen von Windows 10 betroffen, sofern virtualisierungsbasierte Sicherheitsfunktionen aktiv sind. Offiziell genannt werden:

  • Windows 11 Version 23H2
  • Windows 10 Version 22H2
  • Windows 10 Enterprise LTSC 2021
  • Windows 10 Enterprise LTSC 2019

Bis ein Patch für die VSM-Problematik bereitsteht, bleiben Administratoren auf Übergangslösungen angewiesen. Wer das Sicherheitsupdate nicht deinstallieren will, kann das Herunterfahren über die Kommandozeile erzwingen.

Provisorische Hilfe per Befehl

Der Befehl shutdown /s /t 0 schaltet betroffene Rechner zuverlässig ab, berichten Administratoren. Er umgeht den fehlerhaften Shutdown-Prozess, der in eine Neustart-Schleife führt.

Für Geräte, die nur vom Secure-Launch-Problem ohne aktives VSM betroffen sind, hilft das kumulative Out-of-Band-Update KB5078132 vom 24. Januar 2026 über Windows Update. Alternativ lässt sich KB5077797 aus dem Microsoft Update Katalog manuell installieren. Wer VSM zwingend benötigt, muss weiter auf eine Korrektur warten.

Habt ihr das ungewollte Neustartverhalten ebenfalls auf euren Systemen beobachtet? Berichtet uns gerne in den Kommentaren, ob die genannte Übergangslösung bei euch funktioniert oder ob ihr andere Lösungen gefunden habt.

Wie fahre ich den PC sicher herunter?
Da das normale Herunterfahren über das Startmenü bei betroffenen Systemen einen Neustart auslöst, empfiehlt Microsoft einen Workaround über die Kommandozeile. Dies verhindert, dass der Rechner ungewollt weiterläuft.

Öffnen Sie dazu die Eingabeaufforderung (cmd) und führen Sie den Befehl "shutdown /s /t 0" aus. Bestätigen Sie die Eingabe mit Enter. Dieser Befehl erzwingt das sofortige und vollständige Ausschalten des Systems.
Welches Update verursacht Probleme?
Verantwortlich für die Störung ist das kumulative Sicherheitsupdate KB5073455, welches am 13. Januar 2026 veröffentlicht wurde. Es richtet sich primär an Windows 11 Version 23H2.

Das Update wird laut Microsoft nur für die Enterprise-, Education- und IoT-Editionen von Windows 11 angeboten. Nutzer anderer Versionen sollten von diesem spezifischen Fehlerbild daher verschont bleiben.
Wie äußert sich der Fehler genau?
Anwender berichten, dass ihre Geräte nach dem Klick auf "Herunterfahren" oder "Energie sparen" nicht wie erwartet abschalten. Stattdessen führt das System einen Neustart durch und landet wieder auf dem Anmeldebildschirm.

Dies ist besonders bei Laptops problematisch: Werden diese in der Annahme, sie seien ausgeschaltet, in die Tasche gesteckt, können sie überhitzen oder der Akku entleert sich vollständig, was zu Datenverlust bei ungespeicherten Arbeiten führen kann.
Gibt es eine Lösung für den Ruhezustand?
Aktuell gibt es laut Microsoft keine funktionierende Übergangslösung für den Ruhezustand (Hibernate). Der Versuch, diesen Modus zu nutzen, führt auf betroffenen Systemen ebenfalls meist zu einem Neustart.

Microsoft rät dringend dazu, alle offenen Arbeiten manuell zu speichern und das Gerät vollständig herunterzufahren, wenn es nicht mehr benötigt wird. Verlassen Sie sich bis zur Behebung des Fehlers nicht auf den automatischen Schlafmodus.
Welche Systeme sind betroffen?
Das Problem tritt spezifisch auf Geräten auf, bei denen die Funktion "Secure Launch" (Sicherer Start) aktiviert ist. Dies betrifft vor allem moderne Unternehmens-PCs, die als "Secured-core PCs" konfiguriert sind.

Secure Launch ist ein Sicherheitsfeature, das auf Virtualisierung basiert (VBS). Wenn Ihr System diese Funktion nicht nutzt oder Sie eine Home-Edition verwenden, sollten Sie von diesem Bug nicht betroffen sein.
Zusammenfassung
  • Sicherheitsupdates vom 13. Januar 2026 führen zu Shutdown-Problemen
  • Betriebssysteme starten statt herunterzufahren unerwartet neu
  • Neben Secure Launch verursacht auch Virtual Secure Mode die Fehlfunktion
  • Betroffene Systeme: Windows 11 23H2 und mehrere Windows 10-Versionen
  • Out-of-Band-Update vom 24. Januar 2026 hilft nur bei einem Teil der Fälle
  • Der Kommandozeilenbefehl shutdown /s /t 0 umgeht das Problem zuverlässig
  • Microsoft arbeitet an einer umfassenden Lösung für alle Konfigurationen

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