Google: Stromverbrauch pro KI-Anfrage um Faktor 33 deutlich reduziert
Der enorme Stromverbrauch der KI-Datenzentren ist immer wieder Gegenstand des Anstoßes. Google verweist nun als einer der größten Anbieter in dem Bereich, dass man allerdings durchaus Fortschritte macht und den Bedarf deutlich senken konnte.
Wie hoch die tatsächliche Umweltbelastung durch KI ausfällt, war bisher schwer zu beziffern. Zwar untersuchen Wissenschaftler einzelne Modelle im Labor, doch Daten zu realen Nutzungsmustern fehlen oft. Nun hat Google erstmals eine eigene Analyse veröffentlicht, die Einblicke in den realen Stromverbrauch seiner KI-Systeme bietet.
Demnach hat sich der Energieaufwand pro Textanfrage innerhalb eines Jahres drastisch reduziert. Während im vergangenen Jahr noch deutlich höhere Werte galten, verbraucht eine durchschnittliche Eingabe in Googles "Gemini Apps" heute noch 0,24 Wattstunden Strom, verursacht 0,03 Gramm CO₂-Äquivalente und benötigt etwa fünf Tropfen Wasser für die Kühlung. Umgerechnet entspräche dies ungefähr neun Sekunden Fernsehkonsum, so Google.
Im Vergleich zu den Werten des Vorjahres habe man den Verbrauch um den Faktor 33 senken können, rechnete das Unternehmen vor. Möglich wurde dieser Rückgang durch eine Kombination aus effizienterer Software, besserer Hardware und einer wachsenden Versorgung mit erneuerbarer Energie, hieß es.
Allerdings weist Google auch selbst darauf hin, dass die Gesamtbilanz dennoch problematisch bleibt. Denn mit jedem Suchvorgang in der klassischen Websuche wird inzwischen automatisch auch eine KI-Abfrage gestartet - eine Rechenleistung, die es vor wenigen Jahren gar nicht gab. Angesichts der Milliarden täglichen Suchanfragen summiert sich auch der geringere Einzelverbrauch einzelner Aufgaben zu einem erheblichen Ressourcenbedarf.
Siehe auch:
- Googles Stromverbrauch pro KI-Anfrage um Faktor 33 deutlich gesenkt
- Eine durchschnittliche Eingabe in Gemini Apps verbraucht nur 0,24 Wattstunden
- Mixture-of-Experts-Verfahren reduzieren den Rechenaufwand erheblich
- Effizientere Software, bessere Hardware und erneuerbare Energien tragen bei
- Trotz Einsparungen bleibt die Gesamtbilanz durch Milliarden Suchanfragen kritisch
- Der US-Stromverbrauch stieg 2024 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr
- Verbrauch einer KI-Anfrage entspricht etwa neun Sekunden Fernsehkonsum
Gesamtverbrauch steigt
Insbesondere in den USA ist der Stromverbrauch in diesem Jahr deutlich gestiegen: Rund vier Prozent mehr wurde bislang benötigt als im Vorjahreszeitraum des letzten Jahres - nach Jahrzehnten nahezu konstanter Nutzung. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Boom an Rechenzentren, die zunehmend für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gebaut werden.Wie hoch die tatsächliche Umweltbelastung durch KI ausfällt, war bisher schwer zu beziffern. Zwar untersuchen Wissenschaftler einzelne Modelle im Labor, doch Daten zu realen Nutzungsmustern fehlen oft. Nun hat Google erstmals eine eigene Analyse veröffentlicht, die Einblicke in den realen Stromverbrauch seiner KI-Systeme bietet.
Demnach hat sich der Energieaufwand pro Textanfrage innerhalb eines Jahres drastisch reduziert. Während im vergangenen Jahr noch deutlich höhere Werte galten, verbraucht eine durchschnittliche Eingabe in Googles "Gemini Apps" heute noch 0,24 Wattstunden Strom, verursacht 0,03 Gramm CO₂-Äquivalente und benötigt etwa fünf Tropfen Wasser für die Kühlung. Umgerechnet entspräche dies ungefähr neun Sekunden Fernsehkonsum, so Google.
Im Vergleich zu den Werten des Vorjahres habe man den Verbrauch um den Faktor 33 senken können, rechnete das Unternehmen vor. Möglich wurde dieser Rückgang durch eine Kombination aus effizienterer Software, besserer Hardware und einer wachsenden Versorgung mit erneuerbarer Energie, hieß es.
Viele Stellschrauben
Besonders entscheidend war laut Google die Einführung neuer Verfahren wie "Mixture-of-Experts". Dabei wird jeweils nur ein Teil des KI-Modells aktiviert, der für die jeweilige Anfrage nötig ist - das würde den Rechenbedarf um das Zehn- bis Hundertfache senken. Hinzu kommen kompaktere Modellvarianten sowie ein optimiertes Management der Rechenzentren. Auch eigene Spezialchips tragen dazu bei, dass die Systeme deutlich sparsamer arbeiten.Allerdings weist Google auch selbst darauf hin, dass die Gesamtbilanz dennoch problematisch bleibt. Denn mit jedem Suchvorgang in der klassischen Websuche wird inzwischen automatisch auch eine KI-Abfrage gestartet - eine Rechenleistung, die es vor wenigen Jahren gar nicht gab. Angesichts der Milliarden täglichen Suchanfragen summiert sich auch der geringere Einzelverbrauch einzelner Aufgaben zu einem erheblichen Ressourcenbedarf.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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