Schummelt Apple bei CO2-Neutralität? Gericht soll es klären
Klimaneutral, umweltfreundlich, zukunftsweisend - so bewirbt Apple seine neuesten Apple-Watch-Modelle. Käufer sehen darin jedoch Greenwashing und haben Klage eingereicht. Die von Apple genutzten CO2-Kompensationsprojekte stehen in der Kritik.
Konkret geht es um zwei Projekte, die Apple für seine Klimaneutralität anführt: das Chyulu Hills Projekt in Kenia und das Guinan-Projekt in China. Diese sollen nach Apples Angaben dazu beitragen, die CO2-Bilanz der Apple Watch auszugleichen. Doch die Kläger bemängeln, dass diese Projekte keinen zusätzlichen Beitrag zur Emissionsreduzierung leisten.
Recherchen zeigen laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Chyulu Hills Projekt in einem Nationalpark liegt, der bereits seit 1983 geschützt ist. Das bedeutet, dass Apple hier keine zusätzliche CO2-Reduktion bewirkt, sondern nur bestehende Schutzmaßnahmen als Kompensation verbucht. Ähnlich verhält es sich mit dem Guinan Projekt, das 2015 auf bereits bewaldetem Gebiet startete.
Diese Kritik reiht sich in eine breitere Debatte über die Effektivität von CO2-Kompensationen ein - die EU hatte 2023 sich schon gegen Apples Behauptungen bei der Apple Watch gestellt. Apple nutzt Standards von Organisationen wie Verra, der Climate Community & Biodiversity Alliance und dem Forest Stewardship Council. Doch investigative Berichte kritisieren seit Längerem, dass viele Verra-Projekte in Wahrheit nur geringe oder gar keine zusätzlichen Emissionsreduktionen bewirken.
Die neue Apple Watch Series 10 und ihre Neuerungen
Ob die Apple Watch tatsächlich ein Meilenstein in Sachen Klimaneutralität ist oder ob es sich dabei eher um geschicktes Marketing handelt, wird sich erst noch zeigen. Klar ist aber: Die Diskussion über umweltfreundliche Technik wird weiter an Fahrt aufnehmen.
Die Klage zeigt, wie schwierig es ist, glaubwürdige Aussagen über die Nachhaltigkeit eines Produkts zu treffen, wenn man sich auf CO2-Kompensationen verlässt. Viele Umweltschützer drängen stattdessen darauf, dass Technologieunternehmen auf erneuerbare Energien umsteigen und langlebigere, leichter zu reparierende Produkte herstellen sollten.
Siehe auch:
Fortschritt oder geschicktes Marketing?
Apple hat sich ein großes Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen alle Produkte des Unternehmens klimaneutral sein. Den Anfang machte die Apple Watch Series 9, die SE und die Ultra 2, die laut Apple bereits klimaneutral produziert werden. Doch nun gerät der Konzern in die Kritik - in den USA haben Käufer der Modelle eine Sammelklage eingereicht und bezweifeln die Umweltversprechen des Unternehmens.Klage gegen Apple: Zweifel an den CO2-Angaben
Die Kläger argumentieren, dass sie die Uhren entweder gar nicht oder zu einem niedrigeren Preis gekauft hätten, wenn sie gewusst hätten, dass Apples Klimaneutralitäts-Behauptungen nicht haltbar seien. Der Vorwurf: Apple stützt sich auf CO2-Kompensationsprojekte, die kaum tatsächliche Emissionseinsparungen bringen.Konkret geht es um zwei Projekte, die Apple für seine Klimaneutralität anführt: das Chyulu Hills Projekt in Kenia und das Guinan-Projekt in China. Diese sollen nach Apples Angaben dazu beitragen, die CO2-Bilanz der Apple Watch auszugleichen. Doch die Kläger bemängeln, dass diese Projekte keinen zusätzlichen Beitrag zur Emissionsreduzierung leisten.
Recherchen zeigen laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Chyulu Hills Projekt in einem Nationalpark liegt, der bereits seit 1983 geschützt ist. Das bedeutet, dass Apple hier keine zusätzliche CO2-Reduktion bewirkt, sondern nur bestehende Schutzmaßnahmen als Kompensation verbucht. Ähnlich verhält es sich mit dem Guinan Projekt, das 2015 auf bereits bewaldetem Gebiet startete.
