Apple motzt in ungewöhnlich scharfen Worten über die EU-Kommission
Apple attackiert die EU ungewöhnlich scharf und wirft ihr Heuchelei vor. Der Konzern sieht sich durch widersprüchliche Gesetze in der Zwickmühle: Einerseits soll er Nutzer besser schützen, andererseits wird er gezwungen, Sicherheitsmechanismen abzubauen.
Die EU-Kommission hatte Apple im Rahmen einer Untersuchung zum Digital Services Act (DSA) aufgefordert, detaillierte Informationen vorzulegen. Konkret geht es dabei um zwei Bereiche: Die Brüsseler Behörde vermutet, dass Apple keine angemessenen Maßnahmen ergriffen habe, um seine Kunden vor betrügerischen Apps im App Store zu schützen. Zudem sehe man Defizite beim Schutz minderjähriger Nutzer.
Kyle Andeer, Vice President Legal bei Apple, kontert diese Anschuldigungen mit einem ausführlichen Schreiben, wie 9to5Mac berichtet. Darin macht er deutlich, dass die EU-Kommission selbst die Sicherheit der Nutzer untergraben habe. Der Grund: Das Digital Markets Act (DMA), ein Schwestergesetz des DSA, zwinge Apple dazu, Sicherheitsmechanismen aufzuweichen, die jahrelang zum Schutz der Anwender dienten - so jedenfalls der kalifornische Konzern.
Laut Andeer ergebe es keinen Sinn, dass die Kommission einerseits von Apple verlange, Nutzer vor Betrug zu schützen, während sie gleichzeitig darauf bestehe, dass der Konzern Funktionen wie externe Verlinkungen und Webansichten implementiere. Das erhöhe das Betrugsrisiko erheblich, ohne dass Apple angemessene Schutzmaßnahmen ergreifen dürfe.
Der DMA verpflichtet Apple, alternative App-Marktplätze zuzulassen und Entwicklern zu ermöglichen, aus ihren Apps heraus auf externe Webseiten, andere Apps oder Drittanbieter-Stores zu verlinken. Apple argumentiert, dass diese Änderungen Nutzer Risiken aussetzen würden, die der Konzern weder kontrollieren noch überwachen könne. Selbst Apps, die über den offiziellen App Store verteilt würden, könnten Nutzer nun zu unsicheren Drittplattformen führen.
Besonders kritisch sieht Apple die Auswirkungen auf den Jugendschutz. Die von der EU geforderten Änderungen würden viele der etablierten Werkzeuge untergraben, mit denen Eltern ihre Kinder bisher schützen konnten. Die Kommission habe sich geweigert, Apple die Implementierung wichtiger Sicherheitsvorkehrungen zu gestatten.
Apple verweist in seinem Brief auf die umfangreichen Bemühungen der vergangenen zwei Jahrzehnte, mit denen der Konzern betrügerische Apps, Malware und jugendgefährdende Inhalte vom App Store ferngehalten habe. Im Jahr 2024 habe das App-Review-Team etwa 37.000 Apps wegen betrügerischer Aktivitäten entfernt, 115.000 Apps wegen unsicherer Nutzererfahrungen abgelehnt und 320.000 App-Einreichungen zurückgewiesen.
Die EU-Kommission hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie sie auf die scharfe Kritik aus Cupertino reagieren wird und ob eine Annäherung der Positionen noch möglich ist.
Was haltet ihr von Apples Argumentation? Seht ihr die EU-Gesetze ebenfalls als widersprüchlich an, oder sollte Apple mehr Verantwortung für die Sicherheit seiner Plattform übernehmen? Teilt eure Einschätzung gerne in den Kommentaren.
Siehe auch:
Vorwürfe von beiden Seiten
Die Auseinandersetzung zwischen Apple und der Europäischen Union hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In einem Brief an die EU-Kommission, der ungewöhnlich deutliche Worte wählt, wirft der iPhone-Hersteller den europäischen Regulierungsbehörden vor, durch widersprüchliche Anforderungen die Sicherheit von Nutzern aktiv zu gefährden. Der Konflikt dreht sich um zwei zentrale EU-Gesetze, die nach Ansicht von Apple nicht miteinander vereinbar seien.Die EU-Kommission hatte Apple im Rahmen einer Untersuchung zum Digital Services Act (DSA) aufgefordert, detaillierte Informationen vorzulegen. Konkret geht es dabei um zwei Bereiche: Die Brüsseler Behörde vermutet, dass Apple keine angemessenen Maßnahmen ergriffen habe, um seine Kunden vor betrügerischen Apps im App Store zu schützen. Zudem sehe man Defizite beim Schutz minderjähriger Nutzer.
