USA stufen Chinas Internet-Riesen Tencent als "Militärunternehmen" ein

Das US-Verteidigungsministerium hat den chinesischen Tech-Konzern Tencent und den Batteriehersteller CATL auf eine Liste von Unter­neh­men gesetzt, die angeblich mit dem chinesischen Militär zusammen­arbeiten. Beide dementieren das entschieden.
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Schlag gegen chinesische Tech-Giganten

Das US-Verteidigungsministerium hat eine brisante Entscheidung getroffen: Der chinesische Technologie-Konzern Tencent und der Batteriehersteller CATL wurden auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die angeblich mit dem chinesischen Militär kooperieren. Diese Maßnahme, die Teil der jährlich aktualisierten "Section 1260H"-Liste ist, könnte bzw. dürfte erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Firmen haben - was prompt für die Aktien der beiden Unternehmen negative Folgen hatte.

Die Liste dient als Warnung für amerikanische Unternehmen und Organisationen vor den Risiken einer Zusammenarbeit mit den aufgeführten chinesischen Firmen. Obwohl die Aufnahme in die Liste nicht unmittelbar zu einem Verbot führt, erhöht sie den Druck auf das US-Finanzministerium, Sanktionen gegen diese Unternehmen zu verhängen.


Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Tencent, Mutterkonzern der beliebten Messaging-App WeChat, und CATL, der weltweit größte Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge, bestreiten jegliche Verbindungen zum chinesischen Militär. Wie Reuters berichtet, bezeichneten beide Unternehmen ihre Aufnahme in die Liste als "Fehler".

Wir sind kein Militärunternehmen oder Zulieferer. Anders als Sanktionen oder Exportkontrollen hat diese Listung keine Auswirkungen auf unser Geschäft.
Tencent-Stellungnahme

Aktienkurse brechen ein

Die Entscheidung des Pentagon hat bereits spürbare Folgen für die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen:

  • Tencent: An der Börse in Hongkong fielen die Aktien um rund 7,3 Prozent, was einem Marktwertverlust von etwa 36,5 Milliarden Euro entspricht.
  • CATL: Die Aktien verzeichneten an der Börse in Shenzhen einen Rückgang um 2,8 Prozent, was einem Wertverlust von rund 4,5 Milliarden Euro gleichkommt.

Die Aufnahme in die Liste könnte auch Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und US-amerikanischen Unternehmen haben. So plante unter anderem der US-Autoriese Ford, Technologie von CATL für den Bau eines Batteriewerks in Michigan zu lizenzieren. Diese Pläne könnten nun aber auf den Prüfstand geraten.

Präzedenzfall Xiaomi

Tencent und CATL sind hier aber nicht machtlos, denn es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein chinesisches Unternehmen gegen eine solche Listung wehrt. Der Smartphone-Hersteller Xiaomi konnte 2021 erfolgreich seine Entfernung von der Liste erwirken, nachdem man die US-Regierung verklagt hatte. Ein Bundesrichter bezeichnete das Vorgehen der US-Regierung damals als "zutiefst fehlerhaft".

Zusammenfassung
  • USA stufen Tencent und CATL als 'Militärunternehmen' ein
  • Aufnahme in 'Section 1260H'-Liste könnte Sanktionen nach sich ziehen
  • Beide Unternehmen bestreiten Verbindungen zum chinesischen Militär
  • Tencents Aktienkurs fiel um 7,3 %, der von CATL um 2,8 % nach Bekanntgabe
  • Zusammenarbeit zwischen chinesischen und US-Firmen könnte gefährdet sein
  • Unternehmen haben Möglichkeit, sich gegen die Listung juristisch zu wehren
  • Xiaomi erreichte 2021 erfolgreich die Entfernung von der Liste

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