CO2-Ziele: Deutschland ist endlich auf Kurs - Ampel hat geliefert
Deutschland ist endlich auch ohne die Sondereffekte einer Pandemie auf Kurs, seine Klimaziele einzuhalten. Vor allem der massive Umbau der Energiewirtschaft durch die scheidende Bundesregierung hat hier einen großen Beitrag geleistet.
Die gesetzlich erlaubte, angepasste Jahresemissionsgesamtmenge von 693,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten wurde demnach 2024 recht deutlich unterschritten. Projiziert man die letzten Entwicklungen auf die Zukunft, wird es mit den schon implementierten klimapolitischen Instrumenten möglich sein, die angestrebte Reduktion der Treibhausgase um 63 Prozent bis 2030 zu schaffen.
Reale Entwicklung im Vergleich zu den Zielen
Das allerdings setzt voraus, dass die angeschobenen Initiativen auch weiterhin vorangebracht werden. Angesichts des Sondierungspapiers, das die Unionsparteien und die SPD vereinbart haben, sind hier aber Zweifel angebracht. Konkrete Klimaschutzprojekte werden hier nicht benannt, stattdessen möchte man einige Maßnahmen eher wieder zurückdrehen.
Auf Dauer wird das aber so kaum funktionieren. Wenn hier nicht mehr passiert, wird Deutschland seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung deutlich verfehlen, so das UBA. Die Zeichen stehen hier aber eher auf Umkehr: So haben Unionsvertreter im Wahlkampf immer wieder betont, dass sie das Gebäudeenergiegesetz kippen und den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren stoppen wollen.
Siehe auch:
- Deutschland erreicht Klimaziele ohne Pandemie-Sondereffekte
- Treibhausgasemissionen 2024 um 3,4 Prozent auf 649 Mio. Tonnen gesunken
- Gesetzliche Jahresemissionsgesamtmenge von 693,4 Mio. Tonnen unterschritten
- Reduktion der Treibhausgase um 63 Prozent bis 2030 scheint möglich
- CO2-Reduktion vor allem in Energiewirtschaft und Industrie vorangekommen
- Verkehrs- und Gebäudesektor verfehlen weiterhin ihre Ziele
- Zweifel an der Fortführung der Klimaschutzprojekte durch neue Regierung
50 Mio. Tonnen unter Soll
Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im Jahr 2024 laut neuen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) um 3,4 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gegenüber 2023 gesunken. "Deutschland schließt seine Klimaschutzlücke und ist auf Klimakurs. Als drittgrößte Wirtschaftsnation weltweit können wir sagen: weniger Treibhausgase sind möglich, auch mit wachsender Konjunktur in den kommenden Jahren", kommentierte der scheidende Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck die Zahlen.Die gesetzlich erlaubte, angepasste Jahresemissionsgesamtmenge von 693,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten wurde demnach 2024 recht deutlich unterschritten. Projiziert man die letzten Entwicklungen auf die Zukunft, wird es mit den schon implementierten klimapolitischen Instrumenten möglich sein, die angestrebte Reduktion der Treibhausgase um 63 Prozent bis 2030 zu schaffen.
Reale Entwicklung im Vergleich zu den Zielen
Das allerdings setzt voraus, dass die angeschobenen Initiativen auch weiterhin vorangebracht werden. Angesichts des Sondierungspapiers, das die Unionsparteien und die SPD vereinbart haben, sind hier aber Zweifel angebracht. Konkrete Klimaschutzprojekte werden hier nicht benannt, stattdessen möchte man einige Maßnahmen eher wieder zurückdrehen.
Verkehr bleibt das Problem
Die Daten des UBA zeigen, dass die CO2-Reduktion vor allem in der Energiewirtschaft dank des deutlich gesteigerten Ausbaus der Erneuerbaren vorangekommen ist. Aber auch die Industrie hat mehr erreicht als geplant. In diesen Bereichen lief es so gut, dass die Zielverfehlungen der Sektoren Verkehr und Gebäude mehr als nur kompensiert werden konnten.Auf Dauer wird das aber so kaum funktionieren. Wenn hier nicht mehr passiert, wird Deutschland seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung deutlich verfehlen, so das UBA. Die Zeichen stehen hier aber eher auf Umkehr: So haben Unionsvertreter im Wahlkampf immer wieder betont, dass sie das Gebäudeenergiegesetz kippen und den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren stoppen wollen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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