Alle zahlen für KI - durch spürbar steigende Strompreise
Die Tech-Branche ist im Energiemarkt längst aus ihrer alten Nische herausgetreten. Für die Verbraucher ist das allerdings ein weniger gutes Zeichen - denn die immer hungriger werdenden Datenzentren lassen die Strompreise steigen.
Zwar betonen die Tech-Konzerne, sie wollten nicht, dass andere Kunden ihre Energiekosten tragen. Doch die Abrechnung ist kompliziert: Der Ausbau von Kraftwerken und Netzen wird traditionell auf Jahrzehnte kalkuliert, während der KI-Boom enorme Investitionen in kurzer Zeit erzwingt. Versorger dürfen ihre Ausgaben auf alle Kunden umlegen, was schnell zu Spannungen führt.
Ein weiterer Vorteil für die Technologiekonzerne: In vielen Bundesstaaten dürfen klassische Versorger aus kartellrechtlichen Gründen keine eigenen Kraftwerke betreiben - die Tech-Unternehmen hingegen schon. So werden sie gleichzeitig zu Großabnehmern und Anbietern, mit wachsenden Umsätzen aus dem Stromhandel.
Deutlich wurde dies im letzten Herbst: Was sonst eine nüchterne Fachtagung der US-Energieaufsichtsbehörden war, bekam im November in Anaheim, Kalifornien, ungewohnte Glitzerakzente: Amazon, Microsoft und Google traten als Hauptsponsoren auf, platzierten ihre Logos auf Messeständen, Podien und sogar auf den Ausweishalterungen der Teilnehmer.
Der Haupttreiber dieser Entwicklung ist der Boom der künstlichen Intelligenz. Datenzentren in Bundesstaaten wie Virginia oder Ohio verbrauchten 2023 bereits über vier Prozent des US-Stroms. Bis 2026 könnte dieser Anteil laut Regierungsprognosen auf bis zu zwölf Prozent steigen. KI-Berechnungen benötigen ein Vielfaches an Energie im Vergleich zu herkömmlichem Streaming oder Cloud-Diensten. Amazon-Chef Andy Jassy betonte jüngst, das größte Wachstumshindernis des Konzerns sei derzeit fehlende Rechenzentrumskapazität - sprich: Strom.
Siehe auch:
Trend in den USA geht steil nach oben
Seit 2020 sind die durchschnittlichen Strompreise in den USA um mehr als 30 Prozent gestiegen. Eine Studie von Carnegie Mellon und der North Carolina State University prognostiziert bis 2030 zusätzliche Preissteigerungen von landesweit acht Prozent - in stark betroffenen Regionen wie Virginia sogar bis zu 25 Prozent. In Ohio zahlen Haushalte bereits jetzt monatlich rund 15 Dollar mehr - wegen neuer Datenzentren und ihrem enormen Verbrauch, berichtet die New York Times.Zwar betonen die Tech-Konzerne, sie wollten nicht, dass andere Kunden ihre Energiekosten tragen. Doch die Abrechnung ist kompliziert: Der Ausbau von Kraftwerken und Netzen wird traditionell auf Jahrzehnte kalkuliert, während der KI-Boom enorme Investitionen in kurzer Zeit erzwingt. Versorger dürfen ihre Ausgaben auf alle Kunden umlegen, was schnell zu Spannungen führt.
Ein weiterer Vorteil für die Technologiekonzerne: In vielen Bundesstaaten dürfen klassische Versorger aus kartellrechtlichen Gründen keine eigenen Kraftwerke betreiben - die Tech-Unternehmen hingegen schon. So werden sie gleichzeitig zu Großabnehmern und Anbietern, mit wachsenden Umsätzen aus dem Stromhandel.
Deutlich wurde dies im letzten Herbst: Was sonst eine nüchterne Fachtagung der US-Energieaufsichtsbehörden war, bekam im November in Anaheim, Kalifornien, ungewohnte Glitzerakzente: Amazon, Microsoft und Google traten als Hauptsponsoren auf, platzierten ihre Logos auf Messeständen, Podien und sogar auf den Ausweishalterungen der Teilnehmer.
Große Player
Noch vor wenigen Jahren waren die großen Technologiekonzerne im Energiesektor Nebenakteure, die vor allem in Solar- und Windparks investierten, um ihren CO₂-Fußabdruck zu senken. Inzwischen zählen sie aber eben zu den mächtigsten Akteuren der Branche. Über Tochterfirmen produzieren sie Strom, verkaufen ihn an Energieversorger und nutzen ihn selbst für ihre Rechenzentren.Der Haupttreiber dieser Entwicklung ist der Boom der künstlichen Intelligenz. Datenzentren in Bundesstaaten wie Virginia oder Ohio verbrauchten 2023 bereits über vier Prozent des US-Stroms. Bis 2026 könnte dieser Anteil laut Regierungsprognosen auf bis zu zwölf Prozent steigen. KI-Berechnungen benötigen ein Vielfaches an Energie im Vergleich zu herkömmlichem Streaming oder Cloud-Diensten. Amazon-Chef Andy Jassy betonte jüngst, das größte Wachstumshindernis des Konzerns sei derzeit fehlende Rechenzentrumskapazität - sprich: Strom.
Zusammenfassung
- Tech-Konzerne treiben US-Strompreise seit 2020 um mehr als 30 Prozent in die Höhe
- Studien prognostizieren bis 2030 weitere Preissteigerungen von bis zu 25 Prozent
- Datenzentren verbrauchen bereits vier Prozent des US-Stroms, Tendenz steigend
- Energieversorgungskosten werden auf alle Kunden umgelegt, was zu Spannungen führt
- Tech-Unternehmen werden gleichzeitig zu Stromgroßabnehmern und Stromanbietern
- KI-Berechnungen benötigen ein Vielfaches an Energie verglichen mit klassischen Diensten
- Amazon bezeichnet die fehlende Rechenzentrumskapazität als größtes Wachstumshindernis
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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