Zu warm für Atomkraftwerke:
Hitzewelle lässt Strompreise steigen
Die aktuelle Hitzewelle in Europa hat die Strompreise am gestrigen Abend auf einen hohen Peak-Wert getrieben. Der Börsenpreis, in den noch keine Steuern und Netzumlagen einberechnet sind, kletterte zeitweise auf 48 Cent pro Kilowattstunde.
Bereits am letzten Wochenende wurden die beiden Blöcke des AKW Beznau in der Schweiz auf 50 Prozent Leistung heruntergefahren, nachdem das Kühlwasser den Fluss Aare auf 25 Grad hochgeheizt hatte. Eine komplette Abschaltung wurde im Zuge dessen bereits erwogen. Diesen Schritt musste der französische Stromkonzern EDF beim Kraftwerk Golfech bereits gehen: Weil dieses den Fluss Garonne zu stark erhitzte, erfolgte die Abschaltung. Weitere AKW können in diesen Tagen folgen, beim AKW Blayais wurde die Leistung ebenfalls schon reduziert.
Strompreis und -produktion in dieser Woche
Parallel dazu steht im europäischen Verbundnetz aktuell auch weniger Windstrom zur Verfügung als im Durchschnitt. Und die Ausstattung der Stromnetze mit Speichern hängt noch hinter dem Bedarf her. Dadurch müssen insbesondere in den späteren Abendstunden die teuren fossilen Kraftwerke einspringen, was den Strompreis dann vorübergehend deutlich nach oben trieb.
Die hohe Fluktuation in der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen dürfte sich in den kommenden Jahren aber deutlich abflachen - immerhin stehen überall viele Bauvorhaben für große Pufferspeicher in den Startlöchern. Diese werden Peaks wie am gestrigen Abend zunehmend abflachen, sodass die niedrigen Preise der Erneuerbaren weitgehend durchgängig Wirkung entfalten.
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FAQ zu Balkonkraftwerken Der einfachste Weg zum Solarstrom im Überblick Siehe auch:
- Hitzewelle in Europa treibt Strompreise zeitweise auf 48 Cent pro kWh
- Atomkraftwerke in Frankreich und der Schweiz haben Kühlungsprobleme
- AKW Beznau reduzierte Leistung nach Erhitzung der Aare auf 25 Grad
- Französisches Kraftwerk Golfech musste wegen zu hoher Flusstemperatur abschalten
- Weniger verfügbarer Windstrom und mangelnde Speicherkapazitäten verschärfen die Lage
- Mittagspreise sinken dank Solarenergie auf Tiefstwerte von unter einem Cent
- Geplante Pufferspeicher sollen künftig Preisschwankungen deutlich reduzieren
Flüsse sind aufgeheizt
Einer der wesentlichen Auslöser für den Preis-Peak waren die Atomkraftwerke in Frankreich und der Schweiz. Diese kommen in den heißer werdenden Sommern immer öfter in Schwierigkeiten - so auch in dieser Woche. Denn sie werden in der Regel mit dem Wasser aus Flüssen gekühlt und leiten dieses dann zurück. Dabei müssen aber Grenzwerte eingehalten werden, da eine zu starke Aufheizung des Flusswassers das Ökosystem massiv schädigen würde.Bereits am letzten Wochenende wurden die beiden Blöcke des AKW Beznau in der Schweiz auf 50 Prozent Leistung heruntergefahren, nachdem das Kühlwasser den Fluss Aare auf 25 Grad hochgeheizt hatte. Eine komplette Abschaltung wurde im Zuge dessen bereits erwogen. Diesen Schritt musste der französische Stromkonzern EDF beim Kraftwerk Golfech bereits gehen: Weil dieses den Fluss Garonne zu stark erhitzte, erfolgte die Abschaltung. Weitere AKW können in diesen Tagen folgen, beim AKW Blayais wurde die Leistung ebenfalls schon reduziert.
Strompreis und -produktion in dieser Woche
Parallel dazu steht im europäischen Verbundnetz aktuell auch weniger Windstrom zur Verfügung als im Durchschnitt. Und die Ausstattung der Stromnetze mit Speichern hängt noch hinter dem Bedarf her. Dadurch müssen insbesondere in den späteren Abendstunden die teuren fossilen Kraftwerke einspringen, was den Strompreis dann vorübergehend deutlich nach oben trieb.
Solar wirkt mittags
Ganz anders sieht die Lage derzeit tagsüber aus. Zur Mittagszeit, wenn die hochstehende Sonne die Solaranlagen ordentlich abliefern lässt, sinken die Börsenpreise auf Tiefstwerte. Der niedrigste Wert wurde hier am Montag um 13 Uhr erreicht, als die Kilowattstunde im Day-Ahead-Handel nur noch 0,9 Cent kostete.Die hohe Fluktuation in der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen dürfte sich in den kommenden Jahren aber deutlich abflachen - immerhin stehen überall viele Bauvorhaben für große Pufferspeicher in den Startlöchern. Diese werden Peaks wie am gestrigen Abend zunehmend abflachen, sodass die niedrigen Preise der Erneuerbaren weitgehend durchgängig Wirkung entfalten.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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