Open-Source-Tool regelt Rechner-Leistung nach aktuellem Strompreis

Ein neues Open-Source-Tool namens WattWise ermöglicht es, die Leistung und damit den Stromverbrauch von Rechnern an den aktuell gültigen Strompreis anzupassen. Das kann Verbrauchers mit flexiblem Stromtarif und in Unternehmen viel Geld sparen.
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Sinnvoll bei Workstations und Servern

Viele Firmen zahlen längst Strompreise, die sich an den aktuellen Börsenwerten orientieren. Und auch im Privatkunden-Segment erfreuen sich solche Angebote zunehmender Beliebtheit, da sich so stromhungrige Anwendungen wie das Waschen oder das Aufladen eines Elektroautos auf Zeiten mit besonders günstigen Preisen schieben lassen.

Aber auch bei Computern kann es sinnvoll sein, solche Anpassungen vorzunehmen. Das Programm WattWise entstand aus der Notwendigkeit heraus, den hohen Energieverbrauch einer leistungsstarken Workstation effizient zu steuern. Der Entwickler Naveen Kulandaivelu plante den Bau eines Dual-Socket-EPYC-Systems mit vier GPUs - eine rechenintensive Konfiguration mit entsprechend hohem Strombedarf.


Um den Verbrauch zu überwachen, nutzte er eine Smart-Steckdose. Die existierenden Monitoring-Tools erwiesen sich jedoch als nicht flexibel genug. Daher entwickelte er eine eigene Lösung, die direkt im Terminal läuft und Echtzeit-Daten über die Stromnutzung anzeigt. Doch nicht nur das. Die Software ist auch in der Lage, die Prozessor- und GPU-Leistung in Zeiten hoher Stromkosten zu minimieren, um die Betriebskosten des Rechners im Rahmen zu halten.

Wer beispielsweise mit einem Notebook arbeitet, das ohnehin auf möglichst geringen Stromverbrauch optimiert ist, benötigt das Tool nicht. Die genannte Workstation zieht aber unter Volllast bis zu 1400 Watt. Allein durch eine Drosselung der CPU-Frequenz von 3,7 GHz auf 1,5 GHz konnte der Verbrauch um etwa 225 Watt gesenkt werden. Eine Optimierung der GPU-Leistung könnte weiteres Einsparpotenzial bieten. Wenn das Gerät täglich stundenlang im Einsatz ist, summieren sich die Einsparungen schnell auf durchaus nennenswerte Beträge.

Weiterentwicklung nötig

Das Tool passt die Taktraten anhand von drei Faktoren an: Systemlast, gemessener Stromverbrauch und Tageszeit, um Spitzenpreise zu vermeiden. Ein Proportional-Integral-Regler (PI) steuert dabei die Anpassungen in Echtzeit. Derzeit unterstützt WattWise nur eine einzelne Kasa-Smart-Steckdose, doch der Entwickler plant bereits Erweiterungen, darunter die Integration weiterer Marken, die Unterstützung mehrerer Steckdosen und die Verbindung mit weiteren Energiemanagement-Tools.

WattWise ist als Open-Source-Projekt unter der MIT-Lizenz veröffentlicht und kann über GitHub heruntergeladen werden. Interessierte Nutzer können Feedback geben, eigene Anpassungen vornehmen oder das Projekt weiterentwickeln. Die aktuelle Version enthält lediglich das Monitoring-Dashboard, während die Optimierungsfunktion noch in Arbeit ist. Dennoch zeigt das Tool bereits jetzt, wie einfach sich die Energieeffizienz mit smarter Software verbessern lässt.

Zusammenfassung
  • WattWise: Open-Source-Tool zur Anpassung der Rechnerleistung an Strompreis
  • Strompreisanpassung spart Geld für Verbraucher und Unternehmen
  • Entwickelt für leistungsstarke Workstations mit hohem Energieverbrauch
  • Echtzeit-Monitoring und Optimierung von CPU- und GPU-Leistung im Terminal
  • Anpassung basiert auf Systemlast, Stromverbrauch und Tageszeit
  • Unterstützt derzeit nur Kasa-Smart-Steckdosen, Erweiterungen geplant
  • Open-Source-Projekt auf GitHub unter MIT-Lizenz verfügbar

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