Kyle Andeer, Vice President Legal bei Apple, kontert diese Anschuldigungen mit einem ausführlichen Schreiben, wie 9to5Mac berichtet. Darin macht er deutlich, dass die EU-Kommission selbst die Sicherheit der Nutzer untergraben habe. Der Grund: Das Digital Markets Act (DMA), ein Schwestergesetz des DSA, zwinge Apple dazu, Sicherheitsmechanismen aufzuweichen, die jahrelang zum Schutz der Anwender dienten - so jedenfalls der kalifornische Konzern.
Laut Andeer ergebe es keinen Sinn, dass die Kommission einerseits von Apple verlange, Nutzer vor Betrug zu schützen, während sie gleichzeitig darauf bestehe, dass der Konzern Funktionen wie externe Verlinkungen und Webansichten implementiere. Das erhöhe das Betrugsrisiko erheblich, ohne dass Apple angemessene Schutzmaßnahmen ergreifen dürfe.
Der DMA verpflichtet Apple, alternative App-Marktplätze zuzulassen und Entwicklern zu ermöglichen, aus ihren Apps heraus auf externe Webseiten, andere Apps oder Drittanbieter-Stores zu verlinken. Apple argumentiert, dass diese Änderungen Nutzer Risiken aussetzen würden, die der Konzern weder kontrollieren noch überwachen könne. Selbst Apps, die über den offiziellen App Store verteilt würden, könnten Nutzer nun zu unsicheren Drittplattformen führen.
Besonders kritisch sieht Apple die Auswirkungen auf den Jugendschutz. Die von der EU geforderten Änderungen würden viele der etablierten Werkzeuge untergraben, mit denen Eltern ihre Kinder bisher schützen konnten. Die Kommission habe sich geweigert, Apple die Implementierung wichtiger Sicherheitsvorkehrungen zu gestatten.
Apple verweist in seinem Brief auf die umfangreichen Bemühungen der vergangenen zwei Jahrzehnte, mit denen der Konzern betrügerische Apps, Malware und jugendgefährdende Inhalte vom App Store ferngehalten habe. Im Jahr 2024 habe das App-Review-Team etwa 37.000 Apps wegen betrügerischer Aktivitäten entfernt, 115.000 Apps wegen unsicherer Nutzererfahrungen abgelehnt und 320.000 App-Einreichungen zurückgewiesen.
Vorwurf der Ablenkungsmanöver
In seinem Schreiben geht Andeer noch einen Schritt weiter und unterstellt der EU-Kommission unlautere Motive. Die neuen Untersuchungen seien zynische Versuche, von den grundlegenden Problemen abzulenken, die durch die fehlgeleitete Durchsetzung des DMA verursacht würden. Apple wirft der Kommission vor, bei Verstößen von Entwicklern wie Epic Games oder Match Group, die in den USA wegen irreführender Praktiken gegenüber Nutzern kritisiert wurden, wegzuschauen.Die EU-Kommission hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie sie auf die scharfe Kritik aus Cupertino reagieren wird und ob eine Annäherung der Positionen noch möglich ist.
Was haltet ihr von Apples Argumentation? Seht ihr die EU-Gesetze ebenfalls als widersprüchlich an, oder sollte Apple mehr Verantwortung für die Sicherheit seiner Plattform übernehmen? Teilt eure Einschätzung gerne in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Apple wirft der EU widersprüchliche Gesetze zur Nutzersicherheit vor
- EU-Kommission fordert mehr Schutz vor betrügerischen Apps im Store
- Digital Markets Act zwingt Apple zur Öffnung für externe App-Marktplätze
- Konzern sieht erhöhte Risiken durch externe Verlinkungen und Webansichten
- Apple argumentiert, dass die EU-Vorgaben den Jugendschutz untergraben
- Laut Apple wurden 2024 über 37000 betrügerische Apps aus dem Store entfernt
Siehe auch:
- Apple droht: iOS-Tracking-Schutz durch EU in Gefahr - es ist kompliziert
- Apple verliert Milliardenklage wegen überhöhter App-Store-Gebühren
- Apple greift Europas Digitalmärktegesetz vor höchstem EU-Gericht an
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