Neue Gasheizungen: 4000 Euro mehr pro Jahr allein bei Netzentgelten
Wer sich heute noch eine neue Gasheizung einbauen lässt, muss zukünftig allein bei den Netzentgelten mit mehreren tausend Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen. Denn die Betriebskosten der Gasnetze müssen von immer weniger Verbrauchern getragen werden.
Hintergrund der prognostizierten Preisentwicklung ist der fortschreitende Umstieg vieler Haushalte auf Wärmepumpen oder den Anschluss an erneuerbare Wärmenetze. Dadurch sinkt die Zahl der Gaskunden, während die Infrastruktur für die verbleibenden Nutzer weitgehend erhalten bleiben muss. Diese Entwicklung könnte laut Studie dazu führen, dass die Netze zunehmend überdimensioniert sind.
Schon heute kündigen Netzbetreiber steigende Gebühren an: Für das Jahr 2026 wird im Durchschnitt ein Plus von rund zehn Prozent erwartet. Das Fraunhofer IFAM geht davon aus, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahrzehnten deutlich beschleunigt. Demnach sei es durchaus realistisch, dass die Netzentgelte bis Mitte der 2040er-Jahre von derzeit 2,3 Cent pro Kilowattstunde auf 22 Cent steigen.
Die Studie betont, dass eine vorausschauende Planung durch Kommunen und Netzbetreiber entscheidend sei, um diese Entwicklung abzufedern. Würden Gasnetze schrittweise und gebietsweise zurückgebaut, ließen sich überhöhte Kosten zumindest teilweise vermeiden. Fachleute des Umweltinstituts warnen hingegen, dass verspätete Entscheidungen die finanzielle Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher weiter in die Höhe treiben könnten.
Kontrovers wird in der Studie auch ein aktueller Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums bewertet. Er sieht vor, dass Netzbetreiber künftig Gasanschlüsse kündigen oder ablehnen dürfen, allerdings mit einer Ankündigungsfrist von zehn Jahren. Nach Einschätzung der Studienautoren könnte eine so lange Frist den geordneten Rückzug aus der Gasversorgung erschweren und unnötige Zusatzkosten verursachen. Kritisiert wird zudem das Fehlen einer verbindlichen Planungspflicht, die aus Sicht der Forschenden notwendig wäre, um Milliardenkosten zu verhindern.
Siehe auch:
- Neue Studie prognostiziert bis 2045 zehnfach höhere Netzentgelte für Gas
- Gaskosten steigen durch sinkende Kundenzahl bei gleichbleibender Infrastruktur
- Typische Haushalte könnten jährliche Netzkosten von bis zu 4300 Euro erwarten
- Gebietsweiser Rückbau von Gasnetzen könnte Kostenexplosion teilweise abfedern
- Kritik an geplanter zehnjähriger Kündigungsfrist für Gasanschlüsse
- Fehlende verbindliche Planungspflicht könnte zu Milliardenkosten führen
- Ab 2026 werden bereits durchschnittlich zehn Prozent höhere Gebühren erwartet
Immer weniger Nutzer tragen Betriebskosten
Eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) warnt vor stark steigenden Kosten für Haushalte, die langfristig auf Gasheizungen setzen. Im Auftrag des Umweltinstituts München untersuchten die Forschenden, wie sich der geplante Ausstieg aus fossilen Energieträgern auf die Netzentgelte auswirken könnte. Das Ergebnis: Wer auch in den kommenden Jahrzehnten mit Gas heizt, muss bis 2045 mit mehreren Tausend Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen.Hintergrund der prognostizierten Preisentwicklung ist der fortschreitende Umstieg vieler Haushalte auf Wärmepumpen oder den Anschluss an erneuerbare Wärmenetze. Dadurch sinkt die Zahl der Gaskunden, während die Infrastruktur für die verbleibenden Nutzer weitgehend erhalten bleiben muss. Diese Entwicklung könnte laut Studie dazu führen, dass die Netze zunehmend überdimensioniert sind.
Schon heute kündigen Netzbetreiber steigende Gebühren an: Für das Jahr 2026 wird im Durchschnitt ein Plus von rund zehn Prozent erwartet. Das Fraunhofer IFAM geht davon aus, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahrzehnten deutlich beschleunigt. Demnach sei es durchaus realistisch, dass die Netzentgelte bis Mitte der 2040er-Jahre von derzeit 2,3 Cent pro Kilowattstunde auf 22 Cent steigen.
Gesetz wird kritisiert
Angesichts dessen, dass für eine neue Gasheizung mindestens eine Lebensspanne von 20 Jahren veranschlagt wird, werden sehr viele Verbraucher, die sich heute noch ein solches System verkaufen lassen, dort landen. Für einen typischen Drei-Personen-Haushalt könnten die Netzkosten demnach auf 3300 bis 4300 Euro jährlich anwachsen und sich damit im Vergleich zu heute etwa verzehnfachen.Die Studie betont, dass eine vorausschauende Planung durch Kommunen und Netzbetreiber entscheidend sei, um diese Entwicklung abzufedern. Würden Gasnetze schrittweise und gebietsweise zurückgebaut, ließen sich überhöhte Kosten zumindest teilweise vermeiden. Fachleute des Umweltinstituts warnen hingegen, dass verspätete Entscheidungen die finanzielle Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher weiter in die Höhe treiben könnten.
Kontrovers wird in der Studie auch ein aktueller Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums bewertet. Er sieht vor, dass Netzbetreiber künftig Gasanschlüsse kündigen oder ablehnen dürfen, allerdings mit einer Ankündigungsfrist von zehn Jahren. Nach Einschätzung der Studienautoren könnte eine so lange Frist den geordneten Rückzug aus der Gasversorgung erschweren und unnötige Zusatzkosten verursachen. Kritisiert wird zudem das Fehlen einer verbindlichen Planungspflicht, die aus Sicht der Forschenden notwendig wäre, um Milliardenkosten zu verhindern.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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