Flugtaxi-Startup bekommt keine Staatshilfe, Söder schimpft auf Grüne

Das Flugtaxi-Startup Lilium erhält keine finanzielle Unterstützung vom Bund. Die Haushälter der Ampel-Koalition lehnten eine Bürgschaft In Höhe von 50 Millionen Euro ab. Die Zukunft des Unternehmens ist offen und Markus Söder will die Hauptschuldigen gefunden haben.
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Lilium

Rückschlag für Startup

Der Traum vom elektrischen Flugtaxi aus Deutschland hat einen herben Dämpfer erhalten. Wie nun bekannt wurde, wird der Bund dem bayerischen Flugtaxi-Hersteller Lilium keine finanzielle Unterstützung gewähren, denn eine Bürgschaft über 50 Millionen Euro ist nun endgültig vom Tisch.

Lilium, gegründet im Jahr 2015, arbeitet an der Entwicklung eines vollelektrischen, senkrecht startenden und landenden Flugtaxis. Das Unternehmen hat ambitionierte Pläne: Der Erstflug soll Anfang 2025 stattfinden, und bereits 2026 sollen die ersten Maschinen an Kunden ausgeliefert werden.

Doch die Entwicklung dieser Technologie ist kostspielig - und auch nicht ohne Kritiker. Denn viele halten Flugtaxis für eine nicht wirtschaftliche Schnapsidee. Lilium hat jedenfalls allein im ersten Halbjahr 2024 rund 200 Millionen Euro ausgegeben, und seit der Gründung belaufen sich die Gesamtausgaben auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Man ist also in den tiefroten Zahlen.

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Politische Kontroverse um Bundeshilfe

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war die Entscheidung gegen die Bundeshilfe das Ergebnis intensiver Debatten innerhalb der Regierungskoalition. Während sich SPD und FDP offenbar für eine Unterstützung aussprachen, lehnten die Grünen die Bürgschaft ab. Sie verwiesen auf eine schwierige Haushaltslage und dem Umstand, dass der Steuerzahler nicht als Geldgeber einspringen soll, wenn ein Startup mit einem riskanten Geschäftsmodell es nicht mehr schafft, private Investoren zu finden.

Die Ablehnung der Bundeshilfe hat heftige Reaktionen ausgelöst. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Entscheidung als "nächster Fall von Bayern-Bashing und bitterer Rückschlag" und meinte, dass das ein Rückschlag für den "Technologie-Standort Deutschland" sei. Er kritisierte insbesondere die Grünen als "innovationsfeindlich" und warnte davor, dass deutsche Kreativität nun möglicherweise ins Ausland abwandern könnte. Doch Söder blieb hier nicht unwidersprochen, denn Kritiker verweisen auf den Umstand, dass Lilium praktisch keine seiner bisherigen Versprechen und Zusagen halten konnte.

Existenzielle Bedrohung

Für Lilium stellt die Absage eine existenzielle Bedrohung dar. Das Unternehmen hatte in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärt, dass es "sofort zusätzliches Kapital" benötige, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden. Zwar gibt es noch private Investoren, die hinter Lilium stehen, doch auch deren Unterstützung war an die Zusage der staatlichen Bürgschaft geknüpft.

Zusammenfassung
  • Flugtaxi-Startup Lilium erhält keine 50-Millionen-Euro-Bürgschaft vom Bund
  • Lilium entwickelt elektrisches Flugtaxi mit Erstflug geplant für 2025
  • Unternehmen hat seit Gründung 1,5 Milliarden Euro ausgegeben
  • Grüne lehnten Bürgschaft ab, SPD und FDP waren dafür
  • Söder kritisiert Entscheidung als 'Bayern-Bashing' und 'innovationsfeindlich'
  • Lilium benötigt dringend Kapital zur Abwendung einer möglichen Insolvenz
  • Kritiker zweifeln an Umsetzbarkeit der Versprechen des Unternehmens

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