Neues Chaos: Bundesweiter Ausfall von E-Rezept und Teilen der ePa

Seit heute Morgen gab es Probleme beim Erstellen und Einlösen von E-Rezepten in ganz Deutschland. Die Störung beim Vertrauens­dienst­anbieter Medisign betraf Ärzte und Apotheken gleicher­maßen. Inzwischen funktioniert das System wieder.
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Bundesweite Störung bei E-Rezepten behoben

Die weitreichende Störung betraf die Telematikinfrastruktur, was erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen hatte. Ärzte konnten keine elektronischen Rezepte (E-Rezepte) ausstellen, und Apotheken waren nicht in der Lage, diese einzulösen.

Die Ursache lag bei Medisign, einem der vier vertrauenswürdigen Anbieter für wichtige Zugangskarten im Gesundheitswesen - den sogenannten SMC-B- und HBA-Karten. Diese Karten sind unverzichtbar, weil sie Praxen, Apotheken und Ärzten die sichere Nutzung digitaler Anwendungen ermöglichen.


Die Störung betraf nicht nur das Ausstellen von E-Rezepten, sondern auch das Einlesen elektronischer Gesundheitskarten sowie die Nutzung von KIM, dem sicheren Kommunikationsdienst im Medizinbereich. Dadurch waren zehntausende Arztpraxen und Apotheken betroffen. Viele Patienten konnten dann nur noch auf klassische Papierrezepte zurückgreifen, weil die digitalen Abläufe nicht verfügbar waren.

Die Gematik, die zentrale Organisation für die Digitalisierung im Gesundheitswesen, koordinierte die Behebung der Probleme und gab am Nachmittag Entwarnung. Dennoch können bis auf Weiteres noch vereinzelte Einschränkungen bei der Nutzung der Karten von Medisign auftreten.

Anhaltende Probleme

Medisign verwaltet nach eigenen Angaben rund 275.000 der wichtigen Zugangskarten. In den vergangenen Monaten kam es bereits mehrfach zu Ausfällen bei dem Dienstleister, was die Stabilität der digitalen Infrastruktur immer wieder beeinträchtigt und in der Branche für anhaltende Kritik sorgt. E-Rezept-StörungBei der Gematik kann man den Status der Dienste einsehen Das E-Rezept wurde zum 1. Januar 2022 in Deutschland verpflichtend eingeführt und soll das herkömmliche Papierrezept langfristig ersetzen. Trotz erkennbarer Fortschritte zeigen Störungen wie diese, dass die technische Digitalisierung des Gesundheitssystems noch mit Herausforderungen kämpft - vor allem durch die Abhängigkeit von wenigen Anbietern.

Die Telematikinfrastruktur verbindet seit 2019 Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und weitere Beteiligte im Gesundheitswesen über ein sicheres digitales Netzwerk. Neben dem E-Rezept gehören Anwendungen wie die elektronische Patientenakte und der Notfalldatensatz dazu. Der heutige Vorfall macht deutlich, wie wichtig eine stabile und ausfallsichere Infrastruktur für eine funktionierende digitale Gesundheitsversorgung ist.

Was denkt ihr über die häufigen E-Rezept-Ausfälle? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren! Infografik e-Patientenakte & e-Rezept: Diagnose Digitalisierungsdefizite-Patientenakte & e-Rezept: Diagnose Digitalisierungsdefizit
Was war die Ursache der Störung?
Die Störung wurde durch Probleme bei Medisign ausgelöst, einem Anbieter von SMC-B- und HBA-Karten. Diese Karten sind essenziell für die sichere Authentifizierung und Signatur im E-Rezept-System.

Laut Gematik waren dadurch sowohl Arztpraxen als auch Apotheken betroffen. Andere Anbieter wie T-Systems oder D-Trust waren nicht betroffen und funktionierten weiterhin stabil.
Welche Systeme waren betroffen?
Neben dem E-Rezept waren auch andere Dienste der Telematikinfrastruktur gestört: die elektronische Patientenakte (ePA), der Kommunikationsdienst KIM sowie DEMIS zur Meldung von Infektionskrankheiten.

Auch das Einlesen von Gesundheitskarten und das Hinterlegen von Organ- und Gewebespende-Erklärungen waren beeinträchtigt. Die Störung hatte also weitreichende Auswirkungen auf den Praxis- und Apothekenalltag.
Was sind SMC-B- und HBA-Karten?
Die SMC-B-Karte identifiziert eine medizinische Einrichtung wie eine Praxis oder Apotheke digital und ermöglicht deren sichere Verbindung zur Telematikinfrastruktur.

Die HBA-Karte ist der elektronische Heilberufsausweis für Ärztinnen und Ärzte. Sie wird zur digitalen Signatur von E-Rezepten benötigt. Ohne funktionierende Karten können keine E-Rezepte erstellt oder eingelöst werden.
Wie kann ich im Störungsfall reagieren?
Alternativ können Ärzte nur auf das klassische Papierrezept (Muster 16) ausweichen. Apotheken können die eGK der Patienten hinterlegen und das Rezept nachträglich einlösen, sobald das System wieder läuft.
Wie werden Praxen über Ausfälle informiert?
Derzeit erfolgt die Information über Störungen nicht automatisch. In einigen Fällen mussten Apotheken Praxen selbst telefonisch informieren, was zu Verzögerungen führte.

Viele fordern eine automatisierte Benachrichtigung über Ausfälle. Die Gematik betreibt ein TI-Statusportal, das aktuelle Störungen transparent auflistet - regelmäßiger Blick dorthin kann helfen.
Wie häufig treten solche Ausfälle auf?
Störungen der Telematikinfrastruktur sind laut Berichten keine Seltenheit. Gründe sind die Komplexität der Technik, viele beteiligte Komponenten und gelegentliche Probleme bei Kartenanbietern wie Medisign.

Auch Wartungsarbeiten externer Dienstleister oder Netzbetreiber führen immer wieder zu Ausfällen. Die Gematik arbeitet laut eigenen Angaben an einer stabileren Infrastruktur, doch kurzfristige Störungen bleiben bislang Teil des Alltags.
Wie wirkt sich das auf Patienten aus?
Für Patienten bedeutet eine E-Rezept-Störung oft Wartezeiten oder zusätzliche Wege. Ohne funktionierende Systeme können keine Medikamente ausgegeben werden.

Einige Apotheken bieten an, die eGK zu hinterlegen und das Rezept später einzulösen. Dennoch ist es ratsam, sich bei längeren Ausfällen telefonisch über Alternativen wie Papierrezept oder Abholung zu informieren.
Wie lange dauerte die aktuelle Störung?
Die Störung begann am Morgen des 6. August 2025 und wurde laut Gematik noch am selben Tag behoben. Die genaue Dauer variiert je nach Region und Einrichtung.

Einige Apotheken berichteten bereits früh über Einschränkungen, während andere erst im Laufe des Vormittags betroffen waren. Die Wiederherstellung der Dienste erfolgte schrittweise im Tagesverlauf.
Zusammenfassung
  • Bundesweite Störung bei Ausstellung und Einlösung von E-Rezepten
  • Verursacher: Vertrauensdienstanbieter Medisign mit 275.000 Zugangskarten
  • Ärzte und Apotheken nutzten vorübergehend wieder Papierrezepte
  • Gematik behob Problem, vereinzelte Störungen weiterhin möglich
  • E-Rezept seit 1. Januar 2022 in Deutschland verpflichtend
  • Der Vorfall zeigt Herausforderungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen

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