US-Zölle: China will Exporte auf Weltmarkt beschränken und verteuern

China plant, sich im Umgang mit den neuesten US-Sanktionen an ei­ner Strategie zu orientieren, die Japan bereits in den 1980er Jah­ren einsetzte. Im Mittelpunkt steht hierbei die Verknappung be­stimm­ter Exportgüter - was sich auch auf Europa auswirken könnte.
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Wie Japan früher

Laut Beratern der chinesischen Regierung prüft Peking die Einführung freiwilliger Exportbeschränkungen, um höhere US-Zölle und weitere Handelsbarrieren zu vermeiden, berichtet das Wall Street Journal. Japan hatte in den 1980er-Jahren freiwillige Exportlimits für Autos in die USA eingeführt, um schärfere Handelsrestriktionen durch Washington zu verhindern.

Ein ähnlicher Schritt Chinas könnte insbesondere in sensiblen Bereichen wie Elektrofahrzeugen und Batterien erfolgen, um US-amerikanische Kritik an Chinas ökonomischen Ungleichgewichten abzufedern. Die chinesische Wirtschaft steht unter dem Einfluss einer massiven staatlichen Förderung von Unternehmen, die oft geringe Gewinne erwirtschaften und globale Märkte mit billigen Produkten überschwemmen.


Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump hohe Zölle auf chinesische Waren verhängt, die auch unter Joe Biden weitgehend bestehen blieben. Kürzlich verschärfte Trump die Maßnahmen weiter und setzte zusätzliche 20 Prozent Zölle auf chinesische Exporte durch. Offizielle Verhandlungen zwischen Peking und Washington sind bislang nicht erfolgt, jedoch hatte US-Finanzminister Scott Bessent Ende letzten Monats Chinas marktverzerrende Praktiken in einem Gespräch mit Vizepremier He Lifeng thematisiert.

Für China könnte eine Begrenzung der Exporte sogar strategische Vorteile haben. Japan profitierte damals von den Beschränkungen, indem es weniger Autos exportierte, dafür aber höhere Preise durchsetzen konnte. Dies ermöglichte eine Aufwertung hin zu qualitativ hochwertigeren und profitableren Fahrzeugen. Peking könnte ähnlich agieren und Exportlimits als Verhandlungsinstrument nutzen, um beispielsweise auch Investitionsmöglichkeiten in den USA zu erhalten.

Auswirkungen auf Europa

Allerdings gibt es erhebliche Herausforderungen. Chinas Handelsüberschuss mit den USA beträgt 295 Milliarden Dollar, und freiwillige Exportbeschränkungen allein würden das Handelsungleichgewicht nicht ausgleichen. Zudem exportieren viele chinesische Unternehmen mittlerweile aus Drittstaaten wie Mexiko und Vietnam, was die Durchsetzung entsprechender Beschränkungen erschweren würde. Ein weiteres Hindernis ist Trumps Vorliebe für Zolleinnahmen, die ihn von einem solchen Deal abhalten könnte.

Sollte sich die chinesische Wirtschaft im Zuge dessen in Richtung höherpreisiger Produkte wandeln, hätte dies auch Auswirkungen auf Europa. Denn hierzulande ist man beispielsweise bei Batterien stark von Importen aus China abhängig, um die Produktion von Elektroautos voranzubringen. Steigende Einkaufspreise hätten entsprechend negative Auswirkungen auf die ohnehin angeschlagene Autoindustrie.

Zusammenfassung
  • China erwägt freiwillige Exportbeschränkungen nach japanischem Vorbild
  • Strategie soll US-Zölle und Handelsbarrieren vermeiden oder abmildern
  • Fokus auf sensible Bereiche wie E-Fahrzeuge und Batterietechnologie
  • Chinas Exportlimits könnten als Verhandlungsinstrument dienen
  • Umsetzung durch Exporte aus Drittstaaten und Trumps Zollpräferenz erschwert
  • Mögliche Auswirkungen auf Europa durch steigende Importpreise aus China

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