ChatGPT macht auf Windows Recall:
KI zeichnet jetzt Mac-Aktionen auf

OpenAI verspricht mit der neuen Computer History für ChatGPT unter MacOS einen intelligenten Helfer, der jeden Arbeitsschritt aufzeichnet. Doch die unverschlüsselte lokale Speicherung der Daten birgt handfeste Sicherheitsrisiken für die Anwender.
OpenAI, ChatGPT

Aktivitätsprotokoll für MacOS

OpenAI hat aktuell für MacOS eine neue Funktion namens Computer History für die ChatGPT-App veröffentlicht und diese kann man am einfachsten mit Windows Recall für Mac umschreiben. Das Werkzeug erstellt eine detaillierte Zeitleiste der Nutzeraktivitäten, indem es verschiedene Aktionen aufzeichnet. Dazu gehören Mausklicks innerhalb von Anwendungen, Tastatureingaben und Kurzbefehle sowie der Wechsel zwischen unterschiedlichen Programmen.

Ziel ist es, den KI-Assistenten tiefer in den Arbeitsalltag zu integrieren und ihn von einem passiven Chatbot in einen aktiven Helfer zu verwandeln. Nutzer können durch das Protokoll abgebrochene Aufgaben fortsetzen, Dokumente schneller wiederfinden oder Zusammenfassungen ihres Arbeitstages anfordern.

OpenAI stellt Computer History für ChatGPT für MacOS per Video vor

Die Funktion steht vorerst nur Abonnenten der drei Tarife Pro, Business und Enterprise zur Verfügung. Aus rechtlichen Gründen fehlt das Feature zum Start in der Europäischen Union, der Schweiz und in Großbritannien komplett - und vermutlich werden die wenigsten darüber traurig sein.

Funktionsweise ohne Screenshots

Im Gegensatz zu Microsofts Windows Recall verzichtet das neue System von OpenAI auf die Aufnahme von Bildschirmfotos oder Audio-Eingaben. Stattdessen nutzt die Software die Bedienungshilfen des Betriebssystems MacOS, um Interaktionen als Text zu erfassen. Private Browser-Tabs ignoriert das System automatisch.


Wie Thurrott berichtet, ersetzt das System die frühere Vorschauversion Chronicle, welche noch auf Bildschirmaufnahmen basierte. Die neu gesammelten Daten helfen nicht nur dem Chatbot, sondern auch dem Programmierwerkzeug Codex. Anwender können gezielt fragen, woran sie vor der letzten Pause gearbeitet haben, und wiederkehrende Arbeitsabläufe durch die KI automatisieren lassen.

Datenschutz und Sicherheitsrisiken

Ein klarer Vorteil für Anwender ist die bewusste Freigabe: Das Protokoll ist standardmäßig deaktiviert und erfordert eine aktive Zustimmung. Nutzer haben die Kontrolle darüber, welche Programme überwacht werden. Sie können bestimmte Webseiten ausschließen, die Datenerfassung über die Menüleiste pausieren oder den gesamten Verlauf jederzeit löschen.

Dennoch existieren sicherheitsrelevante Nachteile. Der vielleicht gravierendste: Die lokal auf dem Mac gespeicherten Protokolldateien werden unverschlüsselt abgelegt. Andere Programme könnten theoretisch darauf zugreifen. Zudem verarbeitet OpenAI die Ereignisdateien kurzzeitig auf eigenen Servern, bevor sie nach spätestens 48 Stunden gelöscht werden.

Entwickler warnen ferner vor möglichen Angriffen durch bösartige Anweisungen auf besuchten Webseiten, die der Chatbot bei aktiver Überwachung unbemerkt ausführen könnte. Aufgrund der dauerhaften Erfassung von Eingaben kann man nur zur Vorsicht raten.

Würdet ihr einer KI erlauben, eure Arbeitsschritte aufzuzeichnen? Überwiegt für euch der Nutzen im Alltag oder seht ihr den Datenschutz gefährdet? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • OpenAI bringt das Aktivitätsprotokoll Computer History für MacOS
  • Das Feature zeichnet Nutzeraktionen als Text über Bedienungshilfen auf
  • Die Funktion startet vorerst nicht in der EU, der Schweiz und UK
  • Die Daten werden lokal unverschlüsselt gesichert und teils gesendet
  • Die Überwachung ist standardmäßig aus und lässt sich konfigurieren

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