Greenwashing: Apple stoppt Werbung als CO2-neutral für erste Geräte

Apple entfernt nach einem Greenwashing-Urteil in Deutschland das "klimaneutral"-Label von Apple Watch und Mac mini. Ein Frankfurter Gericht untersagte die Werbung mit CO2-Neutralität wegen mangelhafter Kompensationsprojekte.
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Rückzieher nach deutschem Gerichtsurteil

Das Landgericht Frankfurt am Main gab im August einer Unterlassungsklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) statt und entschied, dass Apple seine Produkte nicht länger als CO2-neutral bewerben darf. Die von Apple angeführten Ausgleichsmaßnahmen entsprechen demnach nicht den Anforderungen an eine gesicherte und dauerhafte Emissionskompensation.

Die Auswirkungen des Urteils zeigen sich mittlerweile weltweit: Apple entfernte das Label global, um Verwirrung bei Kunden zu vermeiden und sich auf kommende Gesetze vorzubereiten, schreibt das Online-Magazin WatchGeneration. Betroffen sind alle aktuellen Modelle, darunter die Apple Watch Series 10, die Apple Watch Ultra 2 und der Mac mini mit M4-Chip.


Problematische Kompensationsprojekte

Apple hatte zuvor schon die Apple Watch Series 9 im September 2023 als erstes klimaneutrales Produkt vermarktet. Der Technologiekonzern bewarb drei seiner Smartwatch-Modelle als "CO2-neutrales Produkt" und behauptete, die bei der Produktion entstehenden CO2-Emissionen würden durch diverse Kompensationsprojekte ausgeglichen.

Die Kritik der Deutschen Umwelthilfe richtete sich dabei gegen die Struktur der Klimaschutzprojekte, die Apple nannte. Im Laufe des seit 2024 geführten Gerichtsverfahrens bestätigte sich der Verdacht. Das Unternehmen setzt zur Kompensation auf Eukalyptus-Monokulturen in Paraguay, für die Pachtverträge bereits 2029 auslaufen.

Die angebliche CO2-Speicherung in den kommerziellen Eukalyptus-Plantagen ist zeitlich auf nur noch wenige Jahre begrenzt, die vertraglichen Sicherheiten für die Zukunft genügen nicht. Das Frankfurter Gericht entschied, dass diese Pachtverträge zu kurz seien, um die Produkte als klimaneutral zu bewerben, da Kunden wahrscheinlich davon ausgingen, dass Emissionen mindestens bis 2050 kompensiert würden.

Neue EU-Regulierung verstärkt Druck

Zusätzlich zum deutschen Urteil sorgen neue europäische Gesetze für weitere Einschränkungen. Die neue EU-Richtlinie 2024/825, die ab 2026 greift, verbietet es Unternehmen explizit, mit Kompensationsprojekten wie Aufforstungen ihre Produkte als CO2-neutral, umweltfreundlich oder klimaschonend darzustellen.

Wie seht ihr Apples Umgang mit den Klimaneutralitäts-Versprechen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!
Warum fehlen die CO₂-Labels jetzt bei Apple?
Apple hat weltweit die Bezeichnung "klimaneutral" von seinen Produktseiten und Verpackungen entfernt. Grund dafür sind neue gesetzliche Vorgaben der EU sowie Gerichtsurteile in Deutschland, die solche Werbeaussagen künftig untersagen oder bereits als irreführend bewertet haben.

Die EU-Richtlinie 2024/825 verbietet ab 2026 Aussagen wie "klimaneutral", wenn diese auf CO₂-Kompensation beruhen. Apple reagiert damit proaktiv auf regulatorische Entwicklungen und will rechtlichen Konflikten vorbeugen.
Was bedeutet "klimaneutral" bei Apple?
Apple bezeichnete ein Produkt als klimaneutral, wenn mindestens 75 % der Emissionen durch Maßnahmen wie Recycling, erneuerbare Energien und optimierte Logistik reduziert wurden. Den Rest glich Apple durch CO₂-Zertifikate aus.