Diese Kritik reiht sich in eine breitere Debatte über die Effektivität von CO2-Kompensationen ein - die EU hatte 2023 sich schon gegen Apples Behauptungen bei der Apple Watch gestellt. Apple nutzt Standards von Organisationen wie Verra, der Climate Community & Biodiversity Alliance und dem Forest Stewardship Council. Doch investigative Berichte kritisieren seit Längerem, dass viele Verra-Projekte in Wahrheit nur geringe oder gar keine zusätzlichen Emissionsreduktionen bewirken.
Die neue Apple Watch Series 10 und ihre Neuerungen
Wie geht es weiter?
Sollte die Klage Erfolg haben, könnte das nicht nur Apples Umweltstrategie in Frage stellen, sondern auch die generelle Praxis der CO2-Kompensation bei großen Konzernen. Die Verbraucher erwarten zunehmend echte Nachhaltigkeitsmaßnahmen - und Unternehmen wie Apple stehen unter Druck, glaubhafte Lösungen zu liefern.Ob die Apple Watch tatsächlich ein Meilenstein in Sachen Klimaneutralität ist oder ob es sich dabei eher um geschicktes Marketing handelt, wird sich erst noch zeigen. Klar ist aber: Die Diskussion über umweltfreundliche Technik wird weiter an Fahrt aufnehmen.
Apples Weg zur CO2-Neutralität
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2015
Apple beginnt mit der Reduzierung seiner CO2-Emissionen.
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2020
Ankündigung des Ziels, bis 2030 in der gesamten Lieferkette und beim Produktlebenszyklus CO2-neutral zu werden.
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2023
Reduzierung der Gesamtemissionen um über 45% seit 2015. Über 250 Zulieferer (85% der direkten Fertigungsausgaben) verpflichten sich zur Dekarbonisierung.
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2024
Veröffentlichung der Strategie zur CO2-Entfernung.
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2030
Ziel: Vollständige CO2-Neutralität für Lieferkette und Produkte, Reduzierung der Emissionen um 75% im Vergleich zu 2015, Ausgleich der restlichen 25% durch CO2-Entfernungslösungen.
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2050
Ziel: 90% Emissionsreduzierung im Vergleich zu 2015.
Die Klage zeigt, wie schwierig es ist, glaubwürdige Aussagen über die Nachhaltigkeit eines Produkts zu treffen, wenn man sich auf CO2-Kompensationen verlässt. Viele Umweltschützer drängen stattdessen darauf, dass Technologieunternehmen auf erneuerbare Energien umsteigen und langlebigere, leichter zu reparierende Produkte herstellen sollten.
Apple verteidigt sich
Apple steht weiter zu seinen Behauptungen in Sachen CO2-Neutralität. In einer Stellungnahme gegenüber dem Online-Magazin 9to5mac betont das Unternehmen:Wir sind stolz auf unsere kohlenstoffneutralen Produkte, die das Ergebnis branchenführender Innovationen im Bereich saubere Energie und kohlenstoffarmes Design sind. Wir haben die Emissionen der Apple Watch um mehr als 75 Prozent gesenkt und investieren erheblich in naturbasierte Projekte, um Hunderttausende Tonnen Kohlenstoff aus der Luft zu entfernen. Diese Innovation und dieser Fortschritt sind uns und unserem Planeten wichtig, weshalb wir unsere Arbeit prominent und transparent für unsere Nutzer darstellen.Was denkt ihr über diese Entwicklung? Können Unternehmen wie Apple tatsächlich klimaneutrale Produkte herstellen, oder seht ihr darin eher ein Marketinginstrument? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Sammelklage gegen Apple wegen Klimaneutralitätsangaben eingereicht
- Apple bewirbt neue Watch-Modelle als klimaneutral und umweltfreundlich
- Wirksamkeit der CO2-Kompensationsprojekte wird angezweifelt
- Kritik: Projekte bewirken keine zusätzliche CO2-Reduktion
- Debatte über Effektivität von CO2-Kompensationen entfacht
- Apple verteidigt seine Behauptungen zur CO2-Neutralität
- Klage könnte Folgen für Umweltstrategien großer Konzerne haben
Siehe auch:
- Klage: Apple Watch-Bänder enthalten giftige Ewigkeits-Chemikalien
- Apple Watch 2025: Upgrades für Ultra-, Series- & SE-Modelle in Arbeit
- EU: Apple muss iOS für Smartwatches & Kopfhörer von Dritten öffnen
- Nächste Apple Watch Ultra mit Satelliten-Funk, 5G & Blutdruckmessung
- Xiaomi will die Apple Watch nativ auf Android-Geräten unterstützen
Themen:
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