E-Rezept: Apotheken-Software zeigt falsche Medikamente an
Seit Jahresanfang ist das E-Rezept eine verpflichtend anzubietende Option - doch die Software dahinter weist auch Wochen nach dem offiziellen Start noch gravierende Fehler auf. So werden teils schlicht falsche Medikamente zur Herausgabe angezeigt.
In einem Fall handelte es sich beispielsweise um eine falsche Interpretation einer Freitextverordnung durch einzelne Softwaresysteme. Daher hat der Apothekerverband Sachsen-Anhalt die verschiedenen Hersteller von E-Rezept-Software aufgefordert, diese automatisierten Übersetzungen vom gescannten Papier nur als Vorschlag in die elektronischen Vorgänge zu übernehmen, sodass sie noch einmal von einem menschlichen Nutzer geprüft werden.
In anderen Fällen ließ sich das Zustandekommen des Fehlers hingegen nicht nachvollziehen - was dann das deutlich größere Problem ist. Denn niemand kann hier wissen, welche Medikamente zukünftig einfach aus nicht erkennbaren Gründen vertauscht werden. Eines der Beispiele war etwa, dass der Arzt einem Patienten das Schmerzmittel Novalgin verordnete, das E-Rezept die Apotheke aber aufforderte, ihm das Antibiotikum Fosfomycin zu übergeben.
Bei der Gematik arbeite man bereits daran, die Fehlerursachen zu finden und zu beheben. Damit dies auch hinreichend möglich ist, sollen Apotheken möglichst jedes Problem melden, das bei ihnen auftritt. Denn nur so können sich die Entwickler ein umfassendes Bild machen.
Siehe auch:
Antibiotika statt Schmerzmittel
Es kann schlicht lebensgefährlich sein, wenn man einem Patienten falsche Medikamente verabreicht. Daher sind auch die Einzelfälle, in denen das Problem auftritt, ein Problem. In einigen Fällen konnte zumindest die Ursache des Fehlers gefunden werden, es gibt aber auch Vorfälle, in denen völlig unklar ist, warum es zu dem Vorfall, von dem der Fachdienst Apotheke Adhoc berichtet, kam.In einem Fall handelte es sich beispielsweise um eine falsche Interpretation einer Freitextverordnung durch einzelne Softwaresysteme. Daher hat der Apothekerverband Sachsen-Anhalt die verschiedenen Hersteller von E-Rezept-Software aufgefordert, diese automatisierten Übersetzungen vom gescannten Papier nur als Vorschlag in die elektronischen Vorgänge zu übernehmen, sodass sie noch einmal von einem menschlichen Nutzer geprüft werden.
In anderen Fällen ließ sich das Zustandekommen des Fehlers hingegen nicht nachvollziehen - was dann das deutlich größere Problem ist. Denn niemand kann hier wissen, welche Medikamente zukünftig einfach aus nicht erkennbaren Gründen vertauscht werden. Eines der Beispiele war etwa, dass der Arzt einem Patienten das Schmerzmittel Novalgin verordnete, das E-Rezept die Apotheke aber aufforderte, ihm das Antibiotikum Fosfomycin zu übergeben.
Parallele Vorgänge
Die Gematik als zentrale IT-Stelle des Gesundheitswesens wies außerdem darauf hin, dass es zu Verwechslungen kommen kann, wenn in einer Apotheke an mehreren Arbeitsplätzen parallel an E-Rezepten gearbeitet wird. "Der Grund: Die Benutzeroberfläche der Systeme zeigt die einzulösenden Rezepte arbeitsplatzübergreifend an allen Monitoren an", hieß es.Bei der Gematik arbeite man bereits daran, die Fehlerursachen zu finden und zu beheben. Damit dies auch hinreichend möglich ist, sollen Apotheken möglichst jedes Problem melden, das bei ihnen auftritt. Denn nur so können sich die Entwickler ein umfassendes Bild machen.
Zusammenfassung
- E-Rezept-Software zeigt falsche Medikamente an
- Softwarefehler können lebensgefährlich sein
- Ursachenforschung bei Fehlern teilweise erfolgreich
- Apothekerverband fordert menschliche Prüfung
- Unklare Fehlerursachen bergen Risiken
- Gematik warnt vor Verwechslungen bei Parallelarbeit
- Apotheken sollen alle Probleme melden
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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