Diese Zertifikate stammen z. B. aus Aufforstungsprojekten in Paraguay. Kritiker werfen Apple jedoch vor, dass die tatsächliche CO₂-Bindung solcher Projekte schwer messbar ist - daher der Vorwurf des Greenwashings.
Welche Produkte sind betroffen?
Die Apple Watch Series 11, die Apple Watch Ultra 3 sowie der Mac mini mit M4-Chip werden nicht mehr als klimaneutral beworben. Auch die Verpackungen dieser Geräte tragen keine entsprechenden Symbole mehr.

Frühere Modelle wie die Apple Watch Series 9 oder der Mac mini M4 wurden noch mit CO₂-neutral-Label verkauft. In den aktuellen Umweltberichten fehlen diese Angaben nun teilweise oder vollständig.
Was steckt hinter der EU-Richtlinie?
Die EU-Richtlinie 2024/825 verbietet ab 2026 Werbeaussagen wie "klimaneutral", wenn diese auf CO₂-Kompensation beruhen. Ziel ist es, Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen.

Unternehmen dürfen künftig nur dann mit Umweltvorteilen werben, wenn diese direkt durch das Produkt selbst entstehen - z. B. durch emissionsarme Produktion oder Recycling. Kompensationsmaßnahmen wie Aufforstung reichen nicht mehr aus.
Wie reagiert Apple auf die Kritik?
Apple hat die Kommunikation angepasst, hält aber an seinem Nachhaltigkeitsziel fest. Bis 2030 will das Unternehmen seine gesamte Lieferkette klimaneutral gestalten. Laut eigenen Angaben wurden die Emissionen bereits um 60 % reduziert.

Statt pauschaler Aussagen setzt Apple nun auf detaillierte Umweltberichte, die den Einsatz recycelter Materialien und erneuerbarer Energien transparent darstellen - ohne das Label "klimaneutral" zu verwenden.
Was ist das Problem mit CO₂-Kompensation?
CO₂-Kompensation basiert auf Projekten wie Aufforstung, die theoretisch CO₂ aus der Atmosphäre binden. Doch Experten kritisieren, dass der tatsächliche Effekt dieser Maßnahmen schwer messbar und oft überschätzt sei.

Zudem können solche Projekte negative Nebeneffekte haben, etwa durch hohen Wasserverbrauch oder Eingriffe in die Biodiversität. Deshalb gelten CO₂-Zertifikate zunehmend als unsicheres Mittel zur Klimabilanzierung.
Bleibt Apple beim Klimaziel 2030?
Ja, Apple hält weiterhin an seinem Ziel fest, bis 2030 in der gesamten Lieferkette klimaneutral zu arbeiten. Die Entfernung des Labels bedeutet keinen Strategiewechsel, sondern eine Anpassung an neue Kommunikationsrichtlinien.

Apple betont, dass jedes Produkt mit Blick auf Umweltfreundlichkeit entwickelt werde. Die Maßnahmen zur Emissionsreduktion - etwa durch Recycling, erneuerbare Energie und optimierte Logistik - bleiben bestehen.
Zusammenfassung
  • Apple entfernt 'klimaneutral'-Label nach Gerichtsurteil in Deutschland
  • Landgericht Frankfurt gab Klage der Deutschen Umwelthilfe statt
  • Kritik: Ausgleichsmaßnahmen durch Eukalyptus-Plantagen nur bis 2029
  • Betroffene Produkte sind Apple Watch Series 10, Ultra 2 und Mac mini
  • EU-Richtlinie 2024/825 verbietet ab 2026 Werbung mit CO2-Neutralität
  • Apple hat Emissionen seit 2015 um mehr als 60 Prozent reduziert
  • Unternehmen fokussiert sich nun auf transparente Kommunikation

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