UK stoppt 29-Mrd.-Euro-Projekt zur Stromversorgung aus Marokko
Die britische Regierung hat ihre Unterstützung für ein ambitioniertes Energieprojekt zurückgezogen, das Strom aus marokkanischer Sonnen- und Windkraft über eine Unterseekabelverbindung nach Großbritannien liefern sollte.
Wie Energieminister Michael Shanks in einer Stellungnahme an das Parlament mitteilte, sei das Projekt derzeit nicht im nationalen Interesse. Die britische Regierung verfolgt das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 weitgehend zu dekarbonisieren, sehe jedoch in heimischen Projekten größere wirtschaftliche Vorteile. Denn in Großbritannien hergestellter Ökostrom schaffe nicht nur mehr Arbeitsplätze im Inland, sondern sorge auch für steigende Unabhängigkeit.
Herzstück des Projekts wäre das weltweit längste Unterseekabel gewesen: Über 3800 Kilometer sollten Hochspannungs-Gleichstromleitungen von Marokko bis in den Südwesten Englands verlegt werden. Das Unternehmen Xlinks hatte auf eine staatliche Preisgarantie in Form eines sogenannten "Contracts for Difference" gehofft - eine Absicherung, die den Strompreis für Investoren planbar gemacht hätte.
Das Vorhaben war ursprünglich unter der konservativen Vorgängerregierung als Projekt von "nationaler Bedeutung" eingestuft worden. Frühzeitige Investoren waren unter anderem die Energieunternehmen TAQA aus Abu Dhabi, Total Energies und Octopus Energy. Über die genauen Beteiligungsverhältnisse wurde bislang keine Auskunft gegeben.
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Wertschöpfung lieber im Inland
Das sogenannte "Morocco-UK Power Project" des Unternehmens Xlinks sollte bis zu sieben Millionen britische Haushalte mit erneuerbarer Energie aus der Sahara versorgen. Die geschätzten Projektkosten beliefen sich auf über 29 Milliarden Euro, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.Wie Energieminister Michael Shanks in einer Stellungnahme an das Parlament mitteilte, sei das Projekt derzeit nicht im nationalen Interesse. Die britische Regierung verfolgt das Ziel, die Stromversorgung bis 2030 weitgehend zu dekarbonisieren, sehe jedoch in heimischen Projekten größere wirtschaftliche Vorteile. Denn in Großbritannien hergestellter Ökostrom schaffe nicht nur mehr Arbeitsplätze im Inland, sondern sorge auch für steigende Unabhängigkeit.
Herzstück des Projekts wäre das weltweit längste Unterseekabel gewesen: Über 3800 Kilometer sollten Hochspannungs-Gleichstromleitungen von Marokko bis in den Südwesten Englands verlegt werden. Das Unternehmen Xlinks hatte auf eine staatliche Preisgarantie in Form eines sogenannten "Contracts for Difference" gehofft - eine Absicherung, die den Strompreis für Investoren planbar gemacht hätte.
Trauer bei Xlinks
Die Absage der Regierung trifft das Unternehmen hart. Dave Lewis, ehemaliger Tesco-Chef und heutiger Vorsitzender von Xlinks, äußerte sich enttäuscht: "Über 100 Millionen Pfund wurden bereits in die Entwicklung investiert. Das Interesse potenzieller Geldgeber für die Bauphase übersteigt sogar unseren Bedarf." Man werde nun alternative Wege prüfen, um das Projekt weiterzuentwickeln und dessen Potenzial auszuschöpfen.Das Vorhaben war ursprünglich unter der konservativen Vorgängerregierung als Projekt von "nationaler Bedeutung" eingestuft worden. Frühzeitige Investoren waren unter anderem die Energieunternehmen TAQA aus Abu Dhabi, Total Energies und Octopus Energy. Über die genauen Beteiligungsverhältnisse wurde bislang keine Auskunft gegeben.
Zusammenfassung
- Britische Regierung zieht Unterstützung für Marokko-UK-Stromkabel zurück
- 29-Milliarden-Euro-Projekt sollte sieben Millionen britische Haushalte versorgen
- Weltweit längstes Unterseekabel mit 3800 Kilometern war das Herzstück
- Energieminister begründet Absage mit fehlenden wirtschaftlichen Vorteilen
- Xlinks hatte bereits über 100 Millionen Pfund in die Entwicklung investiert
- Konservative Vorgängerregierung stufte Projekt als national bedeutsam ein